Eishockey

Daugavins erlöst Iserlohn Roosters in der Verlängerung

| Lesedauer: 4 Minuten
Kaspars Daugavins traf zum 1:0 und 3:2 für die Roosters.

Kaspars Daugavins traf zum 1:0 und 3:2 für die Roosters.

Foto: Dennis Echtermann / IKZ

Iserlohn.  Mit einem 3:2 (0:0, 2:1, 0:1)-Sieg nach Verlängerung gewinnen die Iserlohn Roosters gegen die Löwen Frankfurt. Trotz der zwei Punkte bleiben sie das Schlusslicht der DEL.

Man durfte gespannt sein, welche Reaktion die Mannschaft in Spiel eins nach der Entlassung von Trainer Kurt Kleinendorst zeigen würde. Interimscoach Pierre Beaulieu, der nach eigener Aussage „ein bisschen Erfahrung als Cheftrainer hat“, hatte für das Duell gegen die Löwen Frankfurt in der Verteidigung Tim Bender und Erik Buschmann in den ersten beiden Abwehrreihen getauscht, im Angriff wechselten Sven Ziegler und Chris Brown auf den Außenpositionen, Brent Raedeke rutschte als Center in die dritte Reihe. Lediglich an der Top-Reihe änderte Beaulieu nichts.

Wie lange nun der Kanadier, der in Innsbruck und Linz als Cheftrainer gearbeitet hat, bei den Roosters die Verantwortung behält, ließ Clubchef Wolfgang Brück bei Magenta Sport offen: „Wir haben nicht den Druck, heute einen neuen Trainer zu präsentieren. Wir sind in der Findungsphase.“

In der Partie blieb das erwartete Feuerwerk auf dem Eis seitens der Roosters aus. Sie erwischten zwar gegenüber Frankfurt den etwas besseren Start. Spielerisch blieb es jedoch beim gewohnten Stückwerk, dass man aus den meisten bisherigen Partien kannte. Brown und Bergmann (3.) verbuchten die ersten Möglichkeiten. Lean Bergmann war es auch, der später im 2:1-Konter mit Brown zu eigensinnig agierte. Der Aufsteiger präsentierte sich als harte Nuss, ließ aber auch echte Torchancen vermissen. Hannibal Weitzmann war jedoch einmal gefragt, als Ranford nach einem offensiven Puckverlust von Eric Cornel davonzog (18.). Die vielen technischen Fehler auf beiden Seiten begründeten sich wohl auch in der schlechten Eisqualität. „Es sind katastrophale Bedingungen. Die Scheibe bleibt oft hängen“, sagte Ex-Roosters-Stürmer Simon Sezemsky bei Magenta Sport. Ein Lichtblick war, dass der Tabellenletzte nach zwanzig Minuten diesmal nicht zurücklag.
Mit einem Powerplay starteten die Roosters in den Mittelabschnitt. Doch außer einigen Distanzschüssen fiel den Blau-weißen nicht viel ein. Da wirkte es schon fast verzweifelt, als Daugavins es einmal aus der eigenen Zone versuchte und an Frankfurts Keeper Hildebrand hängen blieb (24.). Weitzmann musste im Gegenzug gegen McMillan eine weitere hundertprozentige Chance vereiteln. So fiel die Führung der Roosters durchaus überraschend. Nach einem der seltenen Bullygewinne bewies Kris Foucault ein gutes Auge, Daugavins klinkte aus der Kurzdistanz ansatzlos ein. Der Treffer beflügelte die Roosters. Offensiv lief es nun besser. Nach guter Vorarbeit von Bergmann verwerte Cornel einen Abpraller von Hildebrand zum 2:0. Eine verdiente Führung. Die im anschließenden Powerplay hätte ausgebaut werden können. Doch auch hier gelang den Roosters wenig bis nichts. Kurz vor Drittelende leistete sich Torsten Ankert eine dumme Strafzeit, die wohl jeden Trainer auf die Palme bringt. Und weil die Roosters auch noch schlecht wechselten, wurde dies mit dem 2:1 bestraft. Hildebrand passte auf Schwartz an der blauen Linie, der trocken in den linken Winkel zielte.
„Wir müssen im letzten Drittel alles geben. Wir brauchen den Sieg mehr als Frankfurt“, hatte Kaspars Daugavins Appell fast schon flehende Wirkung.
Hier vergab Casey Bailey zu Beginn die Großchance zum Ausbau der Führung, er schaufelte mit der Rückhand die Scheibe aber nur ins Fangnetz. Wie wichtig ein dritter Treffer sein würde, zeigte sich im Gegenzug, als Weitzmann gegen Rowney und Bokk retten musste. In den Schlussminuten konnten die Roosters im dritten Powerplay für die Entscheidung sorgen. Doch abermals brachten die Sauerländer nichts zustande, wirkten mitunter ratlos. 101 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit nutzte Frankfurt die völlig Unordnung in der Roosters-Defensive durch Rowney zum verdienten Ausgleich. Wieder einmal reichte ein Zwei-Tore-Vorsprung nicht zum Erfolg. In der Verlängerung erlöste Daugavins die Roosters und sorgte für den Extrapunkt.

Tore: 1:0 (26:39) Daugavins, 2:0 (31:31) Cornel, 2:1 (38:51) Schwartz, 2:2 (58:19) Rowney, 3:2 (60:35) Daugavins

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