Volleyball

TVE-Jungs mit Überraschungs-Erfolg

Die U12 des TV Eintracht Vogelsang bei den Westdeutsche Meisterschaft.

Die U12 des TV Eintracht Vogelsang bei den Westdeutsche Meisterschaft.

Foto: Verein

Gevelsberg.  U12 aus Vogelsang holt bei Westdeutscher Meisterschaft den achten Platz. Gevelsberger geben auch männlichem Nachwuchs große Aufmerksamkeit.

Artur Giesinger ist der mit Abstand größte. Seine Mitspieler, allesamt noch deutlich kleiner und auch jünger als er, sind aber nicht weniger talentiert als er. Vier seiner Mannschaftskollegen bei der U12 des TV Eintracht Vogelsang spielen neben Volleyball auch noch gleichzeitig Fußball – so richtig erfolgreich sind alle gemeinsam aber jetzt beim Volleyball gewesen. Die erste Teilnahme einer männlichen Jugendmannschaft des kleinen Vereins aus der Gevelsberger Vorstadt an einer Westdeutschen Meisterschaft endete mit dem achten Platz. Doch nicht nur für den Verein an sich ist das eine Besonderheit, auch Trainer Gernot Jost genießt dadurch nun ein Alleinstellungsmerkmal.

Viele kommen vom Fußball

In den vergangenen Jahren machten vor allem die Frauen und der weibliche Nachwuchs im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis mit tollen Leistungen und Ergebnissen auf sich aufmerksam. Doch der TVE Vogelsang möchte beide Geschlechter bedienen, also schickte sich Gernot Jost an, auch im männlichen Bereich eine Mannschaft aufzubauen. „Es ist wichtig, dass wir in unserem kleinen Verein beide Geschlechter abdecken. Vor allem für das Vereinsleben”, sagt Jost. Erleichternd kommt hinzu, dass er seinen Sohn in dieser Altersklasse unter seinen Fittichen hat. Seine Tochter Louisa mischt ebenfalls mit, sie hilft beim Training.

Erfolg überzeugt die Kinder

Und genau da nehmen die Trainer große Rücksicht auf die Wünsche ihrer Schützlinge. Denn fünf von den neun Mitgliedern der Trainingsgruppe spielen parallel zum Volleyball auch noch Fußball. „Dadurch bringen die Jungs motorisch schon vieles mit und ich kann mich im Training auf technische und taktische Dinge konzentrieren”, freut sich Jost über die Veranlagung seiner sportaffinen Schützlinge. Auch für andere Dinge bleibt so Zeit. Zu Beginn und zu Ende einer jeden Trainingseinheit gewährt Jost den Spielern je 15 Minuten Zeit, Fußball in der Halle zu spielen.

Große Angst, dass sich seine Schützlinge irgendwann für den Fußball und gegen den Volleyball entscheiden hat Gernot Jost nicht. „Danach sieht es aktuell nicht aus, so ein Erfolg wie jetzt hilft uns aber, die Kinder zu überzeugen”, sagt er. Denn die U12 des TVE Vogelsang wurde bei den Westdeutschen Meisterschaften in Düren starker Achter von zwölf Teilnehmern.

Damit gerechnet hatte der Gevelsberger Trainer nicht, schließlich ist sein Team bis auf einen Spieler noch im ersten Jahr dieser Altersklasse. „Wir wollten nur nicht Letzter werden”, beschreibt Jost die Hoffnungen im Vorfeld des Turniers.

Doch es kam ganz anders. Die ersten beiden Spiele gegen Waltrop und Gastgeber Düren gewann sein Team und schloss die Vorrunde so überraschend als Gruppensieger ab. Was dann allerdings zum Verhängnis wurde, denn in der nächsten Runde stand der TVE damit dem starken Team von Humann Essen gegenüber. Zwar zog sich Vogelsang da sehr achtbar aus der Affäre, ein Sieg war allerdings nicht drin. „Trotzdem haben wir da eine tolle Leistung gezeigt”, freut sich Jost. In den folgenden Platzierungsspielen wechselte er sein Team ständig durch, damit jeder Spieler im Kader mal in den Genuss kam, bei einer Westdeutschen Meisterschaft auf dem Feld zu stehen.

Am Ende reichte es zu einem sehr beachtlichen achten Platz, dem besten Ergebnis, dass eine männliche Jugendmannschaft in der jüngeren Vergangenheit erreichte. „2014 haben wir es mit der U14 mal bis in die letzte Quali-Runde geschafft, das war es dann aber auch”, weiß der umtriebige TVE-Trainer.

Zweite Teilnahme an Westdeutscher

Für Gernot Jost war es bereits die zweite Teilnahme an einer Westdeutschen Meisterschaft in diesem Jahr. Mit der weiblichen U16 waren er und der TVE Ende März bereits Ausrichter des gleichen Wettkampfs in einer anderen Altersklasse. „Ich glaube, das gab es sonst nirgendwo”, freut er sich über diesen persönlichen Erfolg.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben