Fußball

SV Sodingen hat ein Relegationsspiel sicher

Wuchtig zieht Sodingens zweifacher Torschütze Naim Ajeti hier ab, Wattenscheids Kapitän Matthias Kaiser  kann nicht mehr eingreifen.

Wuchtig zieht Sodingens zweifacher Torschütze Naim Ajeti hier ab, Wattenscheids Kapitän Matthias Kaiser kann nicht mehr eingreifen.

Foto: Klaus Pollkläsener

Nach dem 5:1 gegen Wattenscheid ist der SV Sodingen nicht mehr von Platz zwei zu verdrängen. Auch der direkte Aufstieg ist weiter möglich.

Der SV Sodingen hat seine Hausaufgaben gemacht, und zwar sorgfältig und nahezu fehlerfrei. Nach einem am Ende auch in dieser Höhe verdienten 5:1 (1:1)-Erfolg über die DJK Wattenscheid hat der SVS zumindest den Relegationsplatz sicher und somit eine mindestens 50-prozentige Chance, nach einigen Jahren in der ungeliebten Landesliga wieder in die Verbandsliga zurückzukehren.

Ob es sogar zum direkten Aufstieg reicht, wird sich am nächsten Sonntag zeigen. Sollte der SC Obersprockhövel, der nach dem 2:0 über den FC Frohlinde weiterhin einen Punkt vor Sodingen an der Tabellenspitze steht, beim abstiegsbedrohten VfL Kemminghausen nicht gewinnen, kann der SVS mit einem Heimsieg gegen den SSV Mühlhausen-Uelzen alles klarmachen.

Timo Erkenberg begegnet dieser prickelnden Situation bemerkenswert unaufgeregt. „Wir haben jetzt sieben Spiele in Folge gewonnen, wir wollen auch das achte noch gewinnen“, schaute der Sodinger Trainer bereits voraus. „Wozu das dann reicht, wird man sehen, das haben wir nicht in der Hand.“ Sollte es bei Rang zwei bleiben, gäbe es ein Aufstiegsspiel auf neutralem Platz gegen den Zweiten der Landesligagruppe 1. Dort liegen TuS Tengern und VfB Fichte Bielefeld mit weitem Abstand vor den Verfolgern punktgleich an der Tabellenspitze.

Ajeti besorgt die frühe Führung

Gegen Wattenscheid taten sich Erkenbergs Schützlinge vor der Pause einigermaßen schwer. Dabei gelang ihnen durch Naim Ajeti sogar die erhoffte schnelle Führung. Stephan Hornberger spitzelte den Ball von der Grundlinie vor das Wattenscheider Tor, die Kugel sprang wie im Flipper hin und her, ehe Ajeti sie über die Linie drückte (5.) – besser konnte die Partie für den Tabellenzweiten nicht beginnen.

Auch danach hatte der SVS das Geschehen im Griff, ohne sich allerdings klare Möglichkeiten zu erspielen. Als DJK-Keeper Niklas Berressen einen Freistoß von Kai Patalla abprallen ließ, kam ihm ein Abwehrspieler zur Hilfe und beförderte den Ball aus der Gefahrenzone (22.). Zwar wirkten die Gäste nicht nur in dieser Szene hinten wackelig, aber noch konnte der SVS daraus kein weiteres Kapital schlagen. Im Gegenteil. In der 32. Minute musste SVS-Keeper David Menke schnell abtauchen, um einen Kopfball noch herauszufischen. Bei der nachfolgenden Ecke aber war der Schlussmann machtlos. Unbedrängt konnte ein Wattenscheider aus sechs Metern aufs Tor köpfen. Der Ball wurde zwar noch von der Linie geschlagen, der Nachschuss aus kurzer Distanz aber saß.

Gäste spielen bis zur Pause gut mit

Unverdient war dieser Ausgleich nicht. Die Platzherren hatten zwar die reifere Spielanlage und auch mehr Ballbesitz, waren aber nicht immer eng genug am Mann und hatten mit den quirligen Angreifern Marvin Fahr und Kamil Kokoschka durchaus ihre Probleme.

Zur Pause gab es jedenfalls noch besorgte Sodinger Gesichter. „Freynis Verletzung ist gar nicht gut. Er fehlt uns schon, genauso wie Nico Brehm auf der linken Seite“, war der langjährige Vorsitzende Veselko Jovanovic noch gar nicht siegessicher.

Der „Doc“ kann sich entspannen

Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff aber konnte sich der „Doc“ schon entspannen. Einem Wattenscheiden Innenverteidiger sprang der Ball vom Fuß, blitzschnell war Ajeti da, schnappte sich das Spielgerät und wurde von den Beinen geholt. Den fälligen Elfmeter hämmerte Tugrul Aydin humorlos halbhoch in die Maschen (47.).

Anders als nach dem 1:0 setzten die Sodinger jetzt energischer nach und nutzten die Räume in der nicht sonderlich kompakten Gäste-Abwehr zu gefährlichen Angriffen. In der 50. Minute lief Hornberger allein aufs Tor zu, bis ihn ein mindestens umstrittener Abseitspfiff stoppte. Wenig später zog Aydin aus 20 Metern ab, sein Vollspannschuss ließ die Latte vibrieren. Der Nachschuss zappelte zwar im Netz, doch der Schütze stand im Abseits.

Das 3:1 lag also in der Luft, und es fiel auch. Wieder einmal riss der schnelle Julian Kaminski mit einem Lauf über die rechte Seite die DJK-Abwehr auf, seine Hereingabe legte Ajeti ab auf Serdar Yigit, und der traf aus zehn Metern ins Schwarze.

Es war die Entscheidung. Wattenscheid, nach vorne gefällig, aber hinten anfällig, hatte nicht mehr viel entgegenzusetzen. Angriff auf Angriff rollte nun auf das Tor der Gäste, und nach dem Doppelschlag durch Chahin Abdallah und Ajeti zum 5:1 konnten die Wattenscheider froh sein, um eine noch höhere Klatsche herumzukommen. Den Sodingern konnte es egal sein, über das Torverhältnis können sie Obersprockhövel sowieso nicht mehr abfangen.

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