Basketball

Crawford macht Spiel der BG Hagen variabel

Den Korb und den Regionalliga-Titel im Blick hat Domonique Crawford. Mit der BG Hagen erwartet der US-Flügelspieler heute sein Ex-Team EN Baskets Schwelm am Ischeland.

Foto: Michael Kleinrensing

Den Korb und den Regionalliga-Titel im Blick hat Domonique Crawford. Mit der BG Hagen erwartet der US-Flügelspieler heute sein Ex-Team EN Baskets Schwelm am Ischeland. Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Mit Schwelm stieg Domonique Crawford aus der ProB ab, mit der BG würde er gern dorthin zurückkehren. Am Freitag trifft er auf sein Ex-Team.

Amerikaner haben im Hagener Spitzen-Basketball seit den Tagen von Jimmy Wilkins eine lange Tradition, zuletzt traten sie im Phoenix-Trikot meist im halben Dutzend an. Beim aktuellen Topklub BG Hagen ist Domonique Crawford der einzige US-Akteur, mit Teamkollegen aus der Region, aus Griechenland, Litauen und Bulgarien will er die persönliche Rückkehr in die 2. Bundesliga ProB schaffen.

Dort trat der 32-Jährige zuletzt für die EN Baskets Schwelm an, die er heute mit den Hagenern zum Regionalliga-Spitzenspiel in der Arena am Ischeland empfängt (20.15 Uhr). „In Schwelm hatten wir eine solide Mannschaft“, denkt Crawford die Baskets zurück, mit denen er den Abstieg nicht verhindern konnte: „Aber es fehlte an der Teamchemie. Die haben wir bei der BG.“

Es begann mit Wilkins, setzte sich über Keith Gatlin oder zuletzt David Bell fort. Die prägenden Amerikaner im Hagener Basketball waren häufig Guards, auch die Konkurrenz in der Regionalliga besetzt gern den Spielaufbau mit einer Fachkraft aus den USA. 1,96-m-Mann Crawford ist eher vielseitiger Flügelspieler mit Stärken beim Wurf wie beim Rebound, das macht ihn für die BG so wertvoll.

„Er kann von der Position zwei bis zur vier alles spielen, notfalls sogar unter dem Korb auf der Fünf“, sagt Trainer Kosta Filippou, „für unsere Teamkonstellation ist das wichtig, durch seine Qualitäten macht er unser Spiel sehr variabel.“ Im Aufbau ist die BG mit den Talenten Pascal Zahner-Gothen und Jasper Günther sowie dem Bulgaren Todor Zahariev gut besetzt. „Sie können mit den amerikanischen Pointguards gut mithalten“, findet Crawford, „ich kreiere auf anderen Positionen Vorteile für uns.“

Crawford ist mit 19,7 Zählern im Schnitt BG-Topscorer, rangiert auf Platz vier der Liga-Korbjäger. Doch den eher amerikanischen Stil, im Eins-gegen-Eins Punkte zu forcieren, pflegt er nicht. „Ich lasse das Spiel eher auf mich zukommen, erzwinge nichts“, beschreibt er seine Spielweise, „bei uns kann an jedem Abend ein anderer 15, 18 Punkte machen. Das ist BG-Basketball, den müssen wir auch gegen Schwelm zeigen.“

Bei Radomirovic-Teams

Der im Bundesstaat Michigan geborene US-Flügelspieler hat schon eine wechselvolle Karriere in Europa hinter sich. Nach dem Abschluss am Youngstown State-College in Ohio, übrigens zwei Jahre nach dem späteren Phoenix-Center Adam Baumann, startete er als Profi beim österreichischen Erstligisten Oberwart Gunners. Drei Jahre spielte er danach beim ProA-Ligisten Freiburg, war dort dominanter Akteur, ehe ihn Achillessehnen-Risse gleich zweimal stoppten.

In Luxemburg wurde der frühere BG-Trainer Pure Radomirovic sein Coach, auch unter dessen Sohn Adam spielte er für einen Klub im Großherzogtum, ehe ihn Radomirovic senior nach Schwelm holte. Dort traf er im Vorjahr in mehreren Testspielen auf die BG Hagen, nach Gesprächen mit dem zwischenzeitlichen Teamkollegen Sören Fritze wechselte er im letzten Sommer zu dessen Stammklub.

Und fühlt sich in Hagen als Mannschafts-Senior ausgesprochen wohl. „Meine Teamkollegen sind wie kleine Brüder für mich“, sagt er, „wenn der Verein will, würde ich gern hier bleiben.“ Am liebsten eine Spielklasse höher, dafür wäre ein Sieg heute gegen sein Ex-Team ein großer Schritt, auch wenn Crawford („Die Liga ist unberechenbar, in fünf Spielen kann alles passieren“) auf das schwere Restprogramm hinweist.

„Schwelm ist für mich Vergangenheit, aus der aktuellen Mannschaft kenne ich ohnehin nur zwei, drei Spieler“, sagt er, „mein Fokus gilt ganz der BG.“ Dabei setzt er im Gipfeltreffen auf eine große Kulisse am Ischeland: „Ich hoffe, ganz Hagen kommt in die Halle und gibt uns Extra-Energie. Die großartige Unterstützung hat uns schon zuletzt in Münster sehr geholfen.“

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