Fußball Westfalenliga

DSC Wanne-Eickel: Kampfansage nach dem 2:3 im Topspiel

Früher Feierabend. Erick Schäfer vom DSC Wanne-Eickel musste gegen Finnentrop-Bamenohl früh vom Feld.

Früher Feierabend. Erick Schäfer vom DSC Wanne-Eickel musste gegen Finnentrop-Bamenohl früh vom Feld.

Foto: Lothar Linke

Finnentrop-Bamenohl.  Der DSC Wanne-Eickel beeindruckt bei der SG Finnentrop-Bamenohl. 80 Minuten Unterzahl und trotzdem die beste Saisonleistung – der DSC war stolz.

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Bitter. Traurig. Unverdient. Welche Worte auch gesucht werden, sie treffen alle auf die 2:3-Niederlage des DSC Wanne-Eickel bei der SG Finnentrop/Bamenohl zu. Im Top-Spiel der Fußball-Verbandsliga setzte sich der Spitzenreiter gegen den Verfolger überaus glücklich durch und baute seinen Vorsprung auf acht Punkte aus. „Das ist ein Brett“, gab DSC-Trainer Sebastian Westerhoff nach dem Schlusspfiff zu, um dann aber sofort eine Kampfansage in Richtung Sauerland zu adressieren.

„Das wird ein Zweikampf um die Meisterschaft. Und wir werden nicht aufhören, an unsere Chance zu glauben.“ Müssen die Wanne-Eickeler Fußballer auch nicht!

In Bamenohl zeigten sie ihre beste Saisonleistung, waren fußballerisch und kämpferisch sogar überlegen. SG-Trainer Ralf Behle attestierte dem DSC eine „brutale Qualität und Mentalität“ und sprach von einem „glücklichen Sieg. Der Gegner hat das mit zehn Spielern überragend gemacht!“ Zehn Spieler?

Mehr als 80 Minuten Unterzahl

Ja, denn DSC-Verteidiger Erik Schäfer sah nach sieben Minuten wegen einer Notbremse die – vertretbare – Rote Karte. Doch die numerische Unterzahl glich der DSC durch cleveres Positionsspiel und extremen Einsatz aus. Alle neun Feldspieler legten eine „Schüppe drauf“ und setzten die famose Kulisse mit über 800 Zuschauern immer wieder in Erstaunen.

„Der beste Gegner in der Saison“, urteilten die Bamenohler Fans, die nicht gerne Finnentroper genannt werden möchten. Erst nach einer guten halben Stunde nutzte der weiterhin ungeschlagene Spitzenreiter seine Überzahl aus.

Dem 1:0 (38.) folgte schnell das 2:0 (44.), Wanne schien geschlagen zu sein. Schien! Torwart Thorben Krol gab nach dem Pausentee beim Verlassen der Kabine die Richtung vor: „Einen machen wir mindestens noch“, feuerte er seine Vorderleute an. Und die gehorchten!

Nach der Pause kommt Wanne stark zurück

Kapitän Alexander Schlüter erzielte nach einer Ecke aus dem Gewühl heraus das 1:2 (50.), Marvin Piechottka schaffte mit einem tollen Weitschuss den Ausgleich (71.).

„Weiter, weiter. Aber nicht überdrehen“, rief Sebastian Westerhoff seinen Jungs zu – und die hielten sich dran, kontrollierten Ball und Gegner. Bis zur 77. Minute der Assistent an der Linie ein Foul an einem Wanner Spieler übersah und im direkten Duell danach auf Foul gegen den DSC entschied.

Den fälligen Freistoß köpfte der eingewechselte Moritz Stange zum 3:2 ein. Westerhoffs anschließende Diskussion mit dem Assistenten führte dann dazu, dass sich der Wanner Trainer die restlichen 17 Minuten inklusive Nachspielzeit einen Stehplatz hinter der Bande suchen musste.

Koymalis Verletzung tut richtig weh

Einen Kommentar dazu verkniff er sich klugerweise nach dem Spiel im Presse- und Fan-Talk in der überfüllten SG-Vereinskneipe – „denn dann gibt es wahrscheinlich noch mehr als die Rote Karte gegen mich“. Egal, abhaken! Wanne zeigte in einem intensiven Spiel, dass der Kampf um die Meisterschaft trotz des Acht-Punkte-Vorsprungs der SG Finnentrop/Bamenohl offen ist.

Wann Orkun Koymali wieder in diesen Kampf eingreifen kann, ist offen: Er musste nach 55 Minuten ausgewechselt werden und saß mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Bank. Westerhoff: „Das trifft uns. Mir gehen langsam die Innenverteidiger aus.“

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