Fußball

Antwi-Adjei wird Hagens Fußball-Nationalspieler Nummer drei

Christopher Antwi-Adjei (rechts, hier gegen Augsburgs Ohis Felix Uduokhai) reist nun doch zu Ghanas Fußball-Nationalteam und hofft dort auf sein Länderspiel-Debüt.

Christopher Antwi-Adjei (rechts, hier gegen Augsburgs Ohis Felix Uduokhai) reist nun doch zu Ghanas Fußball-Nationalteam und hofft dort auf sein Länderspiel-Debüt.

Foto: David Inderlied / dpa

Hagen.  Er wird Hagens dritter Fußball-Nationalspieler: Christopher Antwi-Adjei ist nun doch zu Ghanas Länder-Auswahl nachgereist.

Jetzt hat es doch noch geklappt, Hagen hat in diesen Tagen seinen dritten Fußball-Nationalspieler: Die Passprobleme sind erledigt, Christopher Antwi-Adjei vom Bundesligisten SC Paderborn reiste am Mittwoch doch in die Heimat seiner Eltern und stieß dort zum ghanaischen Nationalteam, für das der 25-Jährige erstmals nominiert worden ist. Ob der Flügelflitzer angesichts der mehr als zwölf Stunden dauernden Reise schon heute zu Ghanas Aufgebot in der Africa-Cup-Qualifikation gegen Südafrika gehört, erscheint eher fraglich. Doch am nächsten Montag treten die „Black Stars“ auch noch zum Spiel in Sao Tomé und Principe an, dann könnte der in Ostwestfalen stets „Jimmy“ gerufene Antwi-Adjei sein Länderspiel-Debüt geben.

Dritter Hagener nach Rodekamp und Dogan

Er wäre dann der erst dritte gebürtige Hagener, der es in ein Fußball-Nationalteam der Herren geschafft hat. Für die deutsche Länderelf trat bisher nur Walter Rodekamp an, der vom TSV Hagen 1860 stammende Angreifer wurde 1965 - damals Bundesliga-Torjäger bei Hannover 96 - vom Bundestrainer Helmut Schön nominiert. Drei Länderspiele bestritt er mit der Generation Uwe Seeler und Franz Beckenbauer, Höhepunkt war sein Einsatz im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro vor 140 000 Fans gegen Weltmeister Brasilien um den großen Pelé.

Neben Rodekamp gab es in diesem Jahrzehnt aber noch einen weiteren Nationalspieler aus Hagen. İshak Doğan, in Haspe aufgewachsen und in der Jugend bei Fortuna Hagen und den Sportfreunden Geweke aktiv, machte nach seinem Wechsel in die Türkei 2011 Karriere. Und wurde zwei Jahre später vom dortigen Nationaltrainer Fatih Terim viermal in der A-Nationalmannschaft eingesetzt.

Für Geburtsland seiner Eltern

Auch Christopher Antwi-Adjei tritt für das Geburtsland seiner Eltern an, dabei hatte der am am 7. Februar 1994 in Hagen geborene Flügelspieler bisher noch nicht einmal einen ghanaischen Pass. Deshalb schien nach seiner ersten Nominierung für das Nationalteam Ghanas durch Nationaltrainer Kwesi Appiah für die Spiele der Africa-Cup-Qualifikation ein Einsatz aufgrund einer Vielzahl von Formalitäten angesichts der kurzen Vorlaufzeit zunächst nicht möglich. „Ich hänge derzeit leider etwas in der Luft und muss einfach abwarten“, sagte Antwi-Adjei der „Neuen Westfälischen“ noch zu Wochenbeginn. Ganz kurzfristig erhielt der Hagener nun aber doch einen ghanaischen Pass. „Im intensiven Dialog mit den Behörden konnten alle Beteiligten schließlich eine Lösung erzielen“, teilte der SC Paderborn mit.

Debüt für die „Black Stars“

Am Mittwoch machte sich Antwi-Adjei auf die Reise Richtung Afrika, von Düsseldorf über Paris ging es per Sieben-Stunden-Flug nach Accra. Von Ghanas Hauptstadt war dann noch eine dreistündige Autofahrt nach Cape Coast notwendig, in der Küstenstadt wird am Donnerstag um 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit die erste Qualifikations Partie gegen Südafrika angepfiffen. Eine realistische Einsatzchance hat Antwi-Adjei, dessen Fehlen Ghanas Fußball-Verband zunächst am Dienstag verkündet hatte, wohl eher im zweiten Qualifikationsspiel am nächsten Montag in Sao Tomé und Principe. Ein Debüt für die „Black Stars“ wäre ein weiterer Höhepunkt in der rasanten Karriere des 25-Jährigen, der vor drei Jahren mit der TSG Sprockhövel noch in der Regionalliga aktiv war und nach seinem Wechsel nach Paderborn mit dem SCP nacheinander in 2. Bundesliga und 1. Bundesliga aufstieg. Und sich auch dort mittlerweile als Stammspieler etabliert hat.

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