Handball

Drittliga-Spitzenreiter entlässt Hagener Trainer Stefan Neff

In Schalksmühle entlassen: Trainer Stefan Neff

In Schalksmühle entlassen: Trainer Stefan Neff

Foto: Michael Kleinrensing

Schalksmühle/Hagen.  Trainerbeben bei Handball-Drittligist SG Schalksmühle/Halver: Der Spitzenreiter entlässt überraschend den Hagener Trainer Stefan Neff.

Große Überraschung in der 3. Handball-Liga: Die SG Schalksmühle/Halver, die punktgleich mit dem VfL Eintracht Hagen die Klasse anführt, hat sich nach drei Spieltagen „aufgrund unüberbrückbarer Differenzen mit der 1. Mannschaft“ von Cheftrainer Stefan Neff getrennt. Der Hagener, der zuvor den TuS Volmetal in die 3. Liga geführt hatte, wurde nach vier Spielzeiten und drei Partien bei den SGSH Dragons nun mit sofortiger Wirkung bis Saisonende beurlaubt. In Schalksmühle hatten seine Teams mit aufsteigender Tendenz die Ränge 13, acht, sechs und zwei belegt, nun führt es die Tabelle an. Seine Aufgaben übernehmen nun bis Saisonende die Co-Trainer Matthias Reckzeh und Hans-Peter Müller.

Man sei Neff „sehr dankbar für das, was er in den letzten Jahren bei uns im Verein geleistet hat“, erklärte die SGSH-Klubführung: „Es war eine stetige Entwicklung nach oben.“ Man räumte ein, dass der jetzige „Schritt nach reiflicher Überlegung“ für Außenstehende „sicherlich nur schwer nachvollziehbar“. Die emotionale Art des Trainers im Umgang mit dem Team soll zu Unzufriedenheit beim Personal geführt haben, darauf reagierte die Klubführung nun offensichtlich. Der 32-jährige Neff zeigte sich erschüttert von der Entwicklung. „Es zieht einem den Boden unter den Füßen weg. Ich habe schon Aurich-Videos geschaut und war aufs Training vorbereitet. Mit so etwas habe ich nicht gerechnet“, sagte der Hagener dem Märkischen Zeitungsverlag: „Ich kann es auch nicht nachvollziehen, nur professionell hinnehmen.“ Er sei ein emotionaler Typ, damit sei er auch sehr erfolgreich gewesen und werde diesen Weg weitergehen: „Ich werde mich jedenfalls nicht verbiegen, um irgendwem zu gefallen.“

Nicht erwartet hatte diesen Schritt auch der Gevelsberger Co-Trainer Hans-Peter Müller, vor seinem Schalksmühler Engagement beim VfL Eintracht Hagen aktiv. „Das kam für mich und Stefan sehr überraschend, damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Müller Der Saisonstart und die aktuelle Platzierung sprechen sich eigentlich für sich, genauso wie die Entwicklung in den vergangenen Jahren. Ich bin sehr traurig, zukünftig nicht mehr mit meinem Freund Stefan Neff zusammen arbeiten zu können.“ Die als Begründung angegebenen unüberbrückbaren Differenzen habe er nicht wahrgenommen. „Nein, das habe ich nicht. Mehr kann und möchte ich dazu auch nicht sagen“, erklärte Müller: „Dass es hin und wieder auch einmal Differenzen mit einzelnen Spielern gibt, die unzufrieden sind, gehört dazu. Meine Zusammenarbeit mit Stefan war immer 1A, wir haben uns gegenseitig immer wieder etwas vom anderen abgeguckt. Genauso wie es eben bei einem Trainerduo sein soll.“

Mit Matthias Reckzeh coacht Müller nun die Schalksmühler, die zum Spitzenspiel am 27. September beim VfL Eintracht Hagen antreten. „Die Tabelle sieht gut aus, das genießen wir alle gerade. Allerdings kommen die richtig schweren Gegner noch und dann wird die Tabelle auch geradegerückt und aussagekräftiger“, räumt Müller ein: „Mit Mannschaften wie Hagen oder Wilhelmshaven können wir nicht mithalten, die trainieren zehn Mal in der Woche. Wir stehen nur vier Mal pro Woche in der Halle, also müssten diese Mannschaften ja schon sechs Mal besser sein als wir. Die Tabellenführung ist bis jetzt nur ein lustiges Beiwerk zu unseren guten Auftritten bisher.“

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