Fußball

Wetters Coach: Wir stehen besser da als wir tatsächlich sind

Die Trainer Fadil (links) und  Semin Salkanovic treten mit dem FC Wetter bei Ex-Team SSV Hagen an.

Die Trainer Fadil (links) und Semin Salkanovic treten mit dem FC Wetter bei Ex-Team SSV Hagen an.

Foto: Thomas Marotzke

Wetter.  Im letzten Jahr Abstiegskampf, jetzt Spitzenspiel: Fadil und Semin Salkanovic fahren mit dem FC Wetter zu Ex-Klub SSV Hagen.

Auf den ersten Blick ist es ein Derby wie viele in der Fußball-Bezirksliga 6. Doch es ist deutlich mehr, wenn der FC Wetter am Sonntag um 15 Uhr beim SSV Hagen auf dem Kunstrasenplatz am Höing antritt. Gemeinsam stiegen beide Teams im Frühjahr 2019 aus der Landesliga ab, parallel kämpften sie danach eine Klasse tiefer um den Ligaerhalt. Und treffen nun plötzlich im Duell des Tabellenvierten gegen den Dritten aufeinander. Wobei beim FC nicht nur einige Spieler mit SSV-Vergangenheit im Kader stehen, auch das Trainergespann Semin und Fadil Salkanovic war vor seiner Zeit am Harkortberg am Hagener Ischeland aktiv. Vor dem Duell im Fokus des siebten Spieltags sprach die WP mit Wetters Coach Fadil Salkanovic.

Hallo Herr Salkanovic, vor etwa einem Jahr siegten sie mit dem FC Wetter bei ihrer Rückkehr ins Ischelandstadion mit 6:0 beim SSV, es war damals der erste Sieg. Ist die Partie in Hagen für Sie wieder ein besonderes Spiel?

Fadil Salkanovic: Tatsächlich ist es für mich ein Spiel wie jedes andere, über das ich mir noch nicht viele Gedanken gemacht habe. Wir setzen aktuell den Fokus im Training darauf, uns im athletischen und taktischen Bereich zu verbessern. Was der SSV macht, darauf habe ich nur mit einem Auge geguckt.

Vor einem Jahr klang das noch etwas anders. Nach Bekanntwerden des Wechsels zum FC Wetter im Sommer wurden Sie und Ihr Bruder Semin beim SSV direkt freigestellt, auch im Sommer gab es atmosphärische Störungen angesichts von Spielerwechseln zwischen beiden Vereinen. . .

Ja, wir hatten das damals kurz thematisiert, aber dann war das auch aus der Welt. Wie zuletzt, als Kasim Osmic zu Hagen 11 wechseln wollte: Wenn mir ein Spieler sagt, dass er bei einem anderen Verein zugesagt hat, dann lasse ich die Finger davon.

Neben dem Trainergespann haben beim FC Wetter auch einige Spieler des aktuellen Kaders eine SSV-Vergangenheit mit Justin Tyler, Mercan Türkyilmaz oder Marc Biesemann. Oder noch mehr?

Auch Mo und Ibo Ibrahem haben damals im Winter mittrainiert, als wir noch beim SSV waren, zu einer Verpflichtung ist es aber nicht gekommen. Und nachdem Semin und ich weg waren, haben sie auch die beiden weggeschickt. Was mich etwas gewundert hat, aber gut für uns: Gerade Ibo spielt gerade in großer Form auf, ist unser Torgarant.

Im Vorjahr trafen sich beide Teams am Tabellenende, ohne den Corona-bedingten Abbruch wäre der SSV abgestiegen. Jetzt spielt der Vierte gegen den Dritten, weshalb ist der SSV plötzlich so stark?

Der Verein hat wohl vom Nicht-Zusammenschluss von Türkiyemspor Hagen und TSK Hohenlimburg profitiert, hat dadurch mehr Manpower bekommen. Und einige Spieler, die bei uns bereits im Kader waren, spielen immer noch. Marco Grüterich, Emanuel Calin, Luan Tavares oder Isak El Basraoui, das sind ja gute Fußballer. Jetzt ist da ein bisschen Euphorie, doch beim SSV kann das auch ganz schnell kippen, wenn der erste Dämpfer kommt. Aber ich finde es gut, dass der SSV jetzt in ruhiges Fahrwasser zu kommen scheint. Und ich freue mich für beide Mannschaften, dass wir uns jetzt vorne auf Augenhöhe treffen.

Ihre Mannschaft ist nach zuletzt vier Siegen in Folge jetzt Dritter. Muss man da das Saisonziel einstelliger Platz nicht korrigieren?

Wenn wir am Ende der Saison noch da oben stehen, bin ich glücklich und nehme das gerne mit. Aber das spiegelt nicht das Leistungsvermögen der Mannschaft wider, ich sehe uns da nicht auf Platz drei. Wir stehen aktuell besser da als wir tatsächlich sind, das sehe ich genauso beim SSV. Ich glaube nicht, dass es für eines der beiden Teams für Platz eins reicht, dort sehe ich Deilinghofen. Unsere Mannschaft agiert noch zu unbeständig und schwankend. Mit dem letzten Spiel waren wir gar nicht zufrieden, für Außenstehende sah das nach zwei Kreisliga-Teams aus. Aber die Mannschaft hat Entwicklungspotenzial – und die Brust ist breiter geworden.

Zu Saisonbeginn gab es große Personalprobleme, Samir Hammouda etwa fällt mit einem Knöchelbruch lange aus. Wie ist der Stand vor dem Spiel in Hagen?

Mercan Türkyilmaz nach seinem Bänderriss und der am Fuß verletzte Mo Ibrahem werden nicht rechtzeitig fit. Dafür kehrt Marc Biesemann nach seinem Muskelfaserriss zurück, auch Erhan Duran und Leon Glania sind wieder dabei.

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