Leichtathletik

Leichtathletiktraining im Stadion eigentlich erlaubt

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Nur in der Theorie ist derzeit Leichtathletiktraining im Stadion denkbar.  

Nur in der Theorie ist derzeit Leichtathletiktraining im Stadion denkbar.  

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  In Iserlohn und Hemer bleiben die Anlagen aber trotzdem geschlossen, während Hagen geöffnet hat. Klare Vorgabe in der Verordnung.

Seit Monatsbeginn gilt die aktualisierte Fassung der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW, in der zum Leidwesen vieler Sportler keine Lockerung der vielfältigen Beschränkungen enthalten ist. Ausdrücklich erlaubt ist jedoch Individualsport im Freien - allein, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstandes.

Explizit erwähnt ist dabei die Leichtathletik, doch die liegt vor Ort genauso brach wie andere Sportarten. Denn die Anlagen sind weiterhin geschlossen, das gilt für den Hemberg-Südhang wie für das Letmather Waldstadion oder für das Felsenmeerstadion in Deilinghofen. Die verschlossenen Tore in Iserlohn und Hemer rufen bei den heimischen Leichtathleten zunehmende Irritationen hervor, weil es auch anders geht. In Hagen beispielsweise ist das Ischelandstadion geöffnet, und die Trainingsmöglichkeit wird von Vereinssportlern natürlich gern wahrgenommen.

„Bei uns hat der Verwaltungsvorstand in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt festgelegt, dass die Plätze außer für den Schulsport gesperrt bleiben“, sagt Iserlohns Sportbüroleiter Ralf Horstmann. „Und wenn wir öffnen würden, wäre es auch schwierig, dort die Einhaltung aller Regeln zu überwachen.“ Ganz so sehen es die Verantwortlichen in den Vereinen nicht. „Ein bisschen kann ich diese Haltung ja verstehen, aber für die Stadt ist es natürlich auch die einfachste Lösung, wenn man komplett schließt“, meint Ernst Roll, Trainer beim LAZ Iserlohn. „Leider stellt sich niemand die Frage, wie man den Vereinen helfen kann.“

Weil es die geltende Verordnung zulässt, könnte er sich vorstellen, am Hemberg für einige Stunden zu öffnen, das Flutlicht einzuschalten und gezieltes Training zu ermöglichen. „An den Wochentagen haben unsere Aktiven nur am Abend Zeit und müssen irgendwo in der Dunkelheit trainieren. Das machen nur wenige, und immer nur um den Seilersee oder den eigenen Wohnblock zu laufen, funktioniert auch nicht.“

Zustimmung erhält er von Christian Ritter, Trainer und sportlicher Leiter beim TV Deilinghofen. Die Stadt Hemer hat mitgeteilt, dass die aktuellen Maßnahmen bis zum 20. Dezember gelten, aber er rechnet nicht damit, dass es vor dem Ende der Weihnachtsferien Lockerungen geben wird. „Schwierig ist natürlich, dass die Aktiven im Stadion allein trainieren müssten und sich ein Trainer nicht um sie kümmern darf. Das wäre dann wieder organisierter Sport.“ Ritter wünscht sich jedoch mehr Engagement von Kreis und Verband, damit der Individualsport Leichtathletik überall zumindest so betrieben werden kann, wie es die Verordnung zulässt.

Im Ischelandstadion funktioniert Individualtraining

In einer anderen Situation ist An-dreas Wittenburg, früher als Trainer in Iserlohn und jetzt beim TSV Hagen aktiv. „Meine Leute bekommen detaillierte Trainingspläne, und dass sie im Stadion Sprints, Koordinations- oder Sprungübungen machen können, hilft schon weiter.“ In einer weitläufigen Anlage kann es nach seiner Einschätzung zahlreiche Zweier-Trainingsgemeinschaften geben, ohne dass die Abstandsregeln verletzt werden. Aber auch wenn man in Hagen besser dran ist als in Iserlohn oder Hemer: Langzeitfolgen des Lockdowns hält er für wahrscheinlich. „Wie soll all das aufgeholt werden, was seit Monaten verpasst wird?“

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