Handball

Ivan Kavran befreit sein Team vom Druck

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HTV-Trainer Ivan Kavran, hier mit Sarah Remer (li.) und Louisa Silva Marques-Pais, ist jetzt als Taktiker und Psychologe gefragt.

HTV-Trainer Ivan Kavran, hier mit Sarah Remer (li.) und Louisa Silva Marques-Pais, ist jetzt als Taktiker und Psychologe gefragt.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Die weibliche Handball-A-Jugend des HTV Hemer bestreitet am Sonntag das Achtelfinal-Rückspiel.

Es wird ernst, es geht um alles oder nichts, es ist das erste Endspiel: In das Achtelfinal-Rückspiel um die deutsche Meisterschaft der weiblichen Handball-A-Jugend zwischen der SG Kappelwindeck/Steinbach und dem HTV Hemer (Sonntag, 14 Uhr) ließe sich viel Dramatik hineininterpretieren.

Tatsächlich liegt es in der Natur der Sache, dass Ivan Kavran mit seinem Team gerne ins Viertelfinale einziehen möchte. „Deswegen fahren wir dorthin“, bestätigt er. Als gut vorbereitet sieht er die Spielerinnen ebenfalls. „Wir hatten im Hinspiel gegen die offensive Abwehr der SG einige Probleme. Daran haben wir unter der Woche gearbeitet, aber es kann auch sein, dass unser Gegner ganz anders auftritt.“

Kavran lässt auf die Saison schon jetzt nichts kommen

Kavran ist bei allem Ehrgeiz aber auch darum bemüht, seinen Spielerinnen den ganz hohen Druck zu nehmen. „Wir haben uns unseren Traum doch schon erfüllt. Schaffen wir den Sprung in die nächste Runde, wäre das super. Schaffen wir es nicht, haben wir trotzdem eine tolle Saison gespielt.“ In der „Neuen Halle Bühl“ gilt es einen Ein-Tore-Vorsprung zu verteidigen, 25:24 endete das Hinspiel vor einer Woche im Grohe-Forum.

Es ist ein Ergebnis, das auch den unterlegenen Schwarzwälderinnen Mut macht. „Ob es an der langen Spielpause oder den recht stressigen Begleitumständen in diesen Corona-Zeiten lag, einfach zu viel Willen und zu wenig Coolness im Spiel war? All das ist für das Rückspiel unerheblich, wenn es gelingt, die tollen Leistungen der Vorrunde erneut abzurufen und die nötige Sicherheit wieder mit ins Spiel zu bringen“, heißt es auf der Internetseite der Gastgeber.

Von stressigen Begleitumständen sollen die Hemeranerinnen nichts mitbekommen. Die rund 400 Kilometer lange Anfahrt wird schon am Samstag in Angriff genommen, am Abend darf Kavran mit dem Team eine Trainingseinheit vor Ort absolvieren, und auch sonst ist alles angerichtet. Den Stress hat vielmehr Teammanagerin Tatjana Schroth gehabt. Sie spricht von einer sehr schwierigen Organisation.

„Das zuständige Ordnungsamt hat sehr viel Zeit für die Bearbeitung unserer Anliegen gebraucht, und es war sehr schwierig, die Übernachtung genehmigt zu bekommen. Niemand konnte uns genau sagen, was wir machen müssen. Wenn die SG Kappelwindeck/Steinbach nicht so freundlich gewesen wäre und sich eingeschaltet hätte, wäre unser Anliegen wahrscheinlich jetzt noch nicht vollständig bearbeitet. Also die Zusammenarbeit mit der SG war mega.“

Corona-Lage erschwert die Organisation erheblich

Ihr ist es schließlich gelungen, einen Gasthof in Baden-Baden zu finden, in dem die 25-köpfige Delegation gut versorgt werden dürfte. „Dort wird extra für uns alles aufgemacht, wir bekommen Frühstück und Abendessen und auch noch eine Mahlzeit nach dem Spiel, bevor es wieder nach Hause geht.

Mit der Abfahrt aus Baden-Württemberg ist immer noch nicht alles erledigt. Tatjana Schroth rechnet damit, dass Hemer gegen 21 Uhr erreicht wird. „Danach müssen die Spielerinnen ja noch weiter in ihre Heimatorte. Wir haben uns also um Passierscheine gekümmert, damit jeder nachweisen kann, dass er von einer Dienstreise kommt, wenn wegen der Ausgangssperre eine Kontrolle anstehen sollte.“

Auch zum Rückspiel des HTV Hemer am Sonntag soll es eine Übertragung im Internet geben, ein Link soll noch eingestellt werden unter https://www.sgsk-handball.de

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