Handball

HC Westfalia Herne rüstet zum nächsten Anlauf

Westfalia-Talent Joshua Dudda (am Ball) hat seinen Kreuzbandriss auskuriert und wird behutsam wieder aufgebaut.

Westfalia-Talent Joshua Dudda (am Ball) hat seinen Kreuzbandriss auskuriert und wird behutsam wieder aufgebaut.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Nach dem knapp verpassten Verbandsliga-Aufstieg nimmt der HC Westfalia Herne einen neuen Anlauf. Dabei gilt Kontinuität als größter Trumpf.

Die Landesligahandballer des HC Westfalia Herne, die in der abgelaufenen Saison den Aufstieg in die Verbandsliga in einem dramatischen Finale beim ATV Dorstfeld - den HCW-Fans sicher noch in bester Erinnerung - nur ganz knapp verpasst haben, rüsten sich weiter für einen neuen Anlauf. Noch knappe drei Wochen bleiben den Mannen von Trainer Stephan Krebietke bis zum Meisterschaftsbeginn am 15. September, um für das abermalige Aufstiegsziel optimal gerüstet zu sein.

Lange Ruhepausen sind den Akteuren nicht gegönnt worden. Schon zwei Wochen nach dem Saisonende mussten sie wieder ran. Klar, dass in der langen Vorbereitungszeit von Juni bis September nicht bei allen Trainingseinheiten jeweils die komplette Besetzung zur Verfügung stehen kann. In der knapp dreiwöchigen trainingsfreien Zwischenzeit konnten nicht alle urlaubs- und berufsbedingten Bedürfnisse abgewickelt werden. Verletzungen wie der Nasenbeinbruch von Fabian Scheunemann kamen hinzu.

Flexible Trainingsgestaltung

So musste das Training entsprechend der Teilnehmer manchmal besonders flexibel angelegt werden. Im ersten Trainingsblock wurde das Hauptaugenmerk auf die körperlichen Anforderungen gerichtet, wo Krebietke zunächst auf Entlastung durch Rasmus Storkebaum oder andere verzichten muss. „Wir haben in puncto Ausdauer, Kräftigung und Schnelligkeit gut gearbeitet. Für unser auf Tempo angelegtes Spiel wollen wir noch fitter werden“, will Stephan Krebietke das bisherige Spielsystem im Wesentlichen beibehalten. Über den schnellen Ballvortrag wollen die Strünkeder zu ihrer Torgefährlichkeit finden, um den gegnerischen Abwehrreihen eine geordnete Gegenwehr zu erschweren.

Im zweiten Block steht jetzt die Feinarbeit mit handballerischen und taktischen Elementen im Focus. Da sich mannschaftlich wenig geändert hat, wird bei den Hernern auf Kontinuität gesetzt. Fast alle wissen, wie der Mitspieler im Deckungsverband und bei Offensivaktionen funktioniert. Und mit diesem Pfund will der HCW wuchern.

Flexibler soll künftig noch die 6-0-Deckung agieren, um beim Gegner die Torgefährlichkeit auf den Halbpositionen intensiver zu bekämpfen. Das ist ein Schwerpunkt bei der anstehenden Defensivarbeit.

Ins System wieder eingebunden werden soll der mit Kreuzbandriss lange ausgefallene A-Jugendspieler Joshua Dudda. Er trainiert bereits wieder, allerdings noch ohne Körperkontakt. Krebietke will ihn langsam aufbauen und keineswegs zu früh einsetzen.

Neuer Linkshänder im Team

Neben Torwart Jörn Maiß, dessen Zugang bereits gemeldet worden ist, hat Westfalia auch einen weiteren „echten“ Neuzugang: Vom bisherigen Ligarivalen und Absteiger ETG Recklinghausen kommt für die halbrechte Angriffsposition Linkshänder Alexander Stautenberg (25). Allerdings wird der Rückraumschütze noch nicht zum Saisonstart zur Verfügung stehen. Nach Abschluss seines Studiums ist er bei seinem Berufsstart längere Zeit noch auswärts gebunden. Bis zur eingeplanten Mitwirkung spätestens zur Rückrunde sind sporadische Einsätze aber nicht gänzlich ausgeschlossen. Insgesamt ist Stephan Krebietke zum jetzigen Zeitpunkt recht guter Dinge, trotz unterschiedlicher Erkenntnisse in zwei Testspielen.

Im Rahmen der Saisonvorbereitung absolvierte Handball-Landesligist HC Westfalia Herne inzwischen zwei Testspiele, die unter ungleichen Rahmenbedingungen abliefen. Der erste Vergleich mit dem Klassengefährten der Staffel 4, SG Ruhrtal Oeventrup, erfreute Trainer Stephan Krebietke nicht nur aufgrund des klaren 39:21-Sieges. Der Auftritt der mannschaftlich gut besetzten Truppe als solches beeindruckte ihn: „Wir haben ein richtig gutes Spiel abgeliefert, in dem insbesondere die Defensive stark auftrumpfte und je Halbzeit maximal nur elf Tore zuließ. In der Offensive stimmte das Tempo, und Oskar Kostuj überragte als Regisseur, Vollstrecker sowie Vorbereiter von Stellungsvorteilen für seine Mitspieler. Kostuj ist auf dem Weg zum Führungsspieler, der vom gesamten Team als Leitfigur anerkannt wird.

Auch im zweiten Spiel beim Verbandsligisten TuS Bommern war Oskar Kostuj die treibende Kraft. Gegen den klassenhöheren Gegner war die angetretene Rumpftruppe letztlich aber chancenlos und unterlag 22:30. Aus der Zweitvertretung ersetzte Thilo Latuske die etatmäßigen Kreisläufer. Zusätzlich verringerte Trainersohn Noah Krebietke durch seinen Aushilfseinsatz die Mannschaftssorgen. Zudem präsentierten sich noch einige Stammspieler mit einer zu hohen Fehlerquote bei Würfen und Pässen nicht in Bestform. „Die Niederlage ist nicht tragisch. Trotz der schwachen Besetzung war es aber unterm Strich zu wenig“, vermisste Trainer Krebietke auch eine kritische Selbstreflexion.

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