Handball

Eintracht Hagen: Aufsteiger kann den Favoriten lange ärgern

Einer hat Grund zum jubeln: Damian Toromanovic (rechts) steuert sechs Tore für den VfL Eintracht Hagen bei, während Bence Lugosi (links) vom TV Cloppenburg mit seinem Team unterliegt.

Einer hat Grund zum jubeln: Damian Toromanovic (rechts) steuert sechs Tore für den VfL Eintracht Hagen bei, während Bence Lugosi (links) vom TV Cloppenburg mit seinem Team unterliegt.

Foto: Sebastian Lahmer / WP

Hagen.  3. Handball-Bundesliga: TV Cloppenburg hält gut mit, bevor sich Eintracht Hagener den 33:26-Erfolg sichern kann.

Vor der Partie hätten wohl einige der 150 Zuschauer mit einem klareren Verlauf gerechnet. Nur dank eines starken Schlussspurts in den letzten zehn Minuten sicherte sich Handball-Drittligist VfL Eintracht Hagen mit einem 33:26-Erfolg gegen den TV Cloppenburg den zweiten Sieg im zweiten Spiel.

Und dabei waren die Voraussetzungen für die Gäste aus Niedersachsen alles andere als gut. Der Aufsteiger konnte aufgrund von örtlichen Corona-Beschränkungen erst seit einer Woche wieder mit der gesamten Mannschaft trainieren und hat bisher kein Saisonspiel bestritten. Auch der VfL musste das letzte Pflichtspiel bekanntermaßen kurzfristig absagen. Wie auch schon im ersten Heimspiel gegen Habenhausen kamen die Favoriten aus Hagen nicht optimal in die Partie.

Die Gäste hingegen starteten gut. Überhastete Abschlüsse und technische Fehler im Angriff des VfL führten dazu, dass der TV nach sechs Minuten durch das Tor von Jeppe Villumsen überraschend mit 4:1 vorne lag. Hinzu kam, dass der Aufsteiger in den meisten Spielaktionen wacher wirkte als die Gastgeber. „Der Gegner hat gemerkt: Wenn wir gut mitspielen, dann geht vielleicht auch was“, bemängelte Eintracht-Trainer Stefan Neff, dass man das Spiel nicht von Beginn an dominierte. Im Angriff verloren die Eintrachtler mehrmals durch Unkonzentriertheiten zu schnell den Ball, so dass man nach 20 Minuten immer noch mit 6:9 hinten lag.

Auszeit rüttelt die Eintracht wach

In der Folge sah sich der Hagener Coach gezwungen eine Auszeit zu nehmen, in der er auf gewohnt emotionaler Art der Mannschaft seinen Unmut über die Spielweise mitteilte. Und das auch mit Erfolg, denn die Eintracht schien nun wie wach gerüttelt von den Worten des Trainers.

Innerhalb kurzer Zeit war die Partie gedreht, als der treffsichere Damian Toromanovic von Rechtsaußen zum 10:9 (23.) einnetzte. Auch das Zusammenspiel mit Kreisläufer Tilman Pröhl klappte, was bis zur Pause eine 15:12-Führung bedeutete. „In der Halbzeit habe ich appelliert, mit der gleichen Dynamik wieder rauszugehen, was aber offensichtlich nicht funktioniert hat“, musste Neff eingestehen. Schnell und torreich wurde das Spiel zunächst nach dem Seitenwechsel. Trotzdem wussten die Gäste das Tempo der Gastgeber mitzuhalten und blieben beim 17:19 durch Villumsen (37.) noch in Reichweite.

Alles sah danach aus, als wenn der VfL jeden Moment davonziehen würde - doch es kam anders. Vor allem weil die Absprache in der Defensive nicht mehr stimmten und offensiv erneut Ballverluste entstanden oder beim Abschluss das Wurfglück fehlte, glich Ole Harms zum 20:20 (40.) aus. Daraufhin nahm Neff eine Auszeit, die dieses Mal allerdings keinen Wachmach-Effekt hervorrief. Der starke Villumsen, der für die Eintracht-Abwehr während der gesamten Parte kaum in den Griff zu bekommen war, spielte seinem Team beim 24:22 (46.) per sehenswerten Unterarmwurf einen Zwei-Tore-Vorsprung heraus. Doch die Hausherren blieben dran, Kim Voss-Fels glich zehn Minuten vor dem Ende zum 25:25 aus - und rüttelte seine Teamkollegen damit wach.

Innenblock ohne Durchkommen

Im Innenblock deckten Pröhl und Alexander Becker aggressiver und konsequenter, wodurch dem Gegner kaum mehr ein Durchkommen geboten wurde. Und vorne blühten die Rückraumspieler Voss-Fels und Tim Stefan auf. Tor um Tor setzte sich der Favorit ab. Nach Stefans 29:25 (56.) kehrte Beruhigung ein. Ein Spiel, in dem die meisten einen einseitigen Spielverlauf erwartet hätten, gestaltete sich über weite Teile überraschend ausgeglichen. Erst gegen Ende blitzte die Klasse der Hagener auf, so dass beim Abpfiff ein 33:26-Sieg stand. „An anderen Tage geht das schief. Wir müssen das Spiel konsequenter gestalten“, zog Neff sein Fazit.

+++Infobox+++

VfL Eintracht Hagen: Mahncke, Mossuto; Bürgin, Becker (4), Pröhl (1), Schmidt (2/2), Voss-Fels (5/2), Ridder (4), Athanassoglou, Gaubatz, Kister (1), Mestrum (4), Stefan (6), Toromanovic (6).

Beste Torschützen Cloppenburg: Villumsen (9), Harms, Jörgensen (je 5).

Zuschauer: 150.

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