Basketball-Oberliga

BG Harkortsee startet riesigen Kraftakt

Spieler der BG Harkortsee demontieren das defekte Brett, um danach das Brett eines Seitenkorbes dort anzubringen. Im Hintergrund macht sich Haspe 70 warm.

Spieler der BG Harkortsee demontieren das defekte Brett, um danach das Brett eines Seitenkorbes dort anzubringen. Im Hintergrund macht sich Haspe 70 warm.

Vorhalle.   Beim Aufwärmen zur Basketball-Oberliga-Partie BG Harkortsee - Haspe 70 II zersplitterte ein Brett - Auftakt zu einem immensen Kraftakt.

Dass die BG Harkortsee abgeschlagener Letzter in der Basketball-Oberliga ist, mag statistisch ausdrücken, dass es sich um ein ziemliches Verlierer-Team in dieser Saison handeln könnte. Nicht aber, was den Zusammenhalt im Team und im Klub angeht. Was in den Minuten nach 15.40 Uhr am vergangenen Samstag in der Karl-Adam-Halle geschah, zeugt von einer echten Vereinsleistung.

Warmmachen vor dem Oberliga Stadtderby Harkortsee gegen SV Haspe 70 II. Plötzlich: ein Knall. Bei einem Dunking der Gastgeber reißt der Ring ab, das Plexi-Glas-Brett zerspringt in hunderte Teile. Und nun? Von den Gästen kommt der Hinweis, die Heimmannschaft müsse für eine Ersatz-Korbanlage sorgen. Doch das stimmt nicht. Das Ersatz-Spielbrett muss laut Ausschreibung nur in der ersten Regionalliga vorhanden sein.

Überlegungen beginnen. Es ist 15.45 Uhr und es bleibt eine Frist 30 Minuten ab offiziellem Spielbeginn (also bis 16.30 Uhr), das Spiel irgendwie möglich zu machen. Zwar sind die Querfelder in der Karl-Adam-Halle nicht für die Oberliga zugelassen, doch die Schiedsrichter könnten eines im Ausnahmefall für bespielbar erklären. Diese Variante lehnt Haspe 70 ab, weil das Verletzungsrisiko zu hoch sei. Die Schiedsrichter rufen einen Spielleiter an, der andeutet: Die Partie könnte neu angesetzt werden.

Neuer Korb hilft Damen zum Sieg

Unterdessen hat sich die Mannschaft von Harkortsee Werkzeug besorgt, demontiert mit einer Vier-Meter-Leiter das Brett und montiert Brett und Ring eines Seitenkorbes auf die Hauptanlage. Ein wahnsinniger Kraftakt. Als die Mannschaft fertig ist, ist es 16.25 Uhr. Fünf Minuten vor Fristende. Das Problem: Der Ring hängt 13 Zentimeter zu hoch. Die Schiedsrichter brechen das Spiel ab.

„Aber Leute“, sagt BGH-Center Marius Orlowski, „jetzt haben wir so viel gearbeitet, lasst uns das zu Ende bringen.“ Denn um 18 Uhr sollen die Harkortsee-Damen ein Duell gegen Werne im Kampf um den Landesliga-Klassenerhalt spielen. Danach gibt es noch ein Herren-Bezirksliga-Spiel. Weiteres Werkzeug wird geholt und die Anlage so montiert, dass der Ring auf 3,05 Metern hängt. Als das Damen-Team des TV Werne in der Halle eintrifft, hilft sogar deren Trainer mit. Der Korb ist repariert, das Spiel möglich. Und die Harkortsee-Damen gewinnen noch dazu.

Die Spielleitung des Westdeutschen Basketballverbandes hat unterdessen noch keine Entscheidung zur abgebrochenen Herren-Oberliga-Partie getroffen. Wie sie gewertet wird, ist noch unklar.

VFK Boele-Kabel jubelt, TuS Breckerfeld zittert

Während der TuS Breckerfeld in der Basketball-Oberliga nach einer Heimniederlage gegen Soest am vorletzten Spieltag weiter abstiegsbedroht ist, festigte der VFK Boele-Kabel mit einem Sieg in Dortmund-Schüren den vierten Platz.

TuS Breckerfeld - BC Soest 77:86. Nach einem Elfpunkte-Halbzeitrückstand, an dem Soests US-Amerikaner Antoine Hosley mit 24 Zählern maßgeblichen Anteil hatte, stellten die Breckerfelder die Verteidigung um und starteten mit einem 10:0-Lauf ins dritte Viertel. Doch danach schlichen sich wieder Fehler ein, die den Soestern zum Sieg verhalfen. „Die Einstellung der Jungs stimmt zu 100 Prozent, wir haben jetzt am Samstag beim SVD Dortmund ein Endspiel um den Klassenerhalt“, weiß TuS-Trainer Timo Senger.

TuS Breckerfeld: Oehme (12), L. Kühnelt, Beutgen, Stern (8), Falkenroth (1), T. Gensler (3), Brockhaus (19), S. Gensler (8), Köppen (13), Badura (7), G. Kühnelt (6).

TSG Dortmund-Schüren - VfK Boele-Kabel 69:84. Nur zu sechst angetreten, waren die Boeler auf der Center-Position klar im Vorteil, was Mathias Veit und Tobias Wiesner als blendend aufgelegter Topscorer zu nutzen wussten. Nils Longerich traf zudem stark von außen. Auch mit relativ ruppiger Spielweise nach der Pause konnten die Dortmunder den Rhythmus der Gäste, die bei Halbzeit mit 17 Punkten führten, nicht entscheidend stören.

VFK Boele-Kabel: Hagedorn (3), Wortmann (4), Kassner (6), Longerich (24), Wiesner (31), Veit (16).

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