Rollhockey

Große Bühne für Randsportarten

Die vier Spielerinnen der ERG Iserlohn gewannen bei den Word Roller Games vielfältige Eindrücke.

Die vier Spielerinnen der ERG Iserlohn gewannen bei den Word Roller Games vielfältige Eindrücke.

Foto: Privat

Barcelona/Iserlohn.  Nach den World Roller Games in Barcelona: ERGI-Spielerinnen schildern ihre Eindrücke.

Wer zwei Jahre zuvor bei den letzten World Roller Games mit der Bronzemedaille nach Hause gekommen ist, könnte nun mit Rang sechs im Gepäck Enttäuschung verspüren. Doch die deutschen Rollhockeyfrauen, bei denen Serienmeister ERG Iserlohn mit dem Quartett Maren Wichardt, Katharina und Franziska Neubert sowie Torhüterin Anna-Lena Behrens (sie stand gegen Frankreich im Aufgebot) die Basis bildet, ziehen nach dem Weltmeisterschaftsturnier in Barcelona eine positive Bilanz.

„Wir haben als Mannschaft eine gute Leistung geboten. Und unsere beiden knapp verlorenen Gruppenspiele gegen Italien und Portugal hätten wir ebensogut gewinnen können. Dann wäre es sicher anders gelaufen“, bilanziert Spielführerin Wichardt. Und Kollegin Katharina Neubert pflichtet ihr bei. „Bei nur acht Mannschaften ist das Niveau enorm hoch, es gibt kein leichtes Spiel.“ Die Deutschen sehen sich also nach wie vor in der Weltspitze, und sie genossen eine Woche lang die große Bühne in Spanien.

Elf Rollsport-Disziplinen, vom Speed-Skating über den Rollkunstlauf bis zum Inline-Hockey, präsentierten sich an 13 Schauplätzen in fünf Städten und ermittelten ihre Meister. 81 Länder, über 4000 Aktive, 128 Wettbewerbe: Es ist ein Event der Superlative, und das tut der Randsportart Rollhockey nach Überzeugung der Iserlohnerinnen gut. „Es ist einfach viel mehr los, und die Spanier haben das richtig gut organisiert“, meint Maren Wichardt. Ebenso wie ihre Mitstreiterinnen bedauert sie, dass es bei sechs Spielen in acht Tagen kaum Gelegenheit gab, bei anderen Sportarten vorbei zu schauen. Schließlich kosteten die Transfers vom Ferienhaus, das die Mannschaft gemietet hatte, zu den Spielorten Barcelona und Villanova recht viel Zeit. Am ersten der beiden freien Tage stand der Besuch bei den Rollhockey-Männern auf dem Programm. „Und den zweiten Tag haben wir gebraucht, um zu regenerieren“, ergänzt Katharina Neubert. Zumal die Belastung durch enorme Hitze bis nahe 40 Grad gesteigert wurde. „In Barcelona war die Halle klimatisiert, in Villanova nicht. Das war schon richtig kuschelig“, schildert Wichardt die schweißtreibenden Begleitumstände.

Der Zuspruch bei den Rollhockeyspielen war groß, so verfolgten rund 700 Zuschauer das Viertelfinalspiel der deutschen Mannschaft gegen Spanien, und den Finaltriumph der Gastgeberinnen sahen über 3000 Besucher. „Aber die Hallen in Barcelona sind riesig, so dass es manchmal ziemlich leer wirkt“, verweist die ERGI-Spielertrainerin auf die Spielstätten nahe des Olympiastadions und des Camp Nou, wo die Fußballprofis des FC Barcelona zu Hause sind. Hier gab es eine Fanmeile, auf der an allen Tagen mächtig Betrieb herrschte.

3000 Zuschauer sehen den Finalsieg der Spanierinnen

Die Iserlohnerinnen erfuhren in vielen Gesprächen am Rande, dass die Zuschauer diese Rollsport-Präsentation durchaus zu schätzen wussten. Es gab gut abgestimmte Shuttles, so dass mehrere Veranstaltungen an einem Tag besucht werden konnten.

Die WM in Barcelona endete für das deutsche Team aber auch mit einer Portion Wehmut. Bundestrainer Quim Puigvert hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass es seine Abschiedsvorstellung werden würde. Über die Nachfolge hat der Verband noch nicht entschieden.

Während bei den Frauen die Gastgeber triumphierten, mussten sie sich bei den Männern mit dem Spiel um Bronze begnügen - das sie mit 5:0 gegen Frankreich gewannen. Weltmeister wurde Portugal nach dem 2:1 gegen Argentinien. Das deutsche Team spielte parallel die Interkontinentalmeisterschaft, also eine B-WM. In der Vorrunde landete die ohne einen ERGI-Spieler angetretene Mannschaft hinter der Schweiz auf Rang zwei. Im Viertelfinale folgte das 4:1 gegen Großbritannien, ehe man sich im Halbfinale mit 5:7 Mozambique beugen musste. Im Spiel um Platz drei gab es gegen die Schweiz nach Verlängerung eine 4:7-Niederlage. Bei den nächsten Word Roller Games, die 2021 in Argentinien stattfinden sollen, gibt es also auch keinen Platz im Elitefeld.

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