2. Basketball-Bundesliga

Schalkes Kampf gegen die beschissene Situation

Schalkes Jordan Spencer wird am Samstag untrainiert nach Quakenbrück zum Spiel bei den Artland Dragons fahren. Er war aus privaten Gründen in Großbritannien.

Schalkes Jordan Spencer wird am Samstag untrainiert nach Quakenbrück zum Spiel bei den Artland Dragons fahren. Er war aus privaten Gründen in Großbritannien.

Foto: Kerstin Bögeholz

Gelsenkirchen.  „Es ist“, sagt Schalkes Trainer Wilder, „wie jede Woche.“ Gastspiel beim Schlusslicht Artland Dragons, das viel besser als sein Tabellenrang ist.

Es fällt Raphael Wilder gar nicht mehr so leicht, wegen der chronischen Personalprobleme nicht mehr zu jammern. „Es ist wie jede Woche: sieben, acht Leute beim Training“, sagt der Headcoach der Basketballer des FC Schalke 04. „Die Situation ist beschissen.“ Und ob nun Vize-Kapitän Johannes Joos nach seiner Nasenbeinbruch-Operation am Samstag (19.30 Uhr) beim Tabellenletzten der 2. Bundesliga Pro A, den Artland Dragons, spielen wird, „bestimmt er alleine“, sagt Raphael Wilder. Ganz ohne Training wird Jordan Spencer in die Partie gehen. Er ist aus privaten Gründen am Montag nach Großbritannien geflogen und wird erst in der Nacht vor dem Spieltag zurückerwartet. Und Shawn Gulley ist immer noch nicht wieder richtig gesund.

Zur beschissenen Personalsituation kommen bei den Schalker Korbjägern bekanntlich auch beschissene Ergebnisse. Gegen das Spitzenteam Jena waren sie schon nah dran, in Trier „hätten wir gewinnen sollen und gegen Leverkusen gewinnen müssen“, sagt Raphael Wilder, dessen Team gegen den 14-maligen Deutschen Meister ganz, ganz lange großartig gespielt hatte. „Wir wissen momentan nicht, wie man gewinnt“, sagt der 66-Jährige. „Dann kommen Erschöpfung, Ermüdung und die Ganzfeldpresse. So etwas musst du trainieren. Aber das können wir nicht, weil du dazu zehn gesunde Spieler brauchst. Das war eine beschissene Niederlage, zu der auch die Schiedsrichter ihr Übriges beigetragen haben. Aber die Hauptschuldigen waren ganz klar wir. Das ist das Schlimme. dass wir uns nicht belohnt haben. Frustrierend.“

Artland Dragons wieder mit Center Robert Oehle

Nichtsdestotrotz versucht Raphael Wilder, weiter Optimismus auszustrahlen und zu verbreiten – wohl wissend, dass „wir gegen jede Mannschaft eine Chance haben“. Er hat seinen Spielern aber auch klargemacht, dass der Tabellenplatz der Artland Dragons, nämlich der letzte, nichts über deren Qualität verrät. „Die waren in den vergangenen beiden Spielen chancenlos“, sagt der Schalker Trainer. Die Drachen, die erst einen Sieg haben, unterlagen am vergangenen Sonntag bei den Rostock Seawolves mit 73:98 sowie am Donnerstag davor gegen die PS Karlsruhe Lions mit 73:86 „Da haben sie aber ohne Robert Oehle gespielt, der der dominierende Center ist, und auch ohne Paul Albrecht, einen weiteren Center. Gegen uns werden beide wieder dabei sein.“

Bevor sich die Schalker am Samstag um 14.30 Uhr in den Bus setzen und auf den Weg ins etwas mehr als 170 Kilometer entfernte Quakenbrück machen werden, müssen sie ein bisschen trainieren. „Wir werden vormittags ein kurzes Warm-up machen“, sagt Raphael Wilder und hofft, dass seine Spieler aus der zweieinhalbstündigen Analyse der Leverkusen-Partie vom Donnerstag ein paar gute Schlüsse gezogen haben.

Jedenfalls können sich die Schalker sicher sein, dass sie mit sehr viel Respekt empfangen werden. „Vergangenes Jahr haben wir am eigenen Leib erlebt, dass die Schalker Mannschaft extrem gefährlich sein kann, weshalb wir sie keinesfalls, vor allem nicht in unserer derzeitigen Situation, unterschätzen werden“, sagt Dragons-Headcoach Florian Hartenstein. „Mit Courtney Belger haben sie einen sehr guten Guard in ihren Reihen, der das Geschehen lenkt und den es zu stoppen gilt. Vor allem aufgrund unserer Erfahrungen aus der vergangenen Spielzeit stellt Schalke einen extrem gefährlichen Gegner dar.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben