Basketball

Phoenix Hagen vergibt gegen Nürnberg „Riesenchance“

Legte mit drei Dreiern im ersten Viertel stark los: Dominik Spohr, Kapitän von Phoenix Hagen.

Legte mit drei Dreiern im ersten Viertel stark los: Dominik Spohr, Kapitän von Phoenix Hagen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Auf Tuchfühlung hätte Phoenix an die Playoff-Plätze heranrücken können. Der Basketball-Zweitligist verliert aber mit 87:100 gegen Nürnberg.

Es gibt sie im Sport immer wieder, diese Momente, in denen noch einmal ein klitzekleiner Funke Hoffnung aufkeimt. Das war knapp zwei Minuten vor dem Ende noch einmal der Fall, als Basketball-Zweitligist Phoenix Hagen in der Pro A noch einmal auf zehn Punkte an die Nürnberg Falcons herankam.

Jonathan Octeus hatte per Dunking auf 79:89 verkürzt, Phoenix presste, hielt den Ball beinahe in den Händen, aber eben nur beinahe. Denn der fiel plötzlich doch Duane Wilson vor die Füße und der Liga-Top-Scorer wurde beim Fastbreak durch Niklas Geske unsportlich gefoult. Wilson traf beide Freiwürfe. Und die Sache mit der aufkeimenden Hoffnung – sie hatte sich schnell erledigt.

Erstes Heimspiel im neuen Jahr misslingt

87:100 (42:45) siegten am Ende die Gäste aus Nürnberg. Und nach dem Spiel blickte Phoenix-Coach Chris Harris noch einmal auf diese Szene zurück: „Natürlich dachte ich da, dass noch mal was gehen könnte“, erklärte Harris nach dem Spiel, „eigentlich habe ich die Hoffnung auch erst ganz verloren, als wir knapp eine Minute vor dem Ende mit 15 Punkten hinten lagen. Aber im Grunde waren wir zu häufig nicht in der Lage, mehrere Stops hintereinander hinzukriegen.“

Unterm Strich steht die bittere Erkenntnis: erstes Heimspiel seit langem, erstes Spiel in der Krollmann-Arena im neuen Jahr, erste Chance, auf Tuchfühlung an die Playoffs heranzukommen, vertan. Und das trotz aller Diskussionen im Vorfeld um die Dauerkarten-Inhaber (siehe Zweittext) vor 2285 Zuschauern.

Niklas Geske nach Niederlage selbstkritisch

„Sie haben wirklich gut unsere Defense gelesen“, so Aufbauspieler Niklas Geske, der am Ende auf sechs Punkte und drei Assists kam, „aber eigentlich müssen 87 Punkte reichen, um ein Heimspiel zu gewinnen.“

Einer, der etwas dagegen hatte, war Duane Wilson mit 26 Punkten, zwei von zwei Dreiern und vier Assists. Der Amerikaner, der in der ersten Hälfte noch kein Faktor war. Er wurde stark von Jonathan Octeus verteidigt, kam nur auf vier Punkte und wurde früh von Nürnbergs Coach Ralf Junge mit seinem dritten Foul ausgewechselt. In der zweiten Hälfte allerdings dreht der beste Schütze der Liga auf.

Guter Phoenix-Start in der Offensive

Dabei war Phoenix zumindest in der Offensive gut in die Partie gestartet. Kapitän Dominik Spohr machte da weiter, wo er in Schwenningen aufgehört hatte: Er traf Dreier. Seinen letzten von dreien allerdings nach etwas mehr als sechs Minuten im ersten Viertel.

Aber: Entscheidend absetzen konnte sich Phoenix weder zu Beginn, noch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit: „Wir mussten viel zu viel hin- und herlaufen“, analysierte Niklas Geske. Und weiter: „Vorne haben wir den Ball nicht schnell genug bewegt und ihn in guten Fastbreak-Situationen zu schnell hergeschenkt. 16 Turnover sind einfach zu viel. Das tut richtig weh.“

Zu viele Ballverluste ärgern Phoenix-Trainer Chris Harris

Darin waren sich Aufbauspieler und Coach einig. „Wir sind von Anfang an viel zu lässig mit dem Ball umgegangen“, so Chris Harris, „wenn man in Überzahl so viele Ballverluste hat – das hat einfach mit Unkonzentriertheit zu tun.“

Immerhin: Gelegenheit, es besser zu machen, gibt es schon sehr bald. Am Donnerstag, 19.30 Uhr, spielt Phoenix bei den Bayer Giants in Leverkusen, am nächsten Sonntag, 17 Uhr, daheim gegen die Uni Baskets Paderborn. „Heute haben wir eine Riesenchance liegen lassen, am Donnerstag und Sonntag ist Gelegenheit zur Wiedergutmachung“, so Geske.

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