Kommentar

Der FC Schalke 04 hat halt keinen Uli Hoeneß

Zu Gast bei den Basketballern des FC Bayern München: Uli Hoeneß. Rechts: der ehemalige Adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer, den Uli Hoeneß den Bayern-Mitgliedern am 29. August als Kandidat für seine Nachfolge vorgeschlagen hat.

Zu Gast bei den Basketballern des FC Bayern München: Uli Hoeneß. Rechts: der ehemalige Adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer, den Uli Hoeneß den Bayern-Mitgliedern am 29. August als Kandidat für seine Nachfolge vorgeschlagen hat.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Gelsenkirchen.  Die Basketballer des FC Schalke 04 bewegen sich in der 2. Bundesliga Pro A auf einem schmalen Grat. Der Kader ist zu dünn besetzt. Ein Kommentar.

Wer hätte das gedacht? Eine Woche nach der erschreckendenden 70:114-Klatsche gegen die Niners Chemnitz meldeten sich die Basketballer des FC Schalke 04 in der 2. Bundesliga Pro A mit einem 74:70-Erfolg bei den Rostock Seawolves zurück, die Trainer Raphael Wilder sehr respektvoll als einen Giganten bezeichnet hatte, und feierten im fünften Saisonspiel ihren zweiten Sieg. Ihren zweiten Auswärtssieg – obwohl ja auch Erfolge in der Oberhausener Willy-Jürissen-Halle Auswärtssiege wären. Aber dies nur am Rande.

Dieser Erfolg an der Ostsee verdient vor allem deshalb so viel Anerkennung, weil den Schalkern gerade mal neun Spieler zur Verfügung gestanden haben, und die waren nach dieser Grippe- und Brech-Woche längst nicht alle im Vollbesitz ihrer Kräfte. Trotzdem hatten sie so viel Energie, um die Partie am Ende zu drehen.

Wann kehrt Point Guard Shavar Newkirk zurück?

Also ich doch alles klasse! Oder? Tabellenplatz elf und vier von zehn möglichen Punkten sind gewiss nicht schlecht, eine erträgliche Ausbeute. Allerdings bewegen sich die Schalker Basketballer, die nicht einmal bei voller Kapelle wie alle anderen zwölf, sondern nur elf Spieler haben, auf einem schmalen Grat. Einem sehr schmalen. Zumal momentan völlig ungewiss erscheint, wann sie wieder auf ihren herausragenden Point Guard Shavar Newkirk in herausragender Form zurückgreifen können, der wegen seiner Knieverletzung noch ohne Saisoneinsatz ist.

Konsequent wäre es gewesen, den lichten Kader aufzufüllen, um für etwas mehr Qualität und vor allem für etwas mehr Stabilität im Kampf um den Klassenerhalt zu sorgen. Klar: Das kostete Geld. Ist der Etat aber erschöpft, ist er auch unumstößlich erschöpft, weil der Hauptverein – ja, der FC Schalke 04 ist ein Fußballclub – zu weiteren Spenden nicht bereit ist.

Der FC Bayern München ist auch ein Fußballclub

Es ist kaum auszudenken, was für die nur geduldeten und nicht geliebten anderen Abteilungen des FC Schalke 04 alles möglich wäre.

Um gar nicht abzuschweifen und bei den Basketballern zu bleiben: Da holen die Schalker einen so renommierten Trainer wie Raphael Wilder, der den Verein beziehungsweise die Mannschaft in sehr kurzer Zeit von der 1. Regionalliga in die 2. Bundesliga Pro A geführt hat, also in die Zweitklassigkeit. Es wäre also nur noch ein Schritt in die Beletage des deutschen Basketballs. Wie es gehen könnte, hat der FC Bayern München, der übrigens auch ein Fußballclub ist, eindrucksvoll vorgemacht. Aber der FC Schalke 04 hat halt keinen Uli Hoeneß.

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