Sportpolitik

Die zweite Eisfläche ist kein Thema

Die Iserlohn Titans empfangen ihre Gegner bislang noch am Hemberg-Südhang.

Die Iserlohn Titans empfangen ihre Gegner bislang noch am Hemberg-Südhang.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Sportausschuss will 100.000 Euro für die Kostenermittlung eines Football-Stadions.

Im Normalfall prägen Einigkeit im Sinne der Sache und Konsensfähigkeit die Sitzungen des Iserlohner Sportausschusses. Bei der letzten Sitzung im Ratssaal war das über weite Strecken anders. Gut zweieinhalb Stunden tagte das Gremium, das eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten hatte. Gerade bei den Themen „zweite Eisfläche“, das kurzfristig von der FDP angeregt wurde, sowie bei einer Sportstätte für die American Football-Abteilung des TuS Iserlohn ging es mächtig zur Sache.

Der Auftakt geriet dagegen eher unspektakulär. Prof. Thomas Rieger und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Horst Mayrhofer von der University of Applied Sciences Europa (UE) gaben einen Zwischenbericht zum Sportentwicklungsplan der Stadt Iserlohn bekannt. Dabei interessierte den Ausschuss vor allem die Fragestellung, wie die einzelnen Vereine die von ihnen genutzten Sportstätten einschätzen. Mehr Details und einen Abschlussbericht kündigte Professor Rieger für Ende September an.

Die FDP wurde von der SPD „abgewatscht“

Kurz darauf wurde es erstmals turbulent. Für ihren Versuch, die zweite Eisfläche in Iserlohn auf die Prioritätenliste zurückzuholen, wurde die FDP vor allem von der SPD „abgewatscht“. Martin Luig von der Bädergesellschaft berichtete von den Kosten und machte deutlich, dass es keinen offiziellen Vorstoß der Roosters in dieser Sache gebe, was aber nach Aussage von Ausschussmitglied Nils Koschinsky rund um das unlängst gefeierte Jubiläum des Klubs noch ganz anders geklungen habe.

Martin Luig skizzierte derweil, welche aktuellen Maßnahmen an der Eissporthalle bislang erledigt worden seien und welche noch anzugehen seien.

Wohlwollend nahm der Ausschuss den Sachstand zum Thema „Seepferdchen“, einer Aktion zum Thema Schwimmen lernen in den Schulen zur Kenntnis, der besagte, dass Iserlohn gut aufgestellt sei. Es folgten ein Bericht zum Mountainbike-Projekt „Lennetrails“ und zum Neubau der Sporthalle Hennen (beide Themen siehe Lokales), bevor das nächste „Minenfeld“ mit dem Bericht zur Kostenermittlung für eine Spielstätte der Iserlohn Titans betreten wurde.

Das Kommunale Immobilienmanagement (KIM) berichtete allerdings, dass es mit dem Bau einer Football gerechten Anlage keine Erfahrungswerte besitze, und es auch deutschlandweit solche Werte nicht gebe. Daher solle die Kostenermittlung extern geschehen, was die Einstellung von Kosten von bis zu 100.000 Euro erforderlich mache. Das wollte die CDU mit dem Hinweis auf sportliche und personelle Probleme der Titanen und eines möglichen Kostenvolumens für eine Anlage von bis zu drei Millionen Euro nicht mitmachen, worauf die Ausschussvorsitzende Sylvia Patscher zum wiederholten Mal eine Lanze für diese TuS-Abteilung brach. „Gute Spieler kommen nur, wenn sie eine Perspektive haben. Das könnte ein Leuchtturmprojekt werden“, waren ihre Äußerungen. Schließlich warf die SPD in Person von Michael Hufnagel der CDU eine „Boykotthaltung“ vor, woraufhin ein Prüfauftrag formuliert wurde, der sowohl die Kosten für einen schlichten Multifunktionsplatz als auch für eine größere (nur Footballfeld) und eine große Lösung (Football-Stadion) beinhaltet. Als Ingo Genster von KIM sich schließlich noch bereit erklärte, Angebote einzuholen, wurde der Auftrag zur Kostenermittlung, der aber weiterhin bis zu 100.000 Euro kosten darf, angenommen.

Ruhiger wurde es dann wieder beim Thema „Zustand und Auslastung der Iserlohn Sporthallen“, der schriftlich vorgelegt wurde und die Tatsache offenlegte, dass alle zwölf Hallen zu den Kernzeiten zu 100 Prozent ausgelastet sind. Mit einem zusätzlichen Antrag hatte die Fraktion Die Linke angeregt, auch zu prüfen, ob die Hallennutzungszeiten in die Nacht hinein verlängert werden können. Ein entsprechender Prüfauftrag wurde erteilt. Ein Ergebnis soll demnächst vorgelegt werden.

Einen letzten Disput gab es beim Thema Ausrüstung aller Sportstätten mit Defibrillatoren. Hans-Georg Renzel warnte davor, diese Geräte Laien in die Hand zu geben. Das wollte man bei der SPD nicht hören und Ausschussmitglied Dieter Behle entfuhr ein böser Zwischenruf in Richtung Renzel, der von Vorsitzenden Patscher noch nicht einmal gerügt wurde. Einigkeit herrschte zum Abschluss, als man beschloss, im Bereich Heide-Hombruch Seniorensportgeräte mit einem Kostenvolumen von 60.000 Euro anzuschaffen und zu installieren.

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