Eishockey

Iserlohn Roosters lassen Punkt liegen

Lesedauer: 4 Minuten
Lange Zeit sah Iserlohns gefährlichstes Sturmduo Casey Bailey (kniend) und Joe Whitney kein Land gegen die Tigers-Verteidigung. Doch in der Verlängerung legte Bailey für Whitney das Siegtor auf.

Lange Zeit sah Iserlohns gefährlichstes Sturmduo Casey Bailey (kniend) und Joe Whitney kein Land gegen die Tigers-Verteidigung. Doch in der Verlängerung legte Bailey für Whitney das Siegtor auf.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Gegen die Nürnberg Ice Tigers steigert sich das Tapper-Team, kommt aber erst in der Verlängerung zum Sieg.

In der 64. Minute war der Jubel groß. Joe Whitney hatte die Iserlohn Roosters soeben zum Sieg über die Nürnberg Ice Tigers geschossen, und damit nach einem etwas seltsamen Spiel noch für ein erfolgreiches Ende gesorgt.


Eishockey, DEL: Iserlohn Roosters - Nürnberg Ice Tigers 3:2 n.V. (2:1, 0:0, 1:0). Man hatte allgemein mehr vom vom Spiel erwartet, besonders vom ersten Drittel. Denn Roosters-Coach Brad Tapper betonte noch am Tag zuvor, wie heiß seine Jungs nach der Oster-Quarantäne seien und wie viel Spaß sie im Training gehabt hätten. Doch von Spielfreude, oder gar einer Kampfansage à la „Wir sind hier zuhause und Ihr habt hier nichts zu lachen“ konnte keine Rede sein.

Die Roosters spielten im ersten Drittel behäbig und statisch, Nachlässigkeiten kamen noch hinzu. Die Körpersprache war mit der von sehenswerten Auftritten wie gegen München oder Mannheim nicht zu vergleichen. Und dann patzte nach gut 40 Sekunden auch noch ausgerechnet Taro Jentzsch, der als potenzieller Rookie des Jahres unter besonderer Beobachtung steht, indem er die Scheibe an Eric Cornel verlor, der den direkten Weg zum Tor suchte und Andy Jenike überwand.

So ein frühes Gegentor kann aber auch einen Hallo-Wach-Effekt haben. Dass die Roosters nur 25 Sekunden nach dem Rückstand ausglichen, schien genau dafür ein Zeichen zu sein. Über Jentzsch, der die richtigen Schlüsse aus seinem frühen Fauxpas zog, und Griffin Reinhart landete de Scheibe bei Philip Riefers, der Marcus Weber austanzte und Nürnbergs Keeper Niklas Treutle tunnelte.

Beim 1:2 in der neunten Minute befanden sich die Roosters im Tiefschlaf. Elf Sekunden dauerte zu diesem Zeitpunkt das Überzahlspiel der Gäste, blitzschnell hatten sie ihre Formation gefunden. Brett Pollock zog von links ab, in der Mitte hielt Daniel Schmölz den Schläger hin. Iserlohn sollte bis zur Pause nicht mehr wirklich ins Spiel finden. Die Gastgeber nahmen zwar das Heft des Handelns in die Hand, ohne aber gefährlich zu werden.

Überlegenheit ohne klareChancen im zweiten Drittel

In der Pause muss es die richtige Ansprache gegeben haben, denn im überlegen geführten Mittelabschnitt gab es zunächst auch vielversprechende Gelegenheiten. Ryan O’Connor, und Joe Whitney, der schon im Spiel zuvor gegen Mannheim etwas untergetaucht war, zielten aber nicht genau genug. Es war aufgrund der Überlegenheit ohne die zwingenden Torchancen ein eigenartiges Drittel. Phasenweise sah es so aus, als wollten sie es zu perfekt machen. Statt draufzuhalten gab es hier noch einen Pass und dort eine Aktion. Im gesamten Drittel gab es nur eine Strafe, die Nürnbergs Tyson McLellan wegen übertriebener Härte kassierte, die aber keine Konsequenzen nach sich zog.

Anders als nach dem ersten Drittel schien das Glas für die Roosters aber jetzt halbvoll zu sein. Der Eindruck täuschte nicht. Brent Aubin setzte sich stark über die rechte Seite durch, bediente dann Riefers, der sich zentral im „Slot“ angeboten hatte und den heranstürmenden Marko Friedrich sah – und der knallte die Scheibe 65 Sekunden nach Wiederbeginn rechts an Treutle vorbei in die Maschen – 2:2. Als Initialzündung für einen Sturmlauf taugte der Ausgleichstreffer allerdings nicht. Exakt zwei Minuten später verhinderte der Ex-Nürnberger Jenike gegen Timo Walther den erneuten Rückstand, zur Mitte des Schlussdrittels vergab Nürnbergs Nummer 18 erneut. Dazwischen hieß es wieder Powerplay für die Roosters. Es blieb bei guten Möglichkeiten für Brent Aubin und Ryan O’Connor. Nürnberg erhöhte vor allem gegen Ende des Spiels noch einmal den Druck und belagerte das Iserlohner Tor. Doch es blieb auch nach 60 Minuten beim Gleichstand. Mit Blick auf das Play-off-Rennen fiel die Beute zu gering aus – soviel stand schon mal fest. Und nach 37 Sekunden Overtime deutete sich noch größeres Unheil an, als Friedrich für zwei Minuten auf die Strafbank musste. 68 Sekunden dauerte das Unterzahlspiel, dann leistete sich Pollock einen Stockschlag, kurz darauf schlug Joe Whitney zu.

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