Fußball

Von Beginn an eine Säule des Teams

Luca Marie Jöns aus Schwelm spielt Frauenfußball am College in den USA.

Luca Marie Jöns aus Schwelm spielt Frauenfußball am College in den USA.

Foto: Fabian Vogel

Schwelm.  Von Schwelm über Leverkusen in die USA: Luca Marie Jöns spielt seit drei Jahren erfolgreich in den USA Fußball an der Universität.

Der Himmel ist grau und der Wind pfeift ordentlich über den Rasenplatz am Brunnen in Schwelm. Angesichts der in den vergangenen Wochen üblichen Temperaturen ist es auch ein wenig frisch. Eine, die das so gar nicht stört, eine, die dieses Wetter eher genießt ist Luca Marie Jöns. Die gebürtige Schwelmerin spielt seit drei Jahren in den USA am College Fußball. In Tennessee, dort wo sie an der Cumberland University spielt und studiert, ist es heiß. Sehr heiß. Weshalb Luca Marie den milden mitteleuropäischen Sommer zu schätzen weiß.

Es ist nicht unüblich, dass die Schwelmerin gerade in einer Vorlesung sitzt oder auf dem Platz steht, wenn auf einmal der Alarm los geht. „Dann gibt es einen Evakuierungsplan und an denn hat man sich zu halten“, berichtet Jöns. Wenn der Alarm aufschrillt, ist ein Tornado im Anmarsch auf den Campus im US-amerikanischen Lebanon.

Tornados gehören fast zum Alltag

Das kommt bis zu 15 Mal im Jahr vor und gehört in den südlichen Staaten der USA fast schon zum Alltag. So ein Tornado ist für Luca Marie Jöns nach drei Jahren also nichts besonderes mehr.

Durchweg positiv sind dagegen ihre Erfahrungen auf dem Fußballfeld. Luca Marie Jöns ein Junior, so lautet die Bezeichnung für Collegesportler die im dritten Jahr an einer Universität aktiv sind. In ihrem ersten Jahr, damals als „Freshman“ gelingt ihr etwas, was nur den wenigsten Sportlern an US-Colleges gelingt: Jöns wird direkt in ihrem ersten Jahr Stammspielerin. „Damals gab es eine Vakanz in der Verteidigung, das war mein Glück“, sagt sie etwas bescheiden. Wie groß ihre Fähigkeiten sind und wie sehr ihre Trainer diese zu schätzen wissen, zeigt alleine die Tatsache dass sie seitdem immer in der Startelf stand.

Doch wie kam es eigentlich dazu, dass eine Fußballerin aus Schwelm an einem US-College einen so erfolgreichen Weg gehen kann? „Wir haben damals an einem großen Hallenfußballturnier in Gütersloh teilgenommen. Da bin ich auf die Organisation Athletes USA aufmerksam geworden“, erinnert sich die 20-Jährige. Ihr Interesse ist geweckt und da sie damals schon ziemlich gut Fußball in der Jugendabteilung von Bayer 04 Leverkusen spielt, sind ihre Chancen auch gut, von den College-Trainern ausgewählt zu werden.

Jöns entschließt sich eine Bewerbung einzureichen, dazu gehören für die US-Amerikaner auch immer viele Zahlen. „Statistiken sind das wichtigste für sie“, weiß die Schwelmer Fußballerin. Ihre Zahlen sind gut und auch die Videos die zu ihrer Bewerbung gehören, hinterlassen bleibenden Eindruck. Per Skype oder Facebook telefoniert sie mit den Trainern in Übersee, viele wollen Jöns mit ihren Fähigkeiten für sich gewinnen. Am Ende entscheidet sie sich für das Cumberland Universität. „Ich wollte dahin, wo es warm ist, außerdem gefällt mir die Umgebung sehr gut“, schildert sie die Beweggründe für ihre Entscheidung.

Trinkpausen erst ab 37 Grad

Bereut hat sie diese zu keinem Zeitpunkt. Um sich an das Land und die Leute dort zu gewöhnen, hat sie sich bewusst für ein kleineres College entschieden, gerade einmal 2400 Studenten sind an ihrer Hochschule eingeschrieben. „Man kennt sich untereinander sehr gut“, sagt sie. Das einzige, was ihr ein wenig zu schaffen macht, sind die klimatischen Bedingungen – denn es ist oft heiß. Da die Sportanlage an ihrer Universität nicht über eine Flutlichtanlage verfügt, finden Spiele in der sengenden Mittagshitze statt.

„Offizielle Trinkpausen gibt es bei uns erst ab Temperaturen ab 37 Grad“, schildert Luca Marie Jöns. Das geht an die Substanz, vor allem weil auch ihr Business Management und Marketing-Studium einige Zeit und Arbeit in Anspruch nimmt. Die Schwelmerin bekommt aber alles gut unter einen Hut, ihr Studium wird sie unter aller Voraussicht ein Semester vor Ablauf der Regelstudienzeit abschließen. Was danach passiert? „Ich werde wohl nicht professionell spielen“, sagt sie. Angebote von deutschen Bundesligisten gibt es zwar, doch Jöns möchte vermutlich noch ihren Master machen und dann in den Staaten bleiben.

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