Schalke

Schalke schafft’s beim BVB dank seines unbändigen Willens 

Zweikampf: Schalkes Matthew Hoppe gegen Dortmunds Niclas Knoop. Kurz danach foult der BVB-Mann, sieht die Gelbe Karte, und den Freistoß nutzen die königsblauen U-19-Kicker zur 1:0-Führung.

Zweikampf: Schalkes Matthew Hoppe gegen Dortmunds Niclas Knoop. Kurz danach foult der BVB-Mann, sieht die Gelbe Karte, und den Freistoß nutzen die königsblauen U-19-Kicker zur 1:0-Führung.

Foto: Thorsten Tillmann

Dortmund.  „Das war eine unglaublich runde Leistung“, sagt Schalkes U-19-Trainer Norbert Elgert nach dem 4:0-Sieg im Revierderby bei Borussia Dortmund.

Das Phrasenschwein freut sich auf Zuwachs: Der Wille kann Berge versetzen. Treffender lässt sich die herausragende Sonntagvormittag-Leistung der U-19-Fußballer des FC Schalke 04 aber nicht formulieren. „Wir haben die Klubfarben heute sensationell gut und erfolgreich vertreten“, sagte Trainer Norbert Elgert nach dem 4:0 (2:0)-Erfolg im Revierderby der A-Junioren-Bundesliga bei Borussia Dortmund. „Das war eine unglaublich runde Leistung.“ Alle vier Treffer waren das Ergebnis eines immensen Willens, das Ergebnis unbändiger Lust, vor der grandiosen Kulisse von 1110 Zuschauern im schmucken BVB-Fußballpark auch Grandioses zu leisten.

Das 1:0 aus der siebten Minute: Dieser Treffer, den Malick Thiaw nach einem Freistoß von Henri Matter per Kopf erzielt hatte, ging mindestens zur Hälfte auf das Konto von Matthew Hoppe. Der US-Stürmer setzte gegen Niclas Knopp so energisch nach, dass sich der Dortmunder nur mit einem Foul zu helfen wusste, für das er auch die erste von drei Gelben Karten gegen den BVB sah. Die Schalker beendeten die 90 Minuten übrigens ohne eine einzige Strafe.

Elgert über Hoppe und Aydin: „Sie haben sich den Arsch abgelaufen“

Klar: Norbert Elgert war von allen seiner Spieler sehr begeistert. Matthew Hoppe und dessen Sturmpartner Mehmet Can Aydin hob der 62-Jährige dennoch heraus. „Sie haben sich den Arsch abgelaufen“, formulierte der Schalker Trainer. Und als Matthew Hoppe in der 75. Minute ausgewechselt wurde, empfing ihn Physiotherapeut Marc Magnier mit den Worten: „Du hast so viele Kilometer gemacht, du musst jetzt erst mal zur Inspektion.“

Das 2:0 aus der 30. Minute: Ma­lick Thiaw, der wieder einmal aufgerückt war, holte sich einen schon verlorenen Ball im BVB-Strafraum zurück und verwandelte dann eiskalt gegen BVB-Torwart Nik Deubel.

Das 3:0 aus der 87. Minute: Die Schalker hatten in der zweiten Halbzeit sehr viel Zeit in ihrer eigenen Hälfte verbracht, ohne dass ihr Keeper Erdem Canpolat auch nur einmal ernsthaft in Verlegenheit gebracht wurde. „Es war klar, dass vom BVB was kommen würde, aber wir haben exzellent verteidigt. Gemeinsam und individuell“, sagte Norbert Elgert. „Großes Kompliment an die Mannschaft.“ Und dann war es wieder der an diesem Sonntag so beeindruckende Schalker Wille beziehungsweise der Wille von Laurin Tost, der sich das Spielgerät erkämpfte und anschließend von Ramzi Ferjani lediglich durch ein Foul gestoppt werden konnte. Den 20-Meter-Freistoß verwandelte Kapitän Can Bozdogan großartig – und zwar mit seinem zauberhaften linken Fuß.

Der ehemalige Dortmunder Stanislav Fehler setzt den Schlusspunkt

Das 4:0 aus der Nachspielzeit: René Biskup, der ewige Joker, hatte den festen Plan, diesen Ball nicht abzugeben. Er biss, und er schaffte es, die Kugel auf Malick Thiaw zu spitzeln und somit den Weg zu ebnen, dass es für die Dortmunder A-Junioren endgültig ein ekliges Ergebnis wurde. Der zweimalige Torschütze überlegte kurz, selbst abzuschließen, bediente aber den viel besser postierten Stanislav Fehler, und der ehemalige Dortmunder setzte den 4:0-Schlusspunkt. Damit war das Team von Trainer Michael Skibbe endgültig in seine Einzelteile zerlegt.

„Das war ein außergewöhnliches U-19-Spiel“, sagte Norbert Elgert, dessen Schmunzeln zwar verriet, dass er sehr zufrieden war, auch wenn das Glück nicht wirklich aus ihm heraussprudelte. „Der BVB hat eine Offensivpower, die ihresgleichen sucht“, sagte er. „Die musst du erst einmal so verteidigen.“ Nämlich so, dass auch Dortmunds 14-jähriges Super-Talent Youssoufa Moukoko, das schon 15-Saisontore hat, mehr oder weniger unauffällig blieb.

Ganz starke Leistung: Schalkes Henri Matter

Fast hatte es den Anschein, dass Norbert Elgert dieses Revierderby lieber etwas knapper gewonnen hätte. „Das 4:0 ist sicherlich zu hoch“, sagte der Knappen-Meisterschmied, „aber sehr, sehr verdient.“ Weil da eben eine tolle Schalker Mannschaft auf dem Rasen gestanden und eine astreine Leistung abgeliefert hatte. Deshalb kam Norbert Elgert auch nicht auf die Idee, einen Spieler besonders zu loben. „Wenn man Noten geben müsste, könnte man sicherlich differenzieren“, sagte er. „Aber es bekäme niemand eine Drei.“ Gleich mehrere Schalker dürften in der Einser-Schublade landen, und es wäre sicherlich nicht verkehrt, wenn Henri Matter, der eine von den beiden Schalker Sechsern, auch noch ein Plus-Zeichen hinter seiner Eins stehen hätte. Oder? Zustimmen wollte Norbert Elgert nicht, widersprechen aber auch nicht wirklich.

Tore: 0:1, 0:2 Malick Thiaw (7., 30.), 0:3 Can Bozdogan (87.), 0:4 Stanislav Fehler (90.+2).

FC Schalke 04 U 19: Canpolat - Barnes, Thiaw, Kaparos, Cross, Michael - Tost, Matter (90. Fehler) - Bozdogan (90.+3 Tehe) - Aydin (82. Biskup), Hoppe (75. Scheller).

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