2. Basketball-Bundesliga

Schalkes Osipovitch schimpft: „So dürfen wir nicht spielen“

Der einzige Schalker Center gegen Tigers Tübingen: Johannes Joos (rechts) gelangen bei der 77:85-Niederlage 18 Punkte.

Der einzige Schalker Center gegen Tigers Tübingen: Johannes Joos (rechts) gelangen bei der 77:85-Niederlage 18 Punkte.

Foto: Michael Korte

Oberhausen.  Die Schalker Basketballer unterliegen den Tigers Tübingen, nachdem sie das erste Viertel mit 16:29 abgegeben haben, mit 77:85. Ohne zwei Center.

Alexander Osipovitch hätte die Frage stellen können, wie er ein Spiel ohne zwei Center gewinnen solle. Doch der Headcoach der Basketballer des FC Schalke 04 war nicht bereit, das Fehlen von Adam Touray, der mit seiner Grippe auch noch seinen Team- und Wohnungspartner Björn Rohwer angesteckt und ebenfalls zum Aussetzen gezwungen hatte, als Entschuldigung gelten zu lassen. Er brachte es nach der 77:85 (38:47)-Niederlage in der 2. Bundesliga Pro A gegen die Tigers Tübingen schnell auf den Punkt. „Das erste Viertel war der Schlüssel“, sagte Alexander Osipovitch. „Egal, wer auf dem Feld steht: So dürfen wir nicht spielen.“ Basta.

„13 Punkte nach dem ersten Viertel waren zu viel“, sagte auch Schalkes Neuer, Tucker Haymond, der trotz seiner 13 Punkte ein sehr durchwachsenes Debüt gefeiert hatte. Und nimmt man es genau, brauchten die Tigers nicht einmal ein komplettes Viertel, um sich so entscheidend abzusetzen, dass sie von diesen Schalkern nicht mehr einzuholen waren. Nach ihrer 8:7-Führung reichten der Mannschaft von Trainer Andrew Hipsher gut zwei Minuten, um mit einem 10:0-Lauf auf 18:7 davonzuziehen.

Trainer Alexander Osipovitch starrt in den luftleeren Raum

Der Blick zur Schalker Bank verriet am Samstagabend so einiges: Alexander Osipovitch, der sich auch immer wieder mit seinem Co-Trainer Patrick Carney beriet, wendete sich verzweifelt vom Spielfeld ab, er griff ständig in seine Haare, und er schaute nicht nur einmal ratlos in den luftleeren Raum. Und nach der Partie schenkte er es sich auch, davon zu sprechen, dass seinen Basketballern in der einen oder anderen Szene das Glück gefehlt hätte. Der Ball hatte nämlich nicht nur einmal schon im Ring des Korbes gezappelt, um dann jedoch wieder rauszuspringen.

Dieses Pech, wenn es denn welches war, hatten die Schalker aber auch provoziert, weil sie sich regelmäßig dafür entschieden hatten, es mit Einzelaktionen, es mit dem Kopf durch die Wand zu versuchen. Es ist überhaupt nicht auszuschließen, dass Marley Jean-Louis auf der Jagd nach Dreiern auch jetzt noch jenseits der 6,75-Meter-Linie wirft, obwohl das Spiel längst vorbei und das Licht in der Oberhausener Willy-Jürissen-Halle ausgeschaltet ist.

Den Tigers Tübingen gelingen 60 Points in the Paint

Um jetzt keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Marley Jean-Louis war gewiss nicht der einzige Schalker, der immer wieder mal vergaß, dass Basketball ein Mannschaftssport ist. Zwar waren auch die Tübinger, für die dieser Sieg auf dem Weg in die Play-offs „extremely important“ war, also äußerst wichtig, wie Andrew Hipsher sagte, nach ihrer 29:16-Führung aus dem ersten Viertel immer mal wieder nahezu so rappelig und hektisch wie die Königsblauen in Grau. Aber sie verstanden es viel besser, ihre Korberfolge herauszuspielen. Die Zahl der Points in the Paint, der Punkte aus dem Rechteck unterm Korb, war bei den Tigers schon beeindruckend: 60. Sie trafen 69 Prozent ihrer Zwei-Punkte-Würfe (33 von 48). Zum Vergleich: Die Schalker (25 Points in the Paint) kamen hier lediglich auf eine 44-Prozent-Quote (15 von 34).

Vor dem Schlussviertel hatte sich das Osipovitch-Team immerhin auf acht Punkte herangekämpft (59:67) und noch Hoffnung auf den siebten Saisonsieg. Doch dann schafften es die Schalker mehr als fünf Minuten nicht, aus dem Feld zu punkten, sondern lediglich dreimal von der Freiwurf-Linie – bei sechs Versuchen. So bissen die Raubkatzen nach dem ersten Viertel ein zweites Mal zu und zogen entscheidend davon (79:64).

Zu Gast beim Schlusslicht Team Ehingen Urspring

Klar: Ein Erfolg, der alles andere als unmöglich war, wäre vor dem nächsten Spiel am 2. Februar beim vier Punkte schlechter platzierten Schlusslicht Team Ehingen Urspring (Sonntag, 17 Uhr) gut für die Schalker Basketball-Seelen gewesen. Es herrscht also weiterhin immenser Druck im Kampf um den Klassenerhalt. „Aber wenn du einen starken Charakter hast, ist Druck gut“, sagte Trainer Alexander Osipovitch. „Und ich glaube, dass die Mannschaft einen starken Charakter hat.“

Viertel: 16:23, 22:18, 21:20, 18:18.

FC Schalke 04: Haymond (13/1), Newkirk (8), Hightower (2), Jean-Louis (8/2), Joos (18), Dunn (6/2), Szewczyk (n. e.), Gulley (4/1), Wessel (n. e.), Belger (18).

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