Leichtathletik

Hagen-Haspe: Ihne beklagt Roten Teppich für Fußballer

Leichtathletik-Trainer Ulrich Ihne vom VfL Eintracht Hagen beklagt vermeintlich unhaltbare Zustände in der Bezirkssportanlage Haspe und eine Bevorzugung der Fußballer.

Leichtathletik-Trainer Ulrich Ihne vom VfL Eintracht Hagen beklagt vermeintlich unhaltbare Zustände in der Bezirkssportanlage Haspe und eine Bevorzugung der Fußballer.

Foto: Dominik Brendel / WP

Hagen.  Wird in Haspe den Fußballern der Rote Teppich ausgerollt? Ulrich Ihne, Leichtathletik-Trainer von Eintracht Hagen, beklagt sich darüber.

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Seit zehn Jahren trainiert UIrich Ihne die Leichtathleten des VfL Eintracht Hagen. Mit Leidenschaft und großem Engagement. Aber der Gang zur Trainingsstätte, der Bezirkssportanlage Haspe, fällt dem Coach immer schwerer: Ihne beklagt, dass „König Fußball“ die Leichtathleten nach und nach verprelle und die Stadt Hagen dabei kräftig mithelfe. „Den Kreisliga-Fußballern wird hier der rote Teppich ausgerollt“, schimpft Ihne.

Die Eintracht-Leichtathleten sehen sich immer mehr Missständen in der Bezirkssportanlage Haspe (BSA), in der sie trainieren, ausgesetzt. „Es fängt damit an, dass unser Kraftraum, den wir unbedingt brauchen, einem Gesprächsraum Platz machen soll“, sagt Ihne, der Kraftraum solle auf eine nur halb so große Fläche weichen, die bislang als Umkleide diente. Ihne: „Den Athleten bleibt nur eine Abstellkammer – die reinste Katastrophe.“ Eine Darstellung, die Karsten-Thilo Raab, Leiter des Servicezentrum Sport, erstaunt. „Die Planungen sind hier noch gar nicht abgeschlossen“, erklärt er auf WP-Anfrage, „da weiß Herr Ihne mehr als die, die daran arbeiten.“ Nach dem Umzug des SV Fortuna Hagen vom Klutert-Sportplatz, auf dem der Traditionsklub auch ein Vereinsheim betrieben hat, in die Bezirkssportanlage Haspe war von den Hagener Sportpolitikern beschlossen worden, dass sowohl Fortuna als auch dem schon lange hier spielenden Hasper SV Räumlichkeiten in der BSA zur Verfügung gestellt werden sollen. Aktuell, so Raab, könne der Kraftraum - in bisherigen Planungen als künftiger Raum für den HSV vorgesehen - aber wie bisher genutzt werden: „Und es steht noch gar nicht fest, was passiert.“

Lange Liste der Mängel

Die größten Probleme, so Ihne, lägen indes draußen: Während bis zum vergangenen Jahr die Eintracht-Leichtathleten und die Sportabzeichengruppe noch auf der Hälfte des Spielfeldes der BSA trainieren konnten, bliebe heute lediglich ein 15 Meter langer Korridor. Der Rest, so Ihne, stünde nur den Fußballern vom Hasper SV und nun auch den Kickern von Fortuna zur Verfügung. „Ich möchte nicht despektierlich sein, aber die spielen auf Kreisliga-Niveau. Dafür müssen wir dann weichen?“, fragt Ihne. SZS-Leiter Raab wiederum verweist darauf, dass Fußball-Nachwuchs- und Leichtathletik-Training gleichzeitig möglich sein müsse. „Es ist die Frage, wie die Trainer miteinander kommunizieren und gegenseitig Rücksicht nehmen“, sagt Raab, „das Problem ist, dass Herr Ihne sich mit den Fußballern chronisch in der Wolle hat.“

Der Eintracht-Trainer beklagt den „desolaten“ Zustand etlicher Anlagen und Geräte in der Bezirkssportanlage Haspe, auf die Mängel sei bereits bei einem Ortstermin im Frühjahr hingewiesen worden. Ihnes Liste ist lang: Verkommene Kugelstoßanlage, ein dreckiger Sandkasten, kaputte Hürden und eine Hochsprungmatte, die ihre besten Zeiten längst hinter sich hat. „Um diese Mängel zu beheben, braucht man nicht viel Geld. Mir wurde gesagt, dass die Stadt sich um die Probleme kümmert. Aber bis heute ist nichts geschehen“, ärgert er sich. Auch hier hat Karsten-Thilo Raab eine deutlich andere Sichtweise, nennt Beispiele: „Herr Ihne hat etwa den Kugelstoßring selbst gebaut, das haben wir toleriert“, sagt er, „aber wir können ja nicht jetzt mit städtischen Mitteln Anlagen reparieren, die privat errichtet wurden.“ Die Hochsprungmatten seien im Winter eingelagert, würden zur neuen Saison wieder aufbereitet: „Und wenn Hürden kaputt sind, kann das über den Verein oder den städtischen Mängelmelder gemeldet werden. Dann kommen meine Mitarbeiter und reparieren sie oder tauschen sie aus.“

Kleinspielfeld für Fußballer geplant

Man habe Ihne bereits Alternativ-Standorte für das Leichtathletik-Training des Wehringhauser Vereins angeboten, etwa das Ischeland- oder Kirchenberg-Stadion, dies lehne er aber ab. Gleichzeitig wirft der Eintracht-Trainer der Stadt vor, man tue alles, um es den Fußballern in Haspe gemütlich zu machen, verweist etwa auf die im Sommer von Fortuna am Platz installierte Verkaufshütte. Und auf die still gelegte Beachvolleyball- und Tennis-Anlage. „Mir wurde gesagt, dass dort eine Anlage für Mini-Kicker entstehen soll“, sagt Ihne, der rote Teppich für die Fußballer werde also immer breiter. In der Tat soll dort mittelfristig ein Kleinspielfeld entstehen, bestätigt Raab, in der Liste der geplanten Kunstrasen folge Haspe hinter dem Bezirk Mitte (Alexanderstraße) und Hohenlimburg. „Wir müssen sehen, welche Bedarfe da sind“, macht der SZS-Leiter klar, „und die sind beim Fußball eben erheblich größer als bei den Leichtathleten.“

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