2. Bundesliga Pro A

Schalke in der krassesten Pro A, die es je gegeben hat

 Raphael Wilder ist mit der bisherigen Saisonvorbereitung „im Großen und Ganzen zufrieden“, wie er sagt. Zum ersten Test erwarten der Schalker Trainer und seine Mannschaft am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit Citybasket Recklinghausen.

 Raphael Wilder ist mit der bisherigen Saisonvorbereitung „im Großen und Ganzen zufrieden“, wie er sagt. Zum ersten Test erwarten der Schalker Trainer und seine Mannschaft am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit Citybasket Recklinghausen.

Foto: ALEXANDER MIHM

Gelsenkirchen.  WAZ-Interview mit Raphael Wilder. Er erlaubt es, von den Play-offs zu träumen: „Aber es würde falsche Hoffnungen wecken, so etwas zu äußern.“

Nach zwei Wochen Vorbereitung treten die Basketballer des FC Schalke 04 an diesem Mittwoch um 20.30 Uhr erstmals in einem Testspiel an. Gegen Citybasket Recklinghausen aus der 1. Regionalliga, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Am kommenden Samstag, am 17. August, sind ab 19 Uhr in der Partie bei ART Giants Düsseldorf aus der Pro B dann auch erstmals Zuschauer zugelassen. Die WAZ fragte Schalkes 66-jährigen Headcoach Raphael Wilder nach seinen bisherigen Eindrücken.

Herr Wilder, wie bewerten Sie die ersten beiden Wochen der Vorbereitung?

Raphael Wilder Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden. Die Jungs sind motiviert, sie passen zusammen und sie sind lernwillig. Wir haben bislang jeden Tag etwa drei bis vier Stunden trainiert, sind viel gelaufen, um eine konditionelle Basis zu schaffen. Alle Spieler sind relativ fit und gesund.

Wie schlagen sich die neuen US-Amerikaner?

Von Brandon Parker mussten wir uns leider wieder trennen. Darnell Dunn und Lavon Hightower erfüllen hingegen unsere Erwartungen. Sie sind top und nach meiner bisherigen Einschätzung die richtigen Spieler für uns. Sie passen ins Team. Und sie sind zudem menschlich in Ordnung.

Und was kann man ganz allgemein über die anderen Zugänge sagen?

Alles super Spieler, alles super Typen. Ich kann nichts Negatives äußern, ohne Wenn und Aber.

Shawn Gulley ist ja ebenfalls so etwas wie ein Neuzugang.

Ja, und er macht einen gesunden und fitten Eindruck. Was ihm fehlt, ist die Spielpraxis. Was sehr positiv auffällt: seine Erscheinung. Er läuft und springt wie vor seiner schweren Knie-Verletzung. Dafür ein großer Dank an das Team vom Medicos. auf Schalke. Shawn Gulley macht die Vorbereitung bislang ohne Probleme mit, aber wir müssen geduldig sein. Er wird nach dem Meisterschaftsauftakt noch mindestens ein bis zwei Monate brauchen, um sein früheres Leistungsvermögen abrufen zu können.

Die 2. Bundesliga Pro A startet in der neuen Saison mit 17 statt mit 16 Mannschaften. Was halten Sie davon?

Es gibt keine Wahl, es ist so ausgeschrieben. Das sind Regularien, die ich so hinnehme.

Aber es macht das Ganze nicht einfacher.

Das ist richtig. Es werden nicht nur zwei, sondern drei Mannschaften absteigen müssen. Das ist ganz, ganz bitter. Die Leistungsdichte in der Pro A wird noch größer sein. Alle Mannschaften haben aufgerüstet. Ich weiß gar nicht, wer als Absteiger in Frage kommen könnte.

Was darf man von Ihrer Mannschaft in der kommenden Pro-A-Saison erwarten?

Unser Ziel sollte wieder der Klassenerhalt sein, am besten so früh wie möglich. Die Schere wird immer größer zwischen den Vereinen, die nach oben wollen, und dem Rest der Liga. Die Budgets mancher Vereine explodieren nach oben. Andere Klubs sind uns voraus. Wir sind im zweiten Jahr in der 2. Bundesliga Pro A, und das zweite Jahr nach einem Aufstieg ist bekanntlich immer das schwerste.

…aber doch nicht für Sie, oder? Schließlich haben Sie mit Schalke nach jeweils zwei Jahren stets den nächsten Aufstieg geschafft.

Wir müssen realistisch bleiben. Wir sprechen von der mit Abstand krassesten Pro-A-Liga, die es je gegeben hat. Jena und Bremerhaven kommen von der BBL runter. Dann sind da auch noch die Nürnberg Falcons, die sportlich in die BBL aufgestiegen sind. Dazu Tübingen, Chemnitz und Rostock, die deutlich äußern, dass sie rauf wollen. Das alleine sind schon sechs Teams, die fast Bundesliga-Niveau besitzen.

Träumen Sie davon, mit Schalke die Play-offs, also einen der besten acht Plätze, zu erreichen?

Davon träumen darf man, aber es würde falsche Hoffnungen wecken, so etwas zu äußern. Wir sollten erneut den Klassenverbleib im Visier haben und dann mal schauen, ob zusätzlich etwas mehr möglich ist.

Sie gehen, wie Sie angekündigt haben, in Ihr letztes Jahr als Trainer. Erleben Sie jede Situation jetzt als etwas ganz Besonderes?

Eigentlich sollte die vergangene Saison etwas ganz Besonderes sein, denn ich hatte ja vor, schon in diesem Sommer aufzuhören. Aber es fehlte etwas. Deshalb soll in der neuen Spielzeit etwas anders werden.

Was denn?

Ich möchte mein letztes Jahr als Trainer genießen. Das konnte ich in der Saison 2018/19 aufgrund der zahlreichen Verletzungen und der personellen Änderungen im Team leider nicht.

Konnten Sie denn nicht einmal den überraschenden Sieg gegen den späteren Aufsteiger Hamburg Towers genießen?

Ich konnte mich für den Moment freuen. Aber genießen? Nein.

Was machen Sie heute in einem Jahr?

Keine Ahnung, ich weiß es noch nicht. Ich werde definitiv nicht mehr coachen, weder auf Schalke noch anderswo. Trainer zu sein, das ist dann vorbei.

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