Taekwondo

Mit jedem Trainingstag wächst die Zuversicht

Helena Fromm (li.) kämpft gegen Reshmie Oogink.

Helena Fromm (li.) kämpft gegen Reshmie Oogink.

Foto: IKZ

Iserlohn.  Es sind hochkarätig besetzte Trainingseinheiten im vom Taek­wondo Center Iserlohn genutzten Mehrzweckraum im Gymnasium an der Stenner, wenn das wohl prominenteste Vereinsmitglied Helena Fromm unter Anleitung von Bundestrainer Carlos Esteves an ihrem Comeback arbeitet.

Jene Örtlichkeit, die gleichzeitig als Leistungszentrum dient, ist wochenweise für die Bronzemedaillengewinnerin von London Domizil für die schweißtreibenden Übungseinheiten. Seit vier Monaten stellt sich die 28-jährige Mutter noch einmal der Herausforderung, in die Weltspitze zurückzukehren. „Ich habe seit drei Jahren keinen Wettkampf mehr bestritten und wir haben jetzt ein Jahr vor Olympia in Rio. Lange Zeit hat mir der Spaß beim Training gefehlt, doch so langsam kehrt der zurück. Es darf halt nichts erzwungen sein“, gewährt die Kampfsportlerin Einblicke.

In ihrer Sportart hat sich in dieser Zeit einiges getan. Neue Kontaktwesten haben die Taktik verändert. Und die Tatsache, dass man in Rio möglicherweise wieder auf altes Material zurückgreift, trägt nicht zur Steigerung des Selbstbewusstseins bei. Trotzdem will es Helena Fromm noch einmal wissen. Nach einem Wettkampf in Polen Ende August reist die Sportlerin zu den Militär-Weltmeisterschaften in Südkorea, an der insgesamt 8 000 Athleten teilnehmen.

Sollte sie dort ganz vorne landen, sieht Carlos Esteves gut Möglichkeiten, noch auf den Olympiazug aufspringen zu können. „Bei jeder anderen Sportlerin hätte ich gesagt, dass das Ziel nicht mehr zu erreichen ist, doch bei ihr sieht das aufgrund ihres Ehrgeizes, ihrer Leidenschaft und ihrer Athletik anders aus. Mit jedem Tag, den sie trainiert, wächst bei mir die Zuversicht“, sagt der Bundestrainer.

Für die 16 Starterplätze in Rio qualifizieren sich die ersten sechs der Weltrangliste direkt, der Rest kommt von den einzelnen Kontinenten. Die zwei Plätze für Europa werden Ende Januar 2016 in Istanbul vergeben. Nur wer dort ins Finale kommt, kann nach Brasilien fahren. Und genau dieser Herkulesaufgabe will sich Helena Fromm in ihrer Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm stellen. Tägliches Training ist da natürlich unerlässlich, und das findet im wöchentlichen Wechsel in Iserlohn und in Polen statt, wo ihr Verlobter und Vater ihres Kindes lebt.

Für die Einheiten in der Waldstadt erhält sie, so oft es geht, Unterstützung von einer hochkarätigen Trainingspartnerin. Reshmie Oogink steht in der Weltrangliste der Gewichtsklasse über 67 kg auf Platz drei. Die Niederländerin hat das Olympiaticket schon fast in der Tasche, hat aber ebenso wie Helena Fromm kaum adäquate Trainingspartnerinnen in ihrer Region. Und so bestreiten die beiden befreundeten Sportler viele Einheiten zusammen. So ganz nebenbei wirkt das auch noch motivationsfördernd, Und das steigert die Zuversicht bei Bundestrainer Carlos Esteves, dass sein Schützling das große Ziel „Rio 2016“ noch packen kann.

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