ELE-Junior-Cup

Wenn die Kleinen die Größten sind

Aus im Halbfinale: Die D-Junioren des SV Horst 08 verloren nach Neunmeterschießen mit 2:3 gegen Eintracht Erle.

Aus im Halbfinale: Die D-Junioren des SV Horst 08 verloren nach Neunmeterschießen mit 2:3 gegen Eintracht Erle.

Foto: Michael Korte

Schalke.  Bei der 13. Auflage des D-Juniorenturniers strömen  500 Zuschauer in die Glückauf-Kampfbahn. Große Emotionen begleiten nicht nur das Finale.

Als der letzte Pfiff des Schiedsrichters ertönt, kann Liv Stahl ihre Emotionen nicht länger verstecken. Der Torhüterin der D-Juniorenfußballer des SV Horst 08 kullert eine Träne nach der anderen übers Gesicht. Durch die 2:3-Niederlage nach Neunmeterschießen gegen Eintracht Erle ist der Traum vom Finale geplatzt. Dabei war sie beim letzten Schuss doch noch mit den Fingerspitzen am Ball, konnte ihn aber nicht am Überqueren der Torlinie hindern. Einer Elfjährigen kann das schon sehr nahe gehen.

Es ist eine der vielen emotionalen Geschichten, die der 13. ELE-Junior-Cup schreibt. Über sieben Stunden lang kämpfen 24 D-Jugendteams um den Turniersieg. Mama, Papa, Oma, Opa und Co. dürfen dabei als seelische Unterstützung natürlich nicht fehlen. So strömen neben den Spielern und Trainern der Mannschaften insgesamt 500 Besucher in die Glückauf-Kampfbahn.

Es hätten allerdings noch deutlich mehr sein können, denn mit Rhenania Bottrop, SSV/FCA Rotthausen, SuS Beckhausen 05, SpVgg Erle 19, SC Schaffrath und BV Horst-Süd sagten sechs Teams ihre Teilnahme ab. Spaß haben die restlichen elf- bis zwölfjährigen Kids auf den vier Spielfeldern und drumherum aber trotzdem. Die Kicker von Eintracht Erle nutzen ihre zwischenzeitliche Spielpause etwa zu einer kleinen Runde Fußballtennis. Die Werbebanden des Namensgebers und Hauptsponsors ELE funktionieren sie dabei kurzerhand zum Netz um.

Hitziges Viertelfinale zwischen Erle und Buer

Anders macht es der BV Rentfort. Trainer Marco Schulze fordert seine Schützlinge in der Unterbrechung zwischen Vor- und K.-o.-Runde mit einer anspruchsvollen Passübung samt Auftaktbewegung. Nach anfänglichen Problemen meistern die Rentforter die Aufgabenfolge gekonnt, da könnte sich auch die ein oder andere Seniorenauswahl etwas von abschauen. Tatsächlich soll sich das im weiteren Verlauf der K.-o.-Phase sogar noch auszahlen.

Jene wird nur noch auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen, damit alle Beteiligten auf der großen Haupttribüne Platz nehmen können. Während die Spiele zuvor noch ziemlich ruhig vonstatten gegangen sind, wird es im Viertelfinale zwischen Titelverteidiger Erler SV 08 und der SSV Buer hitzig. Einige harte Einsteiger der Erler bringen Spieler und Fans der Bueraner auf die Palme. Sportlich fällt die Entscheidung erst im Neunmeterschießen, als der als Schütze angetretene SSV-Torwart am Pfosten scheitert.

Der BV Rentfort setzt sich gegen den Erler SV 08 durch

Ähnlich bitter verläuft das anschließende Halbfinale für Liv Stahl und ihre Horster. Als einziges Mädchen behauptet sie sich gegen die vielen Jungs. Doch das ist für sie nichts Neues: „Ich bin schon seit fünf Jahren Torwart. Die Jungs sind alle super nett, da gibt es nie irgendwelche schlechten Kommentare“, erzählt sie, als die Niederlage gegen Eintracht Erle verdaut ist. „Wir hätten unsere Chancen da einfach besser nutzen müssen“, lässt sie sogar eine erste Fehleranalyse folgen.

Als Liv Stahl noch gegen die Eintracht im Kasten steht, gelingt dem BV Rentfort im anderen Halbfinale gegen Favorit Erle 08 das schönste Tor des Tages. Ein Freistoß aus 30 Metern senkt sich perfekt unter die Latte, alle Rentforter begraben ihren Torschützen unter sich. Nach dem 1:0-Sieg über den Titelverteidiger lassen die Gladbecker im Finale Eintracht Erle keine Chance und gewinnen mit 4:0. Eintracht-Trainer Maik Adler ist dennoch begeistert von seiner Truppe: „Es ist Wahnsinn, was die Jungs als Jungjahrgang heute geleistet haben. Wir hatten schon im Halbfinale gegen Horst nicht damit gerechnet, dass wir weiterkommen. Die Jungs sind jetzt natürlich erstmal enttäuscht, aber morgen sieht das schon anders aus“, sagt er.

Als seine Erler bei der Siegerehrung aber auch einen kleinen Pokal erhalten, huscht den meisten Talenten schon wieder ein Lächeln durchs Gesicht. Auch Keeperin Liv Stahl und ihre Horster Kollegen erhalten einen Preis. Stolz lächeln sie beim Abschlussfoto in die Kameras. Das sind diese Momente, in denen die Kleinen die Größten sind...

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