Handball

HC Westfalia Herne verpasst den Aufstieg knapp

Einer starken Saison blieb die Krönung versagt: Enttäuscht standen die Herner an der Seite, als die Gastgeber ihren Aufstieg feierten.

Einer starken Saison blieb die Krönung versagt: Enttäuscht standen die Herner an der Seite, als die Gastgeber ihren Aufstieg feierten.

Foto: Dietmar Wäsche

HC Westfalia Herne hält das Titelrennen bis in die Schlussminute spannend. Dem ATV Dorstfeld reicht ein 20:20 zum Aufstieg in die Verbandsliga.

Es hat nicht ganz gereicht: Bis in die Schlussminute hielt der HC Westfalia Herne beim Tabellenführer ATV Dorstfeld Spannung und Dramatik hoch, musste aber nach zwei unglücklichen Aluminiumtreffern von Luke Schumann und Richard Sibbel abschließend als Folge der notwendigen Abwehroffensive den umjubelten Ausgleichstreffer zum 20:20 (9:7) hinnehmen. Damit war die Meisterschaft zugunsten der cleverer und etwas reifer agierenden Dorstfelder entschieden. Fair gratulierten die Gäste dem Sieger zur Meisterschaft.

Der Auftritt der Krebietke-Schützlinge vor ausverkauftem Haus war aber aller Ehren wert. Das befand auch Trainer Stephan Krebietke in seinem Fazit: „Wir waren mindestens gleichwertig und haben in einem tollen, spannenden Spiel alles gegeben. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Letztlich hatten wir durchaus Optionen zum Sieg, doch Wurfpech und das Übergewicht bei 50:50-Entscheidungen zugunsten des Gastgebers haben uns die Möglichkeit genommen. Der ATV Dorstfeld hat jedoch auch mit etwas weniger technischen Fehlern sehr abgezockt gespielt und unsere mit Gegenstoßtoren rigoros bestraft.“

Mehr erreicht als erwartet

Die Strünkeder haben den am Ende der Meisterschaft nicht unmöglichen Aufstieg aber nicht am Samstag in Dorstfeld vergeben, sondern bei kleinen Durchhängerphasen im Laufe der Saison. Unter anderem gab der HCW gegen den Drittletzten Eintracht Dolberg alle vier Punkte ab! Aber wer hätte der stark verjüngten Herner Truppe vor Saisonbeginn den zweiten Tabellenplatz überhaupt zugetraut?

In Dorstfeld begann Westfalia wie entfesselt. Mit der 3:0-Führung, zwei starken Paraden von Daniel Ollesch und hervorragenden, energischen Abwehraktionen schaffte der HCW dennoch nicht die erhoffte Verunsicherung beim Gegner. Das „erschlichene“ erste Gegentor nach einem verdeckten Spielerwechsel bremste die Herner Euphoriewelle erstmals, bevor dann Dorstfelds starker Schlussmann Harris im Zusammenspiel mit seinen Vorderleuten den Herner Angriffsschwung aufhielt.

Abwehrreihen dominieren

Auf beiden Seiten überwog kurzzeitig die Hektik. Distanzwürfe der Blau-Weißen wurden häufig abgefangen und in Tempogegenangriffe umgewandelt. Nach dem 4:4-Ausgleichstor lag Westfalia bis zum Pausenpfiff immer zurück. Bis zum Schluss blieben auf beiden Seiten die Abwehrreihen dominierend, was sich in der geringen Trefferzahl widerspiegelt.

Sofort nach Wiederbeginn legte der Spitzenreiter zwei Tore nach (11:7) und war nun längere Zeit spielbestimmend. Der HCW kam eine längere Strecke nicht mehr richtig ins Tempo und traf weiterhin auf eine kompromisslose Defensive. Nach dem 11:15 kam Hernes stärkste Phase. Jetzt traf Luke Schumann aus der Laufbewegung, Oskar Kostuj setzte sich dreimal in Folge energisch durch und es hieß 18:18. Als anschließend Daniel Ollesch einen Strafwurf parierte und Fabian Scheunemann nervenstark einen Siebenmeter zur ersten Führung im zweiten Abschnitt verwandelte, schien alles möglich. Das Glück war den Strünkedern leider auch nach dem erneuten Führungstor durch Kai Schwitalski zum 20:19 nicht hold. Die Gastgeber verloren nicht die Übersicht und belohnten sich in einem hoch dramatischen Finale. Das war Landesligahandball vom Feinsten.

HCW: D. Ollesch; Kostuj (4), Schumann (4), Klamann (1), Funke (1), Sibbel (1), Hodde, M. Scheunemann (2), F. Scheunemann (5/5), Eigenbrodt, Schade, Rödiger (1), Schwitalski (1).

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben