Fußball

Hagener erfüllt sich Traum vom Fußball-Nationalteam

Christopher Antwi-Adjei (links, hier im Interview mit einem ghanaischen Reporter) debütierte in Ghanas Nationalteam.

Christopher Antwi-Adjei (links, hier im Interview mit einem ghanaischen Reporter) debütierte in Ghanas Nationalteam.

Foto: Instagram/jim_kay22

Accra/Hagen.  Einen Traum hat sich Christopher Antwi-Adjei, erfüllt. Seit Montag ist der Hagener Fußball-Nationalspieler.

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Hagen hat einen neuen Fußball-Nationalspieler, den dritten nach Walter Rodekamp und İshak Doğan: Christopher Antwi-Adjei, in Hagen geborener Offensivspieler des Fußball-Bundesligisten SC Paderborn, hat am Montag sein Debüt für Ghana in der Qualifikation für den Africa-Cup 2021 gegeben. Der 25-Jährige wurde beim Spiel der ghanaischen „Black Stars“ im afrikanischen Inselstaat Sao Tomé und Principe nach 72 Minuten für Samuel Owusu eingewechselt, sein Team siegte mit 1:0 und führt die Tabelle der Vorrundengruppe an.

„Stark der Jimmy!“ Uwe Hünemeier, Teamkollege von Christopher Antwi-Adjei beim SC Paderborn, postete Respekt, als der stets „Jimmy“ gerufene Flügelspieler sich mit einem Instagram-Post aus Ghanas Hauptstadt Accra meldete. Tags zuvor war für Antwi-Adjei im „Estadio Nacional 12 de Julho“ von Sao Tomé ein Kindheitstraum wahr geworden. In die Startformation war der von Nationaltrainer Kwesi Appiah erstmals nominierte Hagener zwar nicht berufen worden, nach der Einwechslung knapp 20 Minuten vor Schluss trug er dann aber doch erstmals das Trikot der „Black Stars“. „Diese Nominierung zu erhalten, war schon ein Traum, dann zu spielen, ist der ultimative Traum“, sagte Antwi-Adjei in einem Interview der „Ghana Football Association“ vor der Partie.

Mit Kwesi Appiah hatte der Hagener seit dem Sommer Kontakt, als dieser ihn nach seiner Bereitschaft gefragt hatte, für Ghana zu spielen. Die Nominierung nun für die Africa-Cup-Qualifikation habe er aber nicht erwartet. Ein Freund hatte ihm einen „Screenshot“ der Nachricht geschickt, dass er für Ghana nominiert sei: „Ich war sehr überrascht und gleichzeitig sehr glücklich.“ Als Zwölfjähriger in Hagen sah Antwi-Adjei, dessen Eltern aus Accra stammen, die Partien der „Black Stars“ bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland: „Als Kind habe ich davon geträumt, mal für Ghana zu spielen.“

Freitag mit Paderborn beim BVB

Bürokratische Hemmnisse hätten sein Nationalteam-Debüt aber fast verhindert, da der Hagener keinen ghanaischen Pass hatte. Erst kurzfristig konnte Antwi-Adjei nach Erledigung aller Formalitäten dem Team hinterher reisen ins Trainingslager nach Cape Coast, kam am Morgen des Spieltags der ersten Partie dort gegen Südafrika an. Und sah den 2:0-Sieg seiner neuen Teamkollegen, bevor er sich in den Tagen darauf als einer von acht Debütanten in die Mannschaft integrieren konnte. Und viel Neues kennenlernte. „Viele Dinge, die mir aufgefallen sind, sind wirklich faszinierend“, bekannte Antwi-Adjei, etwa die gemeinsamen Gebete vor Training oder Spielen und das gemeinsame Singen des „Jama“: „Es ist eine ganz neue Erfahrung und ich muss sagen, dass die Stimmung, die Energie und die Art und Weise, wie sie singen, für mich einfach unglaublich ist“, staunte der Nationalteam-Neuling: „Ich glaube, der Gesang bringt die Mannschaft in Schwung.“

In Sao Tomé und Principe bei Antwi-Adjeis Debüt half es auf jeden Fall, mit Blick auf die Africa-Cup-Qualifikation erwischte Ghana einen optimalen Start. Weiter geht es hier aber erst in elf Monaten, am 8. September 2020 steht die nächste Partie im Sudan an. Für Antwi-Adjei geht es mit einem besonderen Bundesliga-Spiel in der Heimat weiter, am Freitag gastiert der SC bei Borussia Dortmund. Der frischgebackene Nationalspieler wird heute in Paderborn zurückerwartet.

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