Handball

Ein Hoffnungsträger liegt auf Eis

HTV-Neuzugang Karol Zechmeister wird seit Saisonbeginn von Verletzungen geplagt.

HTV-Neuzugang Karol Zechmeister wird seit Saisonbeginn von Verletzungen geplagt.

Foto: Dennis Echtermann

Hemer.  Neuzugang Karol Zechmeister ist nach dem Wechsel zum HTV von Verletzungen geplagt.

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Im personellen Umbruch des HTV Hemer war er das erste neue Gesicht: Karol Zechmeister, 29-jähriger Slowake, mit einigen Handball-Meriten ausgestattet und daher einer der Hoffnungsträger des Oberligisten für die Saison 2019/2020. Doch es ist nicht sein Jahr. „Ich war in meiner gesamten Karriere nie ernsthaft verletzt, allenfalls mal ein Nasenbeinbruch“, erläutert der hoch gewachsene Rückraumspieler.

Doch schon in der Vorbereitung hatte er Beschwerden im rechten Knie, und die verhinderten es, dass er in neuer Umgebung sein volles Potenzial entfalten konnte. Was mit einer Innenbanddehnung harmlos begann, entwickelte sich zu einem echten Problem, das ihn nach dem Spiel in Soest völlig außer Gefecht setzte. „Das ist total traurig, ich will dem HTV unbedingt helfen“, sagt Zechmeister. Aktuell hat er nach Belastung stets Schmerzen, im Knie hat sich Blut angesammelt, und ein MRT-Termin in der nächsten Woche soll endgültige Klarheit über die Schwere der Verletzung bringen.

Über einen Spielerberater wurde der Kontakt nach Hemer geknüpft, als er noch in Eggenburg in der zweiten österreichischen Liga aktiv war. Zwei Jahre spielte er im Nachbarland, aber das sagte ihm nicht zu. „Es läuft dort in der zweiten Liga nicht sehr professionell. Manche Spieler lassen das Training wegen irgendwelcher anderen Dinge ausfallen, und das ist nicht meine Welt.“

Also plante er die Rückkehr nach Deutschland, und Zechmeister ließ sich mit Ehefrau Michaela und Sohn Lukas (14 Monate) in Solingen nieder. Aus der Heimat zog es ihn schon 2015 dorthin, weil er nicht länger von seiner damaligen Freundin und heutigen Frau getrennt sein wollte. In der Slowakei hatte er es zum Nationalspieler gebracht hatte, die Auswahl bewegt sich jedoch auf einem Niveau fernab der Erstklassigkeit.

Solingen ist nicht weit von Leichlingen entfernt, und beim Handball-Drittligisten aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis fand Zechmeister ein neues Betätigungsfeld. Dass er auch nach dem Österreich-Intermezzo in diese Region zurückkehrte, lag an seiner Frau. Sie arbeitet in der Buchhaltung eines Solinger Unternehmens und spielt nebenbei Handball beim Bergischen HC.

Vom Wohnort Solingenzum Training nach Hemer

Damit war die Rollenverteilung nach der Geburt des Sohnes klar: Karol stieg in die Elternzeit ein und kümmert sich um den Nachwuchs. „Nebenbei habe ich einen kleinen Job bei einem Gebäudeservice, aber ich wollte mich in diesem Jahr eigentlich auf Handball konzentrieren“, schildert der Slowake seine ursprünglichen Pläne, nachdem er beim HTV unterschrieben hatte.

Wenn seine Frau Feierabend macht, setzt er sich ins Auto und fährt zum Training nach Hemer. Aber die Probleme begleiten ihn seit Saisonbeginn, auch wenn er in den ersten Spielen meist 50 Minuten auf dem Feld stand. Schlimm wurden die Kniebeschwerden vor dem Spiel in Schalke, als er sich im Training beim Basketball durch eine unglückliche Landung verletzte. Mit Schmerzmitteln stand er die Partie durch, die Pause in den Herbstferien schien der Genesung gut zu tun, doch eine erneute Trainingsverletzung vor dem Soest-Spiel durchkreuzte alle Pläne. Jetzt liegt er auf Eis, und wann er seine Rolle als Leistungsträger des Oberligisten übernehmen kann, steht in den Sternen.

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