2. Basketball-Bundesliga

Gegen Dragons geht es für Phoenix Hagen um Ballkontrolle

Zwei gebürtige Hagener gegen den ehemaligen Aufstiegshelden: Jonas Grof und Jasper Günther treffen mit Phoenix Hagen auf Chase Griffin (von links) und die Artland Dragons.

Zwei gebürtige Hagener gegen den ehemaligen Aufstiegshelden: Jonas Grof und Jasper Günther treffen mit Phoenix Hagen auf Chase Griffin (von links) und die Artland Dragons.

Foto: Jörg Laube

Hagen.  Es geht um Ballkontrolle, wenn Phoenix Hagen auf die Artland Dragons trifft. Beide Teams leisten sich mit die meisten Turnover in der ProA.

14 Dreierversuche bei den letzten beiden Besuchen, zehn Treffer. Am Ischeland weiß Chase Griffin ganz genau, wo der Korb hängt. Vor zehn Jahren stieg der US-Amerikaner hier mit Phoenix Hagen in die Basketball-Bundesliga auf, in den letzten beiden Spielzeiten siegte er eine Klasse tiefer mit Crailsheim Merlins und Artland Dragons in der Krollmann Arena. Dass dem mittlerweile 36-Jährigen der Fokus gilt, wenn er mit den Dragons am Mittwoch erneut in Hagen gastiert (19.30 Uhr), ist klar. „Chase ist auch nach gefühlt 15 Jahren immer noch ein Profi, der stets seine Leistung abruft und heiß auf jedes Spiel ist“, hat Phoenix-Trainer Chris Harris großen Respekt: „Er ist immer noch ein Top-Spieler der 2. Bundesliga.“

Griffin ist nur einer von drei US-Guards der Artland Dragons, neben ihm sind Spielmacher Pierre Bland und der nachverpflichtete Malik Dunbar die Topscorer im Team von Trainer Florian Hartenstein. Neben Dunbar kam lediglich Center-Riese Robert Oehle aus Nürnberg nach Quakenbrück, ansonsten blieb der Vorjahres-Kader weitgehend zusammen. Hier zählen der junge Litauer Danielius Lavrinovicius und die Deutschen Paul Albrecht, Thorben Döding, Jonas Herold und Jannes Hundt noch zum Stamm. Einen Sieg konnten die Dragons bisher noch nicht verzeichnen, sie unterlagen den Playoff-Aspiranten Tübingen, Nürnberg und Heidelberg. Beim jüngsten 88:94 nach Verlängerung gegen Heidelberg hatten sie den Sieg vor Augen, ehe Lavrinovicius kurz vor der Sirene nur einen von zwei Freiwürfen verwandelte. „Mit sehr dünner Besetzung haben sie eine starke Mannschaft fast geschlagen“, verwies Harris darauf, dass mit Albrecht und Jonathan Malu unter dem Korb zwei Akteure verletzt fehlten.

„Alle sind fit, alle haben Schuhe“

Für Malu (Knöchelverletzung) gilt das auch noch in Hagen, bei Albrecht (Wadenbeschwerden) hoffen die Dragons auf einen Einsatz. Und wollen den ersten Saisonsieg, den ihr Gegner zuletzt in Paderborn schaffte. „Wir haben im letzten Spiel bewiesen, dass wir mit starken Teams in der Liga mithalten können“, sagte Coach Hartenstein: „Gegen Phoenix müssen wir unsere Fehleranfälligkeit jedoch noch weiter minimieren.“ Das gilt allerdings auch für die Gastgeber, wie Phoenix-Cheftrainer Harris betont, der dabei besonders ein Statistik-Detail im Blick hat: „Wir haben die zweitmeisten Ballverluste in der Liga, diese Zahl muss unbedingt runter“, sagt Harris. Nur sein Ex-Klub Schalke 04 (17,5 Ballverluste pro Partie) weist einen schlechteren Wert als Phoenix (17,3) auf, die Artland Dragons sind drittschwächstes ProA-Team in dieser Kategorie.

Beim Duell am vierten Spieltag wird so auch die Mannschaft größere Siegchancen haben, die besser auf den Ball aufpasst. Für Phoenix wäre es nicht nur der dringend ersehnte erste Heimerfolg 2019, es wäre auch der erste ProA-Sieg gegen die Dragons. In der Vorsaison nach deren Aufstieg musste sich Phoenix gleich zweimal (71:79 und 64:67) gegen Griffin und Co. geschlagen geben. „Ähnlich wie Karlsruhe liegen sie uns von der Spielweise scheinbar nicht“, weiß Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel. Die Voraussetzungen, dennoch endlich den ersten Heimsieg des Jahres zu schaffen, sind indes nicht schlecht. „Alle sind fit, alle haben gut trainiert“, sagt Harris und - mit augenzwinkerndem Verweis auf Michael Gilmore: „Alle haben Schuhe.“

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