Handball

Marie Remer ist der Gegnerschreck im Tor des HTV Hemer

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Unaufgeregt und fokussiert geht Marie Remer ihrem Job als Torhüterin nach. Bei jedem Spiel gehört sie zu den Besten beim HTV.

Unaufgeregt und fokussiert geht Marie Remer ihrem Job als Torhüterin nach. Bei jedem Spiel gehört sie zu den Besten beim HTV.

Foto: Max Winkler

Hemer.  Mit ihren Paraden hat die 18-Jährige entscheidenden Anteil an der fantastischen Bundesligasaison der weiblichen A-Jugend.

Es waren nicht etwa die Namen der Top-Torschützinnen Johanna Becker oder Sophia Bücker, die Dietmar „Ditze“ Tuschen, dem zweiten stellvertretenden Vorsitzende und Hallensprecher des HTV Hemer am vergangenen Samstag am häufigsten über die Lippen kamen.

Beim 25:24-Erfolg der weiblichen A-Jugend gegen die SG Kappelwindeck/Steinbach im Achtelfinal-Hinspiel um die deutsche Meisterschaft hallte immer wieder sein begeistertes „Super, Marie“ durchs Grohe-Forum. Marie Remer, die Torhüterin des HTV, war gemeint. Bei aller Konzentration und Fokussierung auf das Spielgeschehen, bekommt die 18-Jährige natürlich mit, wie von außen reagiert wird, wenn sie wieder einmal einen Ball pariert. „Es pusht total, wenn sich die Mitspielerinnen und die Fans für mich freuen. Ich werte das aber als Signal, noch mehr zu geben.“

Fünf Paraden gelangen ihr allein in der ersten Viertelstunde dieses besonderen Spiels am Samstag, denn es handelte sich um das erste Kräftemessen mit einer gegnerischen Mannschaft seit Oktober 2020. Doch Marie Remer war so etwas wie fehlende Wettkampfpraxis überhaupt nicht anzumerken, phasenweise spielte das HTV-Team ohne Ausnahme wie aus einem Guss. Dafür hat sie eine Erklärung: „Ich persönlich mag Herausforderungen, wir alle waren begeistert, dass wir überhaupt spielen durften. Auch deswegen hat jeder von uns 100 Prozent gegeben.“

Speziell bei Marie Remer ist auffällig, wie schnell sie sich dem geforderten Niveau anpasst, das im Laufe dieser Bundesligasaison gestiegen ist, weil die Gegnerinnen stärker werden. Man ist geneigt, das mit Talent, jahrelangem intensivem und torwartspezifischem Training sowie der richtigen Einstellung zu begründen, aber zum Teil stimmt das gar nicht. „Angefangen habe ich mit fünf Jahren, zusammen mit meiner Schwester Sarah bei den Minis von Eintracht Hagen, ins Tor gegangen bin ich erst in der F-Jugend. Damals wurde vor Saisonbeginn gefragt, wer ins Tor gehen möchte.“ Das war ein erster Schritt, doch Torwarttraining erhielt zunächst gar nicht, und später dann nur sporadisch. „Dort habe ich dann mit den Jungs trainiert.“

Erst als sie vor zwei Jahren als C-Jugend-Altjahrgang zum HTV wechselte, bekam sie mit Marco Fritzsche einen Torwarttrainer, der von seinem Schützling ziemlich begeistert ist.

Ihr Torwarttrainer hält sie füreine der Besten der Bundesliga

„Sie ist nicht die Größte, aber wegen ihres sehr guten Stellungsspiels und ihrer Schnelligkeit gehört sie zu den besten Torhüterinnen in der A-Jugend-Bundesliga. Sie ist immer zu 100 Prozent bei der Sache“, urteilt Fritzsche. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Vom Spielverständnis der eine Minute jüngeren der beiden Remer-Schwestern schwärmt auch Jugendleiter Lars Heierhoff: „Faszinierend sind ihre präzisen langen Pässe bei Tempogegenstößen.“

Marie Remer hat nun schon in einigen Spielen den Unterschied gemacht. Gelingt ihr das auch am Sonntag im Achtelfinal-Rückspiel, winkt dem HTV das Viertelfinale. Worauf es im Schwarzwald ankommen wird, beschreibt sie selbst: „Wir müssen an unsere Hinspielleistung anknüpfen und erneut zeigen, dass wir auf qualitativ hohem Niveau mithalten können.

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