Fussball

„Es ist letztlich egal, wer trifft“

Denis Rödel schießt Tore am Fließband für Borussia Dröschede.

Denis Rödel schießt Tore am Fließband für Borussia Dröschede.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Denis Rödel schießt mit seinem Sturmpartner Kingsley Nweke die Tore auf der Emst.

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„Ich habe gerade noch Kingsley Nweke eine WhatsApp-Nachricht geschrieben. Wir verstehen uns hervorragend“, berichtet Denis Rödel, Stürmer beim Fußball-Landesligisten Borussia Dröschede, als wir ihn telefonisch erreichen. Der 33-Jährige hat sechs der letzten acht Tore für den Klub von der Emst erzielt und zusammen mit seinem Sturmpartner Nweke 18 der bislang 25 Saisontore der Borussia.

Die beiden Angreifer kennen sich, haben vor ein paar Jahren schon beim FC Iserlohn zusammen gespielt. „Da war ich allerdings auf der Außenbahn unterwegs, da hatten wir nicht den unmittelbaren Kontakt“, erinnert sich Rödel. Heute sind die Rollen anders verteilt, die beiden laufen und ackern füreinander und legen sich gegenseitig die Bälle auf.

Gerade für Rödel war das in den letzten Wochen wichtig, denn mit seiner Kernkompetenz, dem Toreschießen, wollte es einfach nicht klappen. „Ich hatte mich gleich im ersten Spiel beim BSV Menden verletzt und mich in den folgenden Wochen durchgeschleppt“, berichtet der zweifache Familienvater. Ein großes Problem war das nicht, weil sein Sturmpartner Nweke die Tore schoss, doch zuletzt zeigte auch Rödel wieder seine Qualitäten.

Auffällig im Zusammenspiel zwischen den beiden Torjägern ist die stetige Bereitschaft, dem Kollegen einen Treffer zu gönnen. „Es ist letztlich egal, wer trifft. Ich muss rückblickend sagen, dass ich so einen Sturmpartner noch nicht an meiner Seite hatte“, sagt Denis Rödel, der aber auch den Rest der Mannschaft nicht vergisst: „Wir haben in diesem Jahr viele Eigengewächse mit der richtigen Einstellung dabei. Es ist eine tolle Mannschaft.“

Für den Stürmer der Borussia ist Dröschede vermutlich die letzte Station in einer langen Karriere. „Es ist bei mir immer die Frage des Fitnesszustands. Wenn die jungen Spieler an mir vorbeilaufen, dann höre ich auf“, sagt er - wohlwissend, dass ihm die meisten Akteure läuferisch nicht das Wasser reichen können.

Denis Rödel ist ehrgeizig und hat viel Spaß an seinem Sport, den er neben einem anspruchsvollen und zeitintensiven Job im Außendienst und seiner Rolle als Vater des kleinen Miguel (5 Jahre) und der kleinen Mia (1) mit großem Engagement ausfüllt. „Die beiden halten mich auf Trab, doch ein großer Dank geht da vor allem an meine Frau Cassandra, die mich in meiner Leidenschaft für den Fußball stets unterstützt hat. Sonst würde es nicht gehen“, macht Denis Rödel deutlich, der 2016 auf die Emst zurückgekehrt ist. Dort hatte er etliche Jahre zuvor unter Regie von Christian Hampel den erstmaligen Sprung mit dem Verein in die Westfalenliga geschafft. Danach folgten Stationen in Rhynern (Oberliga), beim FC Iserlohn und beim SV Hohenlimburg 10.

Nach drei Treffern gibt es eineKiste für die Mannschaft

Wie lange er noch spielen will, weiß er nicht. „Andreas Friedberg hat mal gesagt, wenn ich verletzungsfrei bleibe, könnte ich auch mit 40 noch am Ball sein“, erzählt Rödel. Ein wesentlicher Faktor ist der Spaß. Nach dem Spiel geht er meist zur Familie nach Hause. „Aber wenn man drei Tore schießt, wie zuletzt gegen Drolshagen, muss man schon einmal eine Kiste schmeißen. Dann dauert es etwas länger.“

Sportlich ist für Denis Rödel die Rückkehr in die Westfalenliga mit der Borussia durchaus noch ein Ziel. „Wenn man Fußball spielt, möchte man das möglichst hoch machen“, stellt er fest. Zunächst steht für ihn und sein Team am Sonntag aber eine hohe Hürde in Hünsborn auf dem Programm. „Das ist ähnlich schwierig wie unlängst in Hagen“, ahnt Rödel, der im Moment mit seiner Borussia auf der Erfolgswelle schwimmt.

„Allerdings müssen wir uns den Erfolg Woche für Woche hart erarbeiten. Doch wir haben ein gutes Trainergespann, das es schafft, die Dinge in die richtigen Bahnen zu lenken“, ist Denis Rödel überzeugt. Wenn er weiter so trifft wie zuletzt, oder auch nur die Bälle für Kingsley Nweke auflegt, dann dürfte ein Ende des Höhenfluges so schnell nicht in Sicht sein.

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