Eishockey

Gelingt Griff nach dem rettenden Strohhalm?

Für die Roosters geht es heute in Bremerhaven um die letzte Chance im Kampf um das Viertelfinale.

Für die Roosters geht es heute in Bremerhaven um die letzte Chance im Kampf um das Viertelfinale.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Roosters setzen im Kampf um ihre letzte Chance auf gängige Parolen und die Hoffnung auf Steigerung.

Natürlich habe er schlecht geschlafen, ließ Rob Daum einen Blick in sein Inneres zu. Auch dem Roosters-Trainer hatte die Niederlage gegen Bremerhaven zum Start der 1. Play-off-Runde ordentlich zugesetzt. Eine derartige Abfuhr war nicht erwartet worden. Man habe eben nicht genug getan, um ein Play-off-Spiel zu gewinnen. „Und daher haben wir das bekommen, was wir verdient haben.“

Mit „nicht genug getan“ kritisierte der Coach nicht die Einsatzbereitschaft, sondern die hohe Fehlerquote und die Unentschlossenheit. Auf Nervosität will er die Niederlage indes nicht zurückführen. „Geschenke“, urteilt der Kanadier. „Alle Gegentore waren vermeidbar.“ Manager Karsten Mende unterstützt ihn in dieser Einschätzung und moniert ebenfalls die Unaufmerksamkeiten bei den Gegentoren, streicht aber auch die Stärke der Gegners heraus: „Bremerhaven ist schließlich keine Laufkundschaft.“

Den ersten Abschnitt bewertet Daum als ausgeglichen, im zweiten sei sein Team dominanter geworden und habe sich Chancen erspielt. Doch er vermisste die allerletzte Entschlossenheit, die Kaltschnäuzigkeit. Mit einer Führung hätte das Match möglicherweise einen anderen Verlauf genommen. „Doch dafür haben wir nicht genug getan.“ Nicht zum ersten Mal in dieser Saison hakte es massiv im Abschluss. Daum: „Das war bei Bremerhaven anders, die haben ihre Möglichkeiten genutzt.“

Oscar Eklund fällt wegeneiner Verletzung aus

Allerdings möchte der Trainer nicht, dass man das Spiel am Mittwoch auf eine Stufe mit der Heimpleite gegen Schwenningen am vorletzten Hauptrundenspieltag gestellt wissen. „Gegen Schwenningen haben wir wirklich schlecht gespielt.“ Aber nicht am Mittwoch.

Beim gestrigen Training, das von Karsten Mende an der Bande aufmerksam verfolgt wurde, ging es konzentriert zur Sache. Und es wurde auch viel gesprochen, denn nun spiele sich sehr viel im mentalen Bereich ab, erläutert der Trainer. Im Vergleich zum Mittwochspiel muss er eine Änderung zwangsläufig vornehmen. Denn Verteidiger Oskar Eklund hat sich verletzt und fällt definitiv aus, auch in einem möglichen Viertelfinale wird er nach aktuellem Stand nicht zur Verfügung stehen. Eklund war bei einem Check verletzt worden. Unterdessen standen Boris Blank und Marko Friedrich auf dem Eis, auch sie hatten nach Attacken ihrer Gegenspieler Blessuren erlitten.

Eklunds Ausfall ermöglicht dem bislang enttäuschenden Stürmer Chad Costello, Play-off-Luft zu schnuppern. Am Mittwoch musste er als überzähliger Kontingentspieler aussetzen. Zudem stellt Daum das Comeback von Chad Bassen in Aussicht. In den Line-ups wird es somit also definitiv einige Umstellungen geben. Im Tor allerdings nicht. Hier ist Sebastian Dahm gesetzt.

Folgt schwacher Leistung nun wieder ein starker Auftritt?

Ob Umstellungen, Training und Gespräche fruchten? Mit dem heutigen Duell an der Nordsee (19.30 Uhr) geht es jedenfalls um Alles oder Nichts. Der Modus „best of three“ bietet nur eine einzige Chance, die Auftaktniederlage zu reparieren. Saisonaus oder eigenen Matchball am Sonntag am Seilersee also? Der Druck ist also groß. „Aber er liegt auf beiden Seiten“, spielt Daum den Puck weiter an die heutigen Hausherren. „Denn Bremerhaven will sicherlich nicht noch einmal nach Iserlohn kommen“, ist sich Daum sicher. Der Spielbeginn für ein drittes Spiel am Sonntag wird erst nach den heutigen Partien festgelegt.

Der Coach verbreitet Zuversicht, was letztendlich auch sein Job ist. Seinen Optimismus begründet er mit zum Teil erstaunlich starken Leistungen gegen Top-Sechs-Teams. Und mit Comeback-Qualitäten nach schlechten Spielen, wie zuletzt beim Sieg in München nach dem desolaten Duell gegen die Wild Wings 48 Stunden zuvor. „Wenn wir so spielen, wie wir es können, sieht es gut aus“, ist Daum von den Fähigkeiten seines Teams überzeugt. Und deshalb ist er zuversichtlich: „Wir sehen uns am Sonntag wieder!“

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