Fußball Regeländerung

Vierter Wechsel: Eine Option mehr für Trainer und Spieler

Auch Christian Knappmann, Trainer von Fußball-Oberligist SC Westfalia Herne (r., im Bild neben dem sportlichen Leiter Tim Eibold), darf künftig einen vierten Spieler von der Bank aus ins Spiel bringen.

Auch Christian Knappmann, Trainer von Fußball-Oberligist SC Westfalia Herne (r., im Bild neben dem sportlichen Leiter Tim Eibold), darf künftig einen vierten Spieler von der Bank aus ins Spiel bringen.

Foto: Rainer Raffalski

Herne.   Herner Übungsleiter freuen sich über mehr Flexibilität und taktische Möglichkeiten durch eine vierte Einwechslung ab der kommenden Saison.

Mit Wirkung zum 1. Juli 2019 treten zwei Änderungen in der Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes in Kraft, die auch im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) gelten (siehe Infokasten). Mannschaften, die nach dem 1. Mai zu Spielen nicht antreten, werden hiernach in der neuen Saison mit bis zu neun Punkten Abzug bestraft.

Außerdem wird künftig die Auswechslung eines vierten Spielers ermöglicht. Zu beiden Änderungen fragten wir aktuelle Herner Trainer aus unterschiedlichen Spielklassen nach ihrer Meinung. Marc Gerresheim (SpVgg Horsthausen/Landesliga), Franko Pepe (SV Wanne 11/Bezirksliga) und Sebastian Saitner (SG Herne 70/Kreisliga A) gaben Antwort.

Teilnahme an Pflichtspielen

Marc Gerresheim: Die Regel ist für mich grundsätzlich nachvollziehbar, man muss aber sehen wie sich das entwickelt. In den Fußballregionen, in denen ich aktiv sein darf, kommen Spielausfälle durch einfaches Nichtantreten ohnehin kaum vor, so dass es uns wohl nicht betreffen wird. Und ob es nun einen C-Ligisten interessiert, dass es einen Punktabzug zur neuen Saison gibt, das weiß ich nicht. Hier heißt es also erst einmal: abwarten.
Franko Pepe: Wir haben es zwar gerade erst am Wochenende gegen Welper selbst erlebt, dass eine Mannschaft kurzfristig absagt, aber das ist doch oberhalb der Kreisligen und selbst in der Kreisliga A generell eher sehr selten. Aber grundsätzlich kann ich mit der Regelung gut leben. Man hätte sicher auch auf schlechtere Regeln kommen können. Sebastian Saitner: Den Punktabzug finde ich eine ganz gute Neu-Regelung. Das ist nur fair gegenüber Mannschaften, die sich Woche für Woche den Arsch aufreißen, um eine Mannschaft zusammenzubekommen. Siehe zum Beispiel Arminia Holsterhausen in diesem Jahr in der Kreisliga A, die treten auch an, wenn sie nur zu zehnt sind oder zu neunt. Und wenn dann andere Mannschaften vielleicht lieber schon mal nach Mallorca fliegen, anstatt noch zu spielen, dann ist die Bestrafung dort durchaus in Ordnung.

Spielerwechsel

Marc Gerresheim: Eine absolut sinnvolle Regeländerung, die finde ich nur positiv. Als ich davon gehört habe, habe ich mich direkt darüber gefreut. Das gibt einem ein bisschen mehr Möglichkeiten, taktisch etwas zu tun. Und es ist doch schön, dass man einen Spieler mehr mit einem Einsatz belohnen darf. Man darf ja nicht vergessen, seit der Einführung der Sperre nach der fünften Gelben Karte braucht man schon einen etwas größeren Kader. Und andererseits ist das, was die Jungs da machen, ja immer noch Amateursport und Hobby. Dass sich Trainingseinsatz nun für mehr Spieler auszahlt, ist doch gut.
Franko Pepe: Die vier Spielerwechsel finde ich eine gute Sache. Damit hat man mehr Optionen aus Trainersicht, und man kann außerdem viel mehr Jungs die Gelegenheit geben, sich in Spielen zu zeigen. Eine wirklich absolut sinnvolle Regeländerung. Sebastian Saitner: Den vierten Wechsel finde ich persönlich auch gut. Dadurch wird man flexibler. Und gerade wenn du einen relativ großen Kader hast, dann gibt es mehr Spielanteile für Einzelne. Hinzu kommt noch, dass das Spiel immer schneller wird und die Belastung damit höher. Da ist eine Wechselmöglichkeit mehr zu haben auch auf jeden Fall gut.