Eishockey

Rekordbesuch beim ersten Roosters-Auftritt

Es gab keine Tribüne, die ganz leer blieb. Auf Empfehlung des Vereins verfolgte der Großteil das Geschehen von der Haupttribüne aus, weil dort die Akustik besser war.

Es gab keine Tribüne, die ganz leer blieb. Auf Empfehlung des Vereins verfolgte der Großteil das Geschehen von der Haupttribüne aus, weil dort die Akustik besser war.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Das runderneuerte DEL-Team der Iserlohn Roosters lockte am Samstagmorgen deutlich mehr als 1000 erwartungsfrohe Fans in die Eissporthalle.

Vielversprechender hätte der erste Kontakt zwischen den Eishockey-Profis der Iserlohn Roosters und ihren Fans nicht sein können. Als die Mannschaft nämlich am Samstagmorgen zu einem einstündigen öffentlichen Training in der Eissporthalle auflief, wurde sie von einer Rekordkulisse empfangen.

Soviel steht fest, obwohl die Veranstaltung kostenlos war und es daher keine Zählung gab. Roosters-Sprecher Rudi Müllenbach, der in der Eissporthalle schon Vieles erlebt und gesehen hat, sprach von „mindestens 1400 Zuschauern“ und dachte zur Sicherheit nochmal laut nach: „Die Haupttribüne war prächtig gefüllt, hinter den Toren saßen Fans und viele begaben sich auch auf die Stehplatzränge. Sonst war immer nur die Haupttribüne gut besucht.“ Das war umso bemerkenswerter, weil die Veranstaltung nach gut 60 Minuten schon wieder zu Ende war. Das große Kennenlernen mit Autogrammstunde, der zweimaligen Vorführung des Films „Die Eishölle am Seilersee“ und weiteren Überraschungen steigt bekanntlich erst am nächsten Sonntag im Rahmen des Fanfestes auf dem Fritz-Kühn-Platz. „So viele Zuschauer kommen zu den Heimspielen in Wolfsburg“ sagte ein Besucher, als er seinen Blick durch die Halle wandern ließ.

Trainingskulisse beeindruckt auch die Spieler

Auch die Spieler waren von dem regen Interesse und der tollen Atmosphäre angetan. Während Müllenbachs Rekord-Kalkulation von Dieter Orendorz bestätigt wurde, und der Spieler von einem „Riesenerlebnis“ sprach, freute sich Torwart und Rückkehrer Andreas Jenike über den „super Empfang. Das war wirklich toll. Ich hatte ja schon das eine oder andere öffentliche Training, aber was hier heute los war, verstärkt die Vorfreude auf die Heimspiele.“

Die Roosters hatten sich etwas einfallen lassen: Zusätzliche Lautsprecher unterstützten die fest installierte Beschallungsanlage und der gut gelaunte Trainer Jason O’Leary setzte sich ein Headset auf. Zwischendurch erläuterte er die Abläufe und Trainingsinhalte. Die Spieler schossen die drei Torhüter, die unter freundlichem Applaus als erste aufs Eis kamen, fleißig warm, sie übten das Passspiel in verschiedenen Varianten und spielten zum Abschluss gegeneinander. Der einzige Treffer glückte Mike Holmo gegen Anthony Peters. Einziger Akteur, der nicht mitmachen konnte, war Verteidiger Daine Todd. Dem Kanadier machte eine „Unterkörperverletzung“ zu schaffen, wie es offiziell verkündet wurde.

Mirko Heintz moderierte die Veranstaltung im Wechsel mit Rudi Müllenbach, der mit einem Mikrofon an der Bande stand und unter anderem ein kurzes Interview mit Christian Hommel führte. Bei dieser Gelegenheit betonte der Manager: „Die Jungs sind heiß, die meisten wissen, was sie hier erwartet. In der Mannschaft steckt viel Charakter.“ Während Hommel, Müllenbach und Heintz recht gut zu verstehen waren, stieß das Headset an seine Grenzen, die Akustik in der Halle ist sicher nicht preisverdächtig. „Deswegen gibt’s hier auch keine Konzerte mehr“, bestätigte Mirko Heintz, der sich dunkel an Auftritte von Herbert Grönemeyer und Fury in the Slaughterhouse zu erinnern glaubte. Er irrte nicht: Grönemeyer trat in der Halle im Juni 1989 auf, Fury in the Slaughterhouse waren 2008 in Iserlohn.

Die Blicke richteten sich ansonsten eher nach vorne. Was Christian Hommel versicherte, erhoffen sich auch die Fans. Die ersten suchten sich schon weit vor 10 Uhr ihren Platz, als die Halle noch spärlich beleuchtet war. Zusammenhalt und Einsatzbereitschaft, so der Tenor, seien nötig, damit sich wieder der Erfolg einstelle. Durchaus selbstkritisch hieß es außerdem, dass die Unterstützung von den Rängen wieder zunehmen müsse. Wann die Saison allerdings als erfolgreich angesehen werden könne, wurde unterschiedlich bewertet. Der Mannschaft wird jedenfalls mehr zugetraut als der des Vorjahres. Und die Gerüchteküche brodelte ebenfalls. So sprach sich auf der Tribüne herum, dass der Vertrag zwischen den Roosters und Rob Daum, der im November 2018 von seinen Aufgaben als Trainer entbunden wurde, aufgelöst worden sei. „Zu diesem Thema gibt es nichts zu sagen“, lautete die Stellungnahme der Geschäftsführung.

Es wäre schön, wenn es in die Play-offs gehen würde. Ich hoffe, dass das Team zusammenpasst und schöne Spiele zeigt. Wichtig ist, dass der Einsatz in diesem Jahr stimmt. Ich glaube, dass kann die Mannschaft leisten.

Janine Renfordt mit André Günther, Iserlohn und Letmathe

Die Pre-Play-offs müssen eigentlich auf jeden Fall erreicht werden. Ich finde nämlich, dass Christian Hommel bei der Zusammenstellung des Kaders sehr gute Arbeit geleistet hat.

Markus Müller, Hamm

Am Besten wäre es natürlich, wenn es in die Play-offs ginge. Das kann die Mannschaft erreichen, wenn sie es will.

Lea Ketzer, Iserlohn

Ich erwarte eine wesentlich bessere Saison als zuletzt. Mit diesem Trainerteam und dem gesamten Staff sollte das klappen, die Mannschaft ist gut aufgestellt. Und gut ist die Saison aus meiner Sicht, wenn wir an den Play-offs kratzen.

Bernd Knappe, Iserlohn

Ich hoffe, dass mehr gekämpft wird und dass die Spieler wissen, worauf es hier in Iserlohn ankommt. Um den zehnten Platz kannst du immer mitspielen.

Udo Franke, Iserlohn

Viel erwarten kann man nicht. Vom Kader her dürfte die Mannschaft mehr Einsatz zeigen, aber für die Play-offs reicht’s noch nicht. Aber vielleicht bildet sich ja etwas für die übernächste Saison heraus.

Martin Meister, Nachrodt

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