Frauenfußball-Bundesliga

Ex-Manager Symanzik traut SGS Essen erneut starke Saison zu

Philipp Symanzik war zwei Jahre lang Geschäftsführer bei der SGS Essen.

Philipp Symanzik war zwei Jahre lang Geschäftsführer bei der SGS Essen.

Foto: Carsten Klein

Essen.  Ehemaliger Geschäftsführer Philipp Symanzik pflegt noch immer den Kontakt zur SGS Essen. Einschätzungen vor dem Saisonstart am kommenden Sonntag.

Es ist erst zwei Jahre her, dass Philipp Symanzik beim Frauenfußball-Bundesligisten SGS Essen das „Erbe“ von Manager Willi Wißing antrat, der über mehr als 50 Jahre diesen Verein prägte. Symanzik hatte ebenfalls eine langfristige Vision. Doch es kam anders: Nach der abgelaufenen Saison trennten sich die Wege aufgrund unterschiedlicher Auffassungen darüber, wie man den Klub zukunftsfähig machen könnte. Der Kontakt nach Essen besteht aber trotz neuen Jobs weiter, wie Symanzik im Gespräch mit Redaktionsmitarbeiter Benedikt Burgmer erklärte.

Herr Symanzik, am Sonntag startet die SGS in die neue Saison. Wie nah sind Sie noch am Geschehen rund um die Ardelhütte?

Symanzik: Als Fan des Essener Frauenfußballs habe ich die Vorbereitung über die Medien verfolgt. Beim Testspiel gegen Borussia Mönchengladbach war ich auch vor Ort. Es ist eine schöne Geste, dass der Verein mich gefragt hat, ob ich nicht auch zu den Heimspielen nochmal ins Stadion kommen möchte. Da werde ich bestimmt mal vorbeischauen, wenn es unser Spielplan zulässt. Ansonsten betrachte ich alles jetzt eher aus der Entfernung.

Beim SC Paderborn verantwortlich für das Mitgliederwesen

Ihr Spielplan? Sie sind dem Fußball also treu geblieben?

In der Tat. Ich arbeite mittlerweile wieder beim SC Paderborn und bin dort für das Mitgliederwesen und das interne Veranstaltungsmanagement verantwortlich. Dabei geht es unter anderem darum, Sicherheitstagungen und Fanevents zu organisieren. In Paderborn habe ich vor über zehn Jahren schon als Praktikant und Werkstudent gearbeitet. Der Kontakt bestand all die Jahre weiter und beim Länderspiel der deutschen Frauennationalelf dort gegen Japan trat Geschäftsführer Martin Hornberger mit dem Wunsch an mich heran, wieder anzufangen.

Sicher eine spannende Aufgabe. Sportlich wird Paderborn wohl ein heißer Abstiegskampf in der Männer-Bundesliga bevorstehen. Welche Rolle trauen Sie der SGS in der kommenden Spielzeit zu?

Für Paderborn wäre der Klassenerhalt ein Traum. Aber dort ist alles solide geplant. Typisch ostwestfälisch. Der SGS traue ich eine ähnlich starke Saison zu wie zuletzt. Der Kader ist mit Ausnahme von Linda Dallmann zusammengeblieben. Dazu gibt es Neuzugänge, die sofort weiterhelfen. Cristina Lange und Elisa Senß schätze ich sehr stark ein. Es wird sich allerdings zeigen, wie fit die Nationalspielerinnen Marina Hegering, Lea Schüller, Turid Knaak und Lena Oberdorf sind. Die haben ja zuletzt mit der WM fast ein Jahr durchgespielt.

Geschäftsführer Florian Zeutschler ist eine sehr gute Besetzung

Immer mehr Männer-Bundesligisten mit anderen finanziellen Möglichkeiten entdecken den Frauenfußball für sich. Wie sehen Sie denn auch mit Blick auf Ihren Nachfolger Florian Zeutschler die Möglichkeiten der SGS, sich langfristig die Eliteliga zu halten? .

Florian ist eine sehr gute Besetzung. Er kennt den Verein aus dem Effeff und brennt für ihn. Natürlich wird es künftig für Schönebeck nicht leichter. Aber die SGS hat es immer verstanden, Herausforderungen anzunehmen und sich neuen Situationen anzupassen. Ich erinnere mich zum Beispiel noch, dass es nach dem Bundesliga-Aufstieg vor 15 Jahren zunächst keine Ballkinder gab. Wenn ich die Situation mit heute vergleiche, ist die Entwicklung förmlich explodiert. Finanziell gibt es sicher Grenzen, aber die SGS hat ein anderes Faustpfand.

Und welches?

Sie kann ein duales System aus Leistungsfußball und beruflicher wie universitärer Ausbildung bieten. Damit sind die Spielerinnen hervorragend aufs Leben nach der sportlichen Karriere vorbereitet. Das halte ich für ungemein wichtig, weil der Frauenfußball monetär limitiert ist. Und deshalb muss sich die SGS auch vor zahlungskräftiger Konkurrenz nicht verstecken. Der Verein hat bereits richtig starke Partner an seiner Seite, aber ich hoffe trotzdem, dass einige Unternehmen ihre Zurückhaltung gegenüber dem Frauenfußball aufgeben und sich künftig mehr zum Standort Essen bekennen.

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