Tischtennis 3. Liga

TTC Ruhrstadt Herne muss zum „Nilpferd mit Noppen“

Herne ,muss auf Spitzenspieler O’Connor verzichten – auf Nicholas Tio (Foto) und Michael Tauber warten oben schwere Aufgaben im oberen Paarkreuz.

Herne ,muss auf Spitzenspieler O’Connor verzichten – auf Nicholas Tio (Foto) und Michael Tauber warten oben schwere Aufgaben im oberen Paarkreuz.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Herne.  Ruhrstadt Herne fährt als Außenseiter zu TTC Champions Düsseldorf. Dort dreht sich vieles um den schillernden starken Mann Frank Müller.

Als einziges Team der 3. Bundesliga ist der TTC Ruhrstadt noch ohne Punkt. Daran wird sich vermutlich auch nach dem nächsten Spieltag nichts ändern, denn zum Auswärtsspiel beim TTC Champions Düsseldorf müssen die Herner ersatzgeschwächt antreten (Samstag, 18.30 Uhr, Henri-Dunant-Grundschule, Rheindorfer Weg 20, 40591 Düsseldorf-Wersten). Dabei treffen sie auf einen Gegner mit einem schillernden Spieler und Geldgeber.

Wegen einer wichtigen Prüfung kann der in Helsinki studierende Mikka O’Connor nicht spielen und wird durch Tobias Maciejok aus der Reserve vertreten. Damit sinken die Chancen der Ruhrstädter gegen den Aufsteiger erheblich, denn der wird von Ruhrstadts Vorsitzendem Arthur Schemp als „eine der drei besten Mannschaften der Liga“ angesehen.

Die bisherigen Ergebnisse der Champions, scheinen Schemp Recht zu geben. Einem Unentschieden gegen Union Velbert folgte ein überraschender 6:2-Heimerfolg über Fulda, das allerdings ohne seine beiden Spitzenspieler angereist war.

Champions sind auf dem Weg nach oben

Dass der im Spitzentischtennis bis vor wenigen Jahren noch kaum in Erscheinung getretene Club aus dem Düsseldorfer Süden plötzlich eine Führungsrolle in der 3. Liga spielt, hat vor allem mit Frank Müller zu tun. Der erfolgreiche Immobilienkaufmann, Mäzen und Tischtennis-Spieler ist in der Szene seit vielen Jahren bekannt wie ein bunter Hund.

Vereine, in denen er sich engagierte und in die er vor allem investierte, stiegen kometengleich auf und verloschen genauso schnell wieder, wenn Müller sich nach einigen Jahren wieder zurückzog.

Müller war auch schon in Bochum aktiv

So erging es dem Bochumer Vorortclub TTG Weitmar-Munscheid (später Müller-Munscheid), den der selbsternannte „beste Hobbyspieler Deutschlands“ bis in die 1. Bundesliga führte. Der vorletzte Platz, den man dort erreichte, war dem „einzigen Spieler, der von der 3 . Kreisklasse bis zur 1. Liga alle Klassen durchlaufen hat“ (Originalton Müller) nicht genug und er verlagerte sich und sein Geld nach Würzburg.

Der Verein Würzburger Hofbräu bekam noch ein Müller vor den Vereinsnamen gesetzt, wurde 2005 Deutscher Meister und erreichte 2007/08 das Champions-League-Viertelfinale.

Frank Müller selbst spielt nur Doppel

In der damaligen Mannschaft steht einer heute auch im Kader der Düsseldorfer Champions: Evgueni Chtchetinine, früherer weißrussischer Mannschafts- und Doppel-Europameister und langjähriger Doppelpartner von Frank Müller.

Ihn holte das „Nilpferd mit Noppen“, wie Müller seiner fülligen Figur und langnoppigen Schlägerbelags wegen genannt wird, zu den Champions nach Düsseldorf. Dort spielt der 49-Jährige im oberen Paarkreuz gemeinsam mit der Nummer eins, dem auch schon 43-jährigen Serben Aleksandar Karakasevic, dem man einst die „beste Rückhand der Welt“ nachsagte.

In den Einzelduellen wird es für Herne schwierig

Beide dürften trotz ihres fortgeschrittenen Alters echte Herausforderungen für das Ruhrstädter Spitzenduo Michael Tauber und Nicholas Tio werden.

Genauso schwierig wird es für Uros Gordic und Tobias Maciejok unten. Sie bekommen es mit dem starken Kroaten Roco Tosic und Florian Wagner zu tun, den viele noch aus seiner Zeit bei Germania Holthausen kennen.

Mit den langen Noppen des „Nilpferdes“ (Pos. 9) müssen sich die Außenseiter aus Herne dabei voraussichtlich nur im Doppel auseinandersetzen.

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