Schalke 04

Schalke: Mit Matondo und Reese zum dreckigen Sieg 

Kai Försterling Beltran stoppt Schalkes Rabbi Matondo durch ein Foul.

Kai Försterling Beltran stoppt Schalkes Rabbi Matondo durch ein Foul.

Foto: Thorsten Tillmann

Wanne-Eickel.  Nach fünf vergeblichen Versuchen hat es im sechsten Regionalliga-Spiel endlich geklappt: Schalkes Reserve jubelt über den ersten Saisonsieg.

Als Schalkes Offensivmann Fabian Reese Sekunden vor Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit des Regionalliga-Spiels gegen Fortuna Köln von einem Fan nach einem schnellen Selfie an der Bande gefragt wurde, ahnte Reese offensichtlich, dass solche Wünsche besser nach getaner Arbeit erfüllt werden. Der 21-Jährige wiegelte ab: „Das machen wir nach dem Spiel.“

Zu diesem Zeitpunkt führte Schalke durch eben diesen Fabian Reese 1:0. Die Profi-Leihgabe hatte nach fünf Minuten flach zur Schalker Führung eingeschossen. Kölns Trainer Thomas Stratos machte aus seiner Ernüchterung keinen Hehl. „Wir haben im Wochenverlauf sehr viel überlegt, viel trainiert und vieles angesprochen. Dann fängst du das Spiel an und wirst direkt enttäuscht. Wir haben einfach nicht umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“

Schalke, das neben Reese auch Profi-Außenstürmer Rabbi Matondo, der im vergangenen Winter für zehn Millionen Euro von Manchester City verpflichtet wurde, in der Startelf aufgeboten hatte, machte es dem langjährigen Zweitligisten durch aggressives Pressing schwer. Matondo war oft nur durch Fouls zu stoppen. Da sich die Kölner insgesamt alles andere als geschickt in den Eins-gegen-eins-Duellen anstellten, dezimierten sie sich kurz vor der Pause selbst. Fortuna-Defensivspieler Alem Koljic kassierte nach einem Tritt gegen Schalkes Jonas Hofmann die Gelb-Rote Karte (43.).

Torsten Fröhling warnte seine Mannschaft allerdings zur Halbzeit. Der Ex-Profi weiß aus eigener Erfahrung, dass nummerische Überlegenheit trügerisch sein kann. „Das muss nicht automatisch ein Vorteil sein.“ Fröhling behielt recht und musste mit ansehen, wie sein Team mehrere gute Konter-Situationen vergab.

Stark in der Luft: Fabian Lübbers

Der eingewechselte Randy Gyamenah stürmte nach feinem Hofmann-Zuspiel in der 87. Minute alleine Richtung Fortuna-Strafraum los, verlor im Spurt aber die Kontrolle über die Kugel – Chance vertan. Fröhling nahm seinen jungen Spieler in Schutz: „Er kommt aus der U 19 von Erzgebirge Aue, macht im Training mit die meisten Tore und ist eigentlich als zweiter Stürmer hinter Fatih Candan gedacht. In der Konterszene wollte Gyamenah es wohl zu gut machen.“ Mit viel Kampf, Einsatz und Geschick schafften es die Königsblauen, bei denen Verteidiger Fabian Lübbers nahezu alle Luftduelle für sich entschied und Kapitän Christian Eggert seine ganze Routine ausspielte, den ersten Sieg ins Ziel zu bringen.

„Darauf haben wir lange gewartet. Das war zwar ein dreckiger Sieg, aber so etwas braucht man als Brustlöser. Dass nach drei Niederlagen in Folge etwas das Selbstvertrauen fehlt, liegt auf der Hand“, analysierte Torsten Fröhling. Schalke hat durch den ersten Dreier nicht nur Fortuna Köln überholt, sondern die Rote Laterne auch gleich an Mit-Aufsteiger VfB Homberg abgegeben. Fröhling ist kein Typ, der nach einem Etappenziel komplett in Euphorie verfällt. Zwar freute er sich, dass Linksverteidiger Jonas Carls „nach langer Verletzungspause 90 Minuten durchgespielt hat“, nahm aber Fabian Reese trotz seines Siegtores noch stärker in die Pflicht. „Das Tor hat ihm und uns gutgetan, aber ich erwarte, dass Fabian noch mehr seine Brust rausstreckt. Er muss noch mehr Führungsspieler sein.“

Tor: 1:0 Reese (5.).

Gelb-Rote Karte: Koljic (Köln, 43., wiederholtes Foulspiel).

FC Schalke 04 U 23: Ahlers - Liebnau (69. Plechaty), Becker, Lübbers, Carls - Reese (68. Firat), Hofmann, Eggert, Ceka, Matondo (75. Gyamenah) - Candan (83. Riemer).

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