Schalke 04

Schalkes Kenny träumt von der englischen Nationalelf

Ball im Blick, Gegner weggeschoben: Schalkes Jonjoe Kenny im Zweikampf mit dem Augsburger Daniel Baier.

Ball im Blick, Gegner weggeschoben: Schalkes Jonjoe Kenny im Zweikampf mit dem Augsburger Daniel Baier.

Foto: foto: firo Sportphoto

Gelsenkirchen.  Schalkes Außenverteidiger Jonjoe Kenny ist einer der Saison-Entdeckungen. In der Bundesliga hat er schon viel gelernt.

Regenwetter, sechs Grad, Wind – für Jonjoe Kenny kein Problem. Schalkes englischer Außenverteidiger ist solche Bedingungen gewohnt. Er kommt am Schalker Trainingsgelände in kurzer Hose zum Gespräch. Die Tatsache, dass er zu den Profis gehört, die nicht zu Länderspielreisen unterwegs sind, lässt ihn keineswegs zaudern.

Kenny kennt die Konkurrenz bei den Three Lions

Kenny weiß, dass die Konkurrenz bei den Three Lions enorm ist. „Kieran Trippier ist in Superform, Trent Alexander-Arnold spielt grandios. Und dazu gibt es noch Kyle Walker und ein paar andere. Wir haben fantastische Rechtsverteidiger in der Nationalmannschaft“, sagt Kenny.

Der 22-Jährige hat bei den Engländern von der U 16 bis zur U 21 alle Junioren-Nationalteams durchlaufen. Nur der nächste Schritt fehlt noch. „Es ist der Traum eines jeden Kindes, für sein Land aufzulaufen. Eine Einladung wäre eine Riesenehre für mich“, stellt der Abwehrspieler fest, „aber es gibt im Moment keinen Kontakt zum englischen Verband. Ich konzentriere mich voll auf Schalke 04. Schließlich ist das meine erste richtige Profisaison.“

Stammspieler bei Schalke

Jonjoe Kenny kam bisher in allen elf Bundesligaspielen zum Einsatz, absolvierte zudem beide DFB-Pokalpartien gegen Drochtersen/Assel (5:0) und Arminia Bielefeld (3:2). Mehr Stammspieler als Kenny geht nicht. In Everton sah das Bild noch anders aus. Da kam Kenny in der kompletten vergangenen Saison nur auf zehn Einsätze. Achtmal stand er bei den Toffees in der Startelf. Als die Anfrage aus Schalke kam, zeigte sich Everton relativ schnell überzeugt von der Idee, seinen Außenverteidiger in Deutschland Spielpraxis sammeln zu lassen. Wie es mit Kenny im kommenden Sommer weitergeht? Noch offen. „Nach der Zukunft werde ich oft gefragt“, sagt der kampfstarke Defensivmann, „ich nehme die Dinge so, wie sie kommen. Ich versuche, nicht so weit vorauszudenken. Im Fußball kann alles passieren.“

Schneider würde Kenny gerne halten

Kennys Vertrag beim FC Everton läuft noch bis zum 30. Juni 2022. Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider würde Kenny gerne über die Saison hinaus im S04-Dress sehen. Die Frage wird dann ab Frühjahr 2020 sein, ob Everton einen erneuten Leihdeal mitmacht. An einen kompletten Transfer ist nur dann zu denken, wenn Schalke die Weichen auf internationales Geschäft stellt. Ein weiteres Jahr ohne europäischen Wettbewerb würde zwangsläufig bedeuten, dass bei den Königsblauen noch stärker der Rotstift angesetzt werden müsste. Transfers in zweistelliger Millionenhöhe würden dann einem Drahtseilakt gleichkommen. Kennys Marktwert beträgt aktuell acht Millionen Euro, dürfte aber bei weiteren stabilen Auftritten des Abwehrspielers bald deutlich höher liegen.

Dank an Stammverein Everton

„Der Kontakt zu Everton ist gut“, betont Jonjoe Kenny ausdrücklich, „ich bin ihnen für die Chance, hier auf Schalke zu spielen, sehr dankbar. Ich kann ihnen gar nicht genug danken.“ Einmal im Dankeschön-Modus, bezieht Jonjoe Kenny auch gleich das Schalker Trainerteam David Wagner, Christoph Bühler und Frank Fröhling sowie alle anderen Mitarbeiter, die täglich mit dem Team zu tun haben, mit ein. „Der Trainer und der Staff kümmern sich um mich. Sie alle helfen mir, ein Top-Fußballer zu werden.“ Am oberen Leistungslimit ist Kenny noch lange nicht angekommen. „Ich habe bei Everton einige Spiele und auch ein paar Fehler gemacht. Das Gleiche gilt hier für Schalke. Aus Fehlern lerne ich. Und ich lerne allgemein viel über Fußball“, sagt die Leihgabe.

Das passierte auch am vergangenen Wochenende, als Kenny beim Treffer zum 3:3 nicht gut aussah. „Ich gucke mir mein Positionsspiel an, um zu sehen, wo ich mich verbessern kann. Es geht darum, bei wichtigen Spielentscheidungen den nächsten Schritt zu machen“, sagt der gebürtige Liverpooler.

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