Vorlesetag

Fußballtrainer Hannes Wolf inspiriert Schüler in Volmarstein

Hannes Wolf besucht anlässlich des Vorlesetages die Schüler im Berufskolleg der Stiftung Volmarstein.

Hannes Wolf besucht anlässlich des Vorlesetages die Schüler im Berufskolleg der Stiftung Volmarstein.

Foto: Veronika Szary / WP

Volmarstein.  Bundesliga-Trainer Hannes Wolf will mit dem Buch von Schalkes Norbert Elgert wichtige Werte vermitteln. Das sagt er zu einem möglichen neuen Job.

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In einer BVB-Hochburg las Fußball-Trainer und Fernsehexperte Hannes Wolf ausgerechnet aus der Autobiographie von Schalkes Ausbilder Norbert Elgert – und landete damit einen vollen Erfolg. Anlässlich des Vorlesetages hat der gebürtige Bochumer, der als Trainer bereits für Borussia Dortmunds U19 sowie den Hamburger SV aktiv war, die Schule für körperbehinderte junge Menschen besucht. Für diesen Anlass hat er eine Geschichte ausgewählt, an die sich Torhüter Manuel Neuer in dem Buch „Gib alles, nur nicht auf“ erinnert hat.

Norbert Elgert kam demnach mal mit einem Hasen in die Kabine. „Das ist Hans, der Angsthase. Hans hat sich zuletzt bei uns irgendwie ständig mit auf den Platz geschlichen. Ich will, dass jetzt alle auf den Platz gehen. Mutig. Stark. Selbstbewusst. Nur einer bleibt hier drin. Nämlich Hans, der Angsthase“, heißt es in der Episode. Für Hannes Wolf war es wichtig, mit dieser Geschichte zu zeigen, dass Lesen auch lustig sein kann und Spaß macht.

Werte von Norbert Elgert vermitteln

Aber auch die Botschaft dahinter wollte er den Schülern näher bringen: „Solche Bilder, wie das vom Angsthasen, prägen sich viel besser ein als reine Fakten. Das habe ich als Trainer selber erlebt. In einer Fußballmannschaft, aber auch im Leben, ist es für jeden wichtig, dass man Menschen um sich herum hat, die einen aufbauen.

Es ist wichtig, Menschen nicht schwächer zu machen, sondern sie zu stärken. So steht Norbert für etwas, das mir auch heilig ist: Nämlich die Art, wie man miteinander umgeht und sich gegenseitig stärkt und hilft“, sagte Wolf und betonte: „So sind Bücher und Geschichten auch immer eine Chance, zu lernen. Lernen sollte man ja nicht nur für die Schule oder die nächste Arbeit, sondern auch auf persönlicher Ebene, um sich selbst weiterzuentwickeln.“

Geschichte inspiriert

Die Schüler aus Volmarstein waren von der Geschichte begeistert und bewegt. „Das erinnert mich an mein eigenes Leben. Ich bin zwar kein Fußballer, aber Rollstuhlhockey-Spieler. Ich bin Torwart, und mein Trainer sagt auch immer, dass wir niemals aufgeben dürfen. Egal in welcher Situation. Wenn der Trainer Bilder benutzt, ist das viel eindrücklicher“, sagte ein Schüler. Eine andere Schülerin hat das Buch sogar selbst in ihrem Schrank stehen: „Ich hatte viele Rückschläge und auch Unfälle. Aber ich bin immer wieder aufgestanden. Das Buch hat mich inspiriert.“

Hannes Wolf versuchte, den Schülern zu vermitteln, dass sie mit Selbstzweifeln nicht alleine sind: „Ich durfte mit fantastischen Spielern arbeiten. Aber auch die sind ganz normale Menschen. Sie denken darüber nach, ob sie gut genug sind. Es passieren Dinge im Leben oder im Sport, die dich rausbringen, auch wenn man eigentlich selbstbewusst ist. Dann wieder bei sich zu sein, ist eine große Herausforderung. Das geht den besten der besten Fußballer so, aber die lernen dann irgendwann, damit umzugehen.“

Neuer Posten als Trainer? „Natürlich hab’ ich wieder Lust!“

Lange konnte Hannes Wolf, der auch als Fernsehexperte bei Sky arbeitet, nicht im Werner-Richard-Berufskolleg in Volmarstein bleiben. Auf die Frage, wann wir ihn als Trainer wieder sehen, sagte der gebürtige Bochumer aber dann doch noch den interessierten Schülern: „Das weiß ich noch nicht. Früher hätte ich das nicht gedacht, aber es geht mir auch gut, ohne Trainer zu sein. Aber natürlich hab ich wieder Lust. Es muss aber auch für die Familie passen. Es ist ja nicht immer so einfach mit den Orten, an denen man dann arbeiten würde.“

Ob sich so eine Entscheidung im schnelllebigen Fußballgeschäft täglich oder stündlich ändern kann? „Ja, deshalb muss ich ja gleich weg“, sagte Hannes Wolf mit einem Lachen.

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