Regionalliga

Rot-Weiss Essen will die Regionalliga-Spitze zurück erobern

Strahlt Ruhe und Sicherheit aus: An Torhüter Marcel Lenz führt im RWE-Tor momentan kein Weg vorbei.

Strahlt Ruhe und Sicherheit aus: An Torhüter Marcel Lenz führt im RWE-Tor momentan kein Weg vorbei.

Foto: Thorsten Tillmann/FFS

Essen.  Mit einem Auswärtssieg in Lippstadt könnten die Essener zumindest für eine Nacht wieder die Tabellenführung in der Regionalliga übernehmen.

Über Lippstadt an die Tabellenspitze: Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen hat am Freitagabend (19 Uhr) ein klares Ziel vor Augen. Nach dem überraschenden Ausrutscher des SV Rödinghausen am vergangenen Wochenende am Aachener Tivoli winkt dem Team von Christian Titz zumindest für eine Nacht die Tabellenführung.

Eine Spazierfahrt durch den Feierabendverkehr ins Westfälische wird es für die Essener nicht, da lassen sich die Rot-Weissen auch durch die teils deftigen Packungen der Lippstädter in den vergangenen Wochen nicht täuschen. RWE-Coach Titz hat die 0:5-Heimpleite gegen Verl persönlich beobachtet und warnt dennoch vor dem Tabellen-14.: „Sie haben die erste Halbzeit gut kontrolliert und sind mutig in der Spieleröffnung, wir lassen uns vom Tabellenstand nicht täuschen.“ Erst recht nicht, da beim Team von Trainer Felix Bechtold am vergangenen Wochenende womöglich der Knoten geplatzt ist: Der 5:1-Auswärtssieg in Bergisch Gladbach hat jedenfalls nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Ergo: „Wir werden auch in dieser Partie sicherlich an unsere Leistungsgrenze gehen müssen“, glaubt der RWE-Coach.

Das 2:3 in der Vorsaison spielt keine Rolle mehr

Dass ausgerechnet gegen Lippstadt vor ziemlich genau einem Jahr der kurze Höhenflug der Vorsaison endete (2:3), spielt für die jetzige Konstellation keine Rolle mehr: „Ich lehne Vergleiche mit der vergangenen Saison generell ab. Das war eine andere Mannschaft. Unser Team hat sich in den letzten Wochen stetig stabilisiert und ist immer selbstbewusster geworden“, verspricht Titz.

Von diesem Selbstbewusstsein konnten sich die Fans zuletzt gegen Drittligist KFC Uerdingen (2:1) und vor allem im Derby bei RWO (3:0) hinlänglich überzeugen. Nach zwei freien Tagen müsste der Akku bei den RWE-Spielern nun wieder randvoll sein, in dieser Woche standen im übrigen zwei Teambuildings-Maßnahmen auf dem Programm: Es ging auf die Kartbahn im Rahmen eines Qualifying zum RTL-Spendenmarathon sowie gemütlich zum Bowling. „Das fördert den Gruppengedanken und sorgt für anderen Gesprächsstoff im Training“, ist der Trainer auch sehr um die Stimmung in der Truppe bemüht.

Zumal er vor dem Freitagspiel wieder einige Härtefall-Entscheidungen treffen muss. Da bis auf Rekonvaleszent Cedric Harenbrock („Er konnte Teile des Mannschaftstrainings mit absolvieren“) und Langzeit-Ausfall Philipp Zeiger (kein Ende in Sicht) alle an Bord sind, hat das Trainerteam wieder die süße Qual der Wahl. „Wir werden wieder ganz zuletzt entscheiden, wer zum 18er Kader gehört und wer nicht dabei ist. Für die, die es erwischt, tut es mir jetzt schon leid“, schickt Titz gleich eine Vorab-Entschuldigung.

Über-Angebot im Sturm

Vor allem im Sturm wird die Entscheidung beim Über-Angebot gewohnt schwierig, da ist es schon eine Erleichterung, dass hinten wenigstens die Eins unumstößlich ist. „Mit Jakob Golz haben wir einen entwicklungsfähigen Spieler geholt, aber man muss auch sagen, dass es Marcel Lenz wirklich sehr sehr gut macht“, betont Titz. Noch frisch sind die Erinnerungen ans Pokalspiel, wo Lenz in den letzten zehn Minuten mehrmals die drohende Verlängerung verhinderte.

Das strahlt Ruhe und Sicherheit auf die Vorderleute aus. Denn: Obwohl die Ergebnisse momentan stimmen, hält Titz an seiner ursprünglichen Aussage fest, dass es sechs Monate brauche, bis die Mannschaft das neue Spielsystem verinnerlicht habe: „Die Automatismen und die Selbstsicherheit jedes Einzelnen müssen sich noch weiter entwickeln, da sehen wir im Trainerteam noch Luft nach oben.“ Na denn.

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