Fußball

Fehlende Konstanz trübt die Bilanz

Kapitän Lukas Lenz erlebte nicht sein bestes Jahr beim FCI, Leon Enzmann (li.) enttäuschte krass.

Kapitän Lukas Lenz erlebte nicht sein bestes Jahr beim FCI, Leon Enzmann (li.) enttäuschte krass.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Der FC Iserlohn lief in der abgelaufenen Saison schon früh der Musik hinterher.

Die Saison 2017/2018 hatte Spuren hinterlassen, denn nur mit Glück war Fußball-Westfalenligist FC Iserlohn dem Abstieg entgangen. Nach der schwächsten Spielzeit der Klubhistorie sollte es mit einem qualitativ und quantitativ aufgewerteten Kader aufwärts gehen. Unter die ersten Fünf zu kommen, war das Minimalziel, und ein wenig schielte man am Hemberg im August 2018 durchaus auf die Spitzenplätze. Gut neun Monate später steht Rang neun in der Abschlussbilanz – und damit eine weitere Enttäuschung.

Die mit reichlich Vorschusslorbeer bedachte Mannschaft absolvierte eine solide Vorbereitung, setzte den Saisonstart aber völlig in den Sand. Drei Niederlagen zum Auftakt führten dazu, dass Christian Hampels Schützlinge gleich wieder der Musik hinterher liefen. Die Reaktion fiel mit drei Siegen in Folge (Torverhältnis: 8:0) zwar vielversprechend aus, doch dann stand die Fahrt zum damaligen Schlusslicht und späteren Aussteiger TSV Marl-Hüls an, und der FCI blamierte sich beim 0:5. Dass dieses Resultat in der zweiten Serie aus der Wertung genommen wurde, trug bezeichnenderweise dazu bei, dass die Iserlohner zumindest nicht in Abstiegsgefahr gerieten. Denn andere Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte hatten gegen Marl natürlich gewonnen und waren die Punkte wieder los.

Schwache Heimbilanz und viele verschenkte Punkte

Dem 0:5 folgten vier Spiele mit nur einem Zähler, womit sich frühzeitig abzeichnete, dass die Iserlohner ihr Saisonziel wieder verfehlen würden. Bis zur Winterpause wechselten Licht (Siege in Wickede und Lünen) und Schatten (Heimpleite gegen Schüren), und bei nur 18 Punkten auf dem Konto gab es reichlich Luft nach oben. Die Rückrunde verlief auch besser, nur ein stabiles Hoch gelang der Mannschaft nicht. Und die klägliche Heimbilanz vergraulte immer mehr Zuschauer.

Die Niederlagen in Lennestadt und Schüren waren ebenso unnötige wie die abschließenden Heimpleiten gegen Wickede und Finnentrop, so dass sich der FCI mit etwas mehr Engagement durchaus noch auf Rang fünf hätte schieben können. Doch diesem Kader fehlten Leidenschaft und absoluter Siegeswille. Vor ein paar Jahre war noch von den „Mentalitätsmonstern“ die Rede, in der Saison 2018/2019 spulte hingegen ein oftmals lustloses Ensemble nicht mehr als das Pflichtpensum ab.

Festmachen lässt sich die schwache Bilanz an zwei Namen: Leon Enzmann und Pascal Beilfuß waren dank höherklassiger Erfahrung die großen Hoffnungsträger am Hemberg, doch statt Leitfiguren zu werden, verharrten sie in der Mitläuferrolle.

Weil viele andere frühere Leistungsträger kein gehobenes Liganiveau mehr erreichten, konnte am Ende nicht mehr als Mittelmaß gelingen. Zum Glück hatte der FCI aber einen Torhüter wie Daniel Dreesen, einen Dauerläufer wie Kevin Meckel und einen Goalgetter wie den nachverpflichteten Johannes Zottl. Wer weiß, wie die Serie ohne sie gelaufen wäre?

Dass nach einer weiteren enttäuschenden Saison nun der große Umbruch vollzogen wird, ist nachvollziehbar und auch notwendig. Und wenn beim neuen Kader die Charakterstärke etwas ausgeprägter ausfällt als beim alten, wäre das schon einmal ein guter Ansatz.

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