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So bereitet sich Schalkes U19 aufs Finale gegen Hertha vor

Oberhausen.   Schalkes U19 spielt Sonntag in Oberhausen um die Meisterschaft. Vor Hertha BSC hat Trainer Norbert Elgert großen Respekt, aber keine Angst.

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Geschlafen wird zu Hause. Den Ablauf will Norbert Elgert auch vor dem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Hertha BSC nicht verändern. Seine Spieler sollen sich in „gewohnter Umgebung“ auf das wohl wichtigste Spiel ihrer jungen Laufbahn vorbereiten, das am Sonntag um 16 Uhr im Stadion Niederrhein in Oberhausen angepfiffen wird. „Sie sollen morgens noch in Ruhe frühstücken, bevor wir uns auf Schalke treffen, gemeinsam ein Mittagessen einnehmen und dann mit dem Bus nach Oberhausen fahren“, sagt der Trainer, für den Endspiele mit der Schalker A-Jugend nichts Neues sind. 2006, 2012 und 2015 führte der wohl erfolgreichste Ausbilder Europas seine Teams zum Titel.

Fans werden U19 empfangen

Elgerts Titel Nummer vier, es wäre der fünfte überhaupt für eine U19 des S04, ist zum Greifen nah, die Euphorie entsprechend groß. 10 000 Zuschauer werden im Stadion von Rot-Weiß Oberhausen erwartet, die meisten werden natürlich zu den Königsblauen halten, die sich als Westdeutscher Meister für die Endrunde qualifiziert und im Halbfinale die TSG Hoffenheim ausgeschaltet haben.

So viel ist sicher: Wenn der Mannschaftsbus am Sonntag gegen 14.30 Uhr in Oberhausen ankommt, werden die Fans den Spielern schon auf dem Vorplatz des Stadions Mut zusprechen. Für die Schalker Profis ist das Alltag, für die 17- bis 19-jährigen Spieler der A-Jugend keineswegs. „Das ist genau das, was alle Spieler regelmäßig haben wollen und deshalb für die Ausbildung sehr wichtig. Einen Tag wie diesen Finalsonntag haben sich meine Spieler eine ganze Saison lang hart erarbeitet“, sagt Elgert, der von einer großen Spannung spricht, die seit der Trainingseinheit am Mittwoch deutlich spürbar ist. Das Wort Anspannung, sagt Elgert, sei aber fehl am Platz.

Elgert verspricht vollen Einsatz

Den Fans, die am Sonntag nach Oberhausen kommen, verspricht Elgert, dass sie eine Schalker Mannschaft sehen werden, „die wie immer alles raushauen wird.“ Der Trainer bittet die Anhänger, die Mannschaft auch dann lautstark zu unterstützen, wenn es einmal nicht so gut laufen sollte. „Fehler können und dürfen passieren“, sagt er. Gegner Hertha BSC, den Meister der Bundesliga Nord/Nordost, schätzt Elgert noch „einen Ticken stärker“ als die TSG Hoffenheim ein. „Eine Mannschaft mit herausragenden Einzelspielern, die sich aber untereinander sehr gut verstehen.“ In Berlin würde man von einem „Goldenen Jahrgang“ sprechen. Dazu gehören Spieler wie der 19-jährige Arne Meier, der in dieser Saison schon 20 Spiele für die Hertha-Profis in der Bundesliga und in der Europa League bestritten hat. An Stürmer Muhammed Kiprit soll neben dem FC Everton auch der FC Liverpool interessiert sein. Palko Dárdai. der Sohn von Herthas Profitrainer Pal, hat, wie einige weitere Spieler auch, ebenfalls schon Bundesligaerfahrung.

Von den Schalker Spielern ist noch keiner bei Trainer Domenico Tedesco zum Einsatz gekommen. Lennart Czyborra, Florian Krüger und Mannschaftskapitän Jannis Kübler haben sich aber zumindest schon im Wintertrainingslager in Benidorm bei den Profis vorgestellt. Elgert: „Wir wissen, dass auch wir richtig gut sind. Wir wissen, was wir uns in über 200 Trainingseinheiten erarbeitet haben.“

Bis auf Taitague und Yilmaz alle Schalker fit

Verzichten muss Norbert Elgert auf den US-Amerikaner Nick Taitague. Der Stürmer zog sich im Halbfinal-Rückspiel gegen die TSG Hoffenheim erneut eine Muskelverletzung zu. „Das ist bitter für Nick, aber auch für die Mannschaft“, sagt Norbert Elgert. Mit Ausnahme von Taitague und Okan Yilmaz sind ansonsten alle Spieler gesund. Entsprechend werden es einige Spieler am Sonntag nicht in den Kader schaffen und von der Tribüne aus mitfiebern. Auch wenn Elgert es sich anders wünscht. „Es wäre zu überlegen, bei einem so besonderen Spiel wie diesem allen gesunden Spielern die Möglichkeit zu geben, dabei zu sein. Aber wir akzeptieren und respektieren die Statuten selbstverständlich“, sagt der Coach.

Den jeweiligen Spielern nach dem Abschlusstraining mitzuteilen, dass sie nicht zum Kader gehören, gehöre zu den unangenehmsten Aufgaben eines Trainers. „Das ist brutal. Diejenigen, die nicht dabei sein werden, wissen aber sehr wohl, dass sie trotzdem zu 100 Prozent Teil der Mannschaft sind“, sagt Elgert. „Wir haben einen sehr ausgeprägten Teamgeist. Und davon wollen wir am Sonntag profitieren.“

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