Rollhockey

Iserlohner scheitern erst im Finale

Iserlohns Vizebürgermeister Michael Scheffler (Bildmitte) musste die ERGI-Spieler trösten.

Iserlohns Vizebürgermeister Michael Scheffler (Bildmitte) musste die ERGI-Spieler trösten.

Foto: Max Winkler

I  Bei der Deutschen U17-Meisterschaft schwächelt die ERGI ausgerechnet im letzten Spiel.

Vor vier Jahren holte die U13 der ERG Iserlohn im Nachwuchsbereich den ersten Meistertitel für den Verein, am Sonntag war das fast identische Team nahe dran, diesen Erfolg zu wiederholen. Der Iserlohner Rollhockey-Nachwuchs scheiterte jedoch in der spannenden Neu-Auflage des Vorjahresfinals abermals an Titelverteidiger Cronenberg, der im ersten Gruppenspiel den Gastgebern am Samstag noch unterlegen war.

„Natürlich sind wir enttäuscht, wir haben mehr erwartet“, gestand ERGI-Jugendleiter Guido Rath unmittelbar vor der Siegehrung, die Vereins-Chef Ralf Henke mit Iserlohns stellvertretendem Bürgermeister Michael Scheffler und dem Kreissportbund-Vorsitzenden Günther Nülle vornahm. „Wir haben das Spiel selbst aus der Hand gegeben“, ärgerte sich Trainer Adrian Börkei, er war allerdings mit der Platzierung zufrieden: „Wir sind immerhin Vizemeister geworden.“

Adrian Börkei ärgert sich über Schiedsrichter

Finale: ERG Iserlohn - RSC Cronenberg 1:4 (1:1). Vor 200 Zuschauern suchten beide Teams von Beginn an die Entscheidung. Die ERGI war spielerisch überlegen, vergab jedoch durch Marco Aleixo, Finn Iwanowski oder Christiano Neves Riesenchancen, während auf der Gegenseite Cronenbergs Kapitän einen leichtsinnigen Ballverlust der Iserlohner an der Mittellinie sofort bestrafte (5.). Iserlohn blieb besonnen und glich durch Aleixo aus, als er einem RSC-Akteur frech von hinten den Ball „klaute“.

Mit zunehmender Spieldauer stiegen in Hälfte zwei Spannung und Emotionen. Börkei und sein Co-Trainer Marc Rue waren an der Bande kaum zu beruhigen, als der Schiedsrichter nach einem klaren Foul am alleine auf das RSC-Gehäuse zulaufenden Aleixo den Iserlohnern einen Penalty verweigerte. Wenig später musste der Coach mit ansehen, wie Cronenberg eiskalt seine Chancen zu einem Drei-Tore-Vorsprung nutzte. Iwanowski betrieb 54 Sekunden vor dem Ende lediglich noch etwas Ergebniskosmetik. „Das Finale war unsere schwächste Partie. Das ist der größte Fehler, den man machen kann, wenn man nach drei guten Spielen ausgerechnet das letzte voll vor die Wand fährt“, meinte Börkei.

Halbfinale: ERGI - TuS Düsseldorf Nord 4:1 (0:0). In der Meisterschaft gehört Düsseldorf zu den Angstgegnern der Iserlohner, sie konnten die Rheinländer noch nie bezwingen. Die Zuschauer sahen ein äußerst spannendes Spiel, das im ersten Durchgang trotz Chancen auf beiden Seiten torlos blieb. Das lag auch an den beiden überragenden Torleuten. Doch in der 18. Minute war Düsseldorfs Keeper machtlos, als Aleixo einen sehenswerten Angriff über Neves und Iwanowski zur Führung abschloss. Aleixo revanchierte sich wenig später und legte für Iwanowski auf, der aus der Luft den Ball zum 2:0 ins Netz beförderte (21.) Düsseldorf konnte nach einem Abpraller verkürzen (22.), aber keine 60 Sekunden später traf erneut Iwanowski nach energischer Einzelleistung zum 3:1 (23.). Der Torschütze war am Vortag noch enttäuscht, weil er in den Gruppenspielen torlos geblieben war. „Die wichtigen Tore schießt man in den entscheidenden Spielen“, hatte Vater Thorsten Iwanowski, bekanntlich langjähriger Bundesligaspieler und Trainer der ERGI, seinen Sohn wieder aufgebaut. Und der traf prompt auch noch zum 4:1-Endstand. „Das war eine super Mannschaftsleistung. Jeder hat für den anderen gekämpft“, lobte Börkei sein Team.

Mühsamer Arbeitssieg zum Auftakt der Gruppenspiele

Vorrunde: ERG – RSC Darmstadt 1:0 (1:0). Er war ein mühsamer Arbeitssieg zum Auftakt der Gruppenspiele. Das Ergebnis stand nach Aleixos Blitztor schon nach neun Sekunden fest. „Wir haben mit der Brechstange agiert“, meinte Börkei und hob allein seine Torhüter hervor. In der ersten Hälfte hielt Leander Rath, in der zweiten Fabio Silva den Sieg fest.

RSC Cronenberg – ERGI 1:3 (0:2). Gegen den Titelverteidiger starteten die Iserlohner gut und gingen durch Aleixo sowie Neves, der einen Penalty verwandelte, mit 2:0 in Führung. In Überzahl verpassten die Gastgeber einen höheren Vorsprung. Die Partie wurde zunehmend hektischer. Cronenberg erhöhte den Druck und verkürzte mit einem berechtigten Penalty. Nach einer feinen und erfolgreich abgeschlossenen Einzelleistung durch Aleixo zum 3:1 schien die Partie gelaufen, aber die Gäste gaben nicht auf und scheiterten mehrfach am überragenden Silva.

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