Fußball

Gemischte Gefühle zum Restrunden-Start

Gleich zum Punktspiel-Auftakt 2020 hat der SC Hennen die Chance, dem ASSV Letmathe tabellarisch gesehen davonzulaufen. Oder kann der ASSV den Abstand verkürzen? Am Sonntag gibt’s die Antwort.

Gleich zum Punktspiel-Auftakt 2020 hat der SC Hennen die Chance, dem ASSV Letmathe tabellarisch gesehen davonzulaufen. Oder kann der ASSV den Abstand verkürzen? Am Sonntag gibt’s die Antwort.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Die Vorbereitung beim Iserlohner Fußball-Bezirksliga-Quartett hätte vielversprechender laufen können.

Die heimischen Fußball-Bezirksligisten dürfen sich freuen: Ein Sturmtief oder eine vergleichbare Extremwetterlage, wie sie dem FC Iserlohn vor einer Woche den Meisterschaftsstart vermasselte, ist nicht in Sicht. Sinopspor Iserlohn und der ASSV Letmathe, die auf Abstiegsplätzen überwintert haben, können also ihre Aufholjagden starten, der SC Hennen will sich schnell aller Abstiegssorgen entledigen und der SSV Kalthof seinen Platz unter den Top Fünf der Liga verteidigen. Vor dem Restrundenstart haben alle Klubs ihre Perspektiven bewertet.

Zehn Punkte auf das rettende Ufer hat Aufsteiger Sinopspor aufzuholen. Und weil das nur gelingen kann, indem nicht wieder so viele Gegentore kassiert werden (72 in 17 Spielen), wurde mit Torwart Emre Aksoy (VTS Iserlohn), den variabel einsetzbaren Defensivspielern Samet Topcu, Erkan Cam und Serkan Özcan vor allem hinten nachgebessert. Auch Baris Yildiz (SG Hemer) ist neu dabei, er orientiert sich eher nach vorne.

Sinopspor bestritt 2020 noch kein Spiel unter freiem Himmel

Das Team absolvierte eine unübliche Vorbereitung. Testspiele: Fehlanzeige. Die einzige angesetzte Partie gegen Plettenberg fiel vergangene Woche dem Wetter zum Opfer. Auch Trainingseinheiten auf dem Feld gab gefühlt zu wenige. Vielfach habe das Wetter nicht mitgespielt, erklärt Vorstandsmitglied Rüshan Yagli. Stattdessen wurde ausgiebig in der Halle gekickt. Das Integrationsturnier richtete Sinopspor kurz vor Weihnachten selbst aus, ebenso die Stadtmeisterschaft. Es folgten Teilnahmen am Krombacher-Cup in Plettenberg (Platz eins) und beim Super-Cup in Sundern (Platz zehn). Yagli: „Wir haben an der mentalen Fitness gearbeitet. Die Jungs brauchten nach der Hinrunde Erfolgserlebnisse.“

In die restlichen 13 Rückrundenspiele startet das Team ohne ihren Trainer. Özer Cakar bekam vom Verein die Zeit, um sich ganz seiner jungen Familie zu widmen, um die Mannschaft kümmert sich vorerst Erdal Gündüz. Laut Yagli führt der Vorstand in der Trainerfrage momentan Gespräche.

Mit sechs Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz steht der ASSV Letmathe etwas besser dar als der Lokalrivale vom Seilersee. Das große Plus der 98er: Vor einem Jahr war die Lage noch bedrohlicher, trotzdem landete man am Saisonende über dem Strich – auch ein Verdienst von André Hoßdorf, der damals als Retter geholt wurde und der nach der überraschenden Trennung von Trainer Aykan Kutlu wieder mit im Boot sitzt – jetzt als Assistent von Marco Winner, der vom Co zum Chef aufgestiegen ist.

Laut Hoßdorf verlief die Vorbereitung mäßig. „Vor einem Jahr hatten wir das Problem, dass wir kaum auf den Platz konnten. Diesmal kamen viele kleine Verletzungen dazwischen, die unsere Spieler zurückgeworfen haben. Besonders die Neuen hat’s erwischt.“

Das große Ziel ist natürlich der erneute Klassenerhalt, und Hoßdorf ist guter Dinge, dass er geschafft werden kann. „Es wie in jedem Jahr: Eine Mannschaft, die vor uns steht und nichts Böses ahnt, rutscht unten rein. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“

Den SC Hennen wird Hoßdorf kaum gemeint haben. Die „Zebras“ belegen den ersten Nichtabstiegsplatz, sind sich dem Ernst der Lage also bewusst und pikanterweise kommt es am Sonntag zum Duell mit Letmathe. Hennens Trainer Holger Stemmann tut sich mit einer Bewertung der Vorbereitung schwer. „Wenn man die nackten Ergebnisse unserer Testspiele betrachtet, waren wir sicher nicht erfolgreich. Wir haben hinten zu viele Tore kassiert und vorne zu viele Chancen liegen gelassen. Aber zum Ende der Vorbereitungszeit ist bei meiner Mannschaft die Spannung gestiegen.“

Mit dem Leistungsstand ist er dennoch zufrieden. Krankheitsbedingt mussten zwar immer wieder Spieler das Pensum drosseln oder ganz aussetzen, „aber dieses Schicksal teilen wir mit vielen anderen Mannschaften“, weiß Stemmann. Mit Nils Cala, Vincent Kemper, Ersin Üstün und Cagdas Yetim stießen vier neue Leute im Winter dazu, allen attestiert der Trainer, dass sie gut ins Team integriert sind.

Der SSV Kalthof plant schon über das Saisonende hinaus

Ein ähnliches Vorbereitungsfazit zieht Arlindo Henriques, Sportlicher Leiter des SSV Kalthof – Iserlohns einzigem Bezirksligisten, der einer komplett sorgenfreien Restrunde entgegen blickt. Vierter sind die Blau-Gelben, und in dieser Tabellenregion soll die Saison auch beendet werden. „Unsere Vorbereitung war nicht überragend, aber auch nicht schlecht. Wir sind im Soll. Ich denke nicht, dass wir große Probleme bekommen werden.“ Personell tat sich beim SSV im Vergleich zu den anderen Iserlohner Mannschaften wenig. Mit Bahtiri, Dindar und Wileczelek (SV Deilinghofen/Sundwig) gab es drei Abgänge, beim einzigen Neuen, Torwart Björn Willms, gerät Henriques ins Schwärmen: „Er ist ein Bomben-Torwart und ein richtig toller Typ. Langfristig ist angedacht, dass er zum Trainerteam stößt.“

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