Boxen

Thun feilt intensiv an seiner Technik

Christian Thun (Box-Profi aus Ennepetal) mit Trainer Dave Godber

Christian Thun (Box-Profi aus Ennepetal) mit Trainer Dave Godber

Foto: Ulrich Mittag

Ennepetal.   Profi aus Ennepetal trainiert mit US-amerikanischem Trainer Dave Godber für seinen nächsten Kampf. In London Sparringspartner für Dubois.

Er hat in Barcelona, Montpellier und Hoover bei Birmingham/Alabama in den USA trainiert. Anfang April stattete der Ennepetaler Profiboxer Christian Thun der Heimat einen Besuch ab. Mit ihm kam Trainer Dave Godber. Der in Alabama wohnende und arbeitende, aus Toronto stammende Coach arbeitete mit seinem Schützling zehn Tage lang im Fight-Club von Werner Kreiskott in Wuppertal.

Schließlich will der 27-jährige Schwergewichtler Ende Juni seinen fünften Profikampf bestehen. Und deshalb nahm Godber Thun hart ran: morgens Training mit der Langhantel, nachmittags nach dem Aufwärmen zehn Runden à drei Minuten mit jeweils einer Minute Pause. Von der Dauer her genau wie im Kampf. Und ebenso rann der Schweiß von der Stirn bis zur Nasenspitze.

„Wir arbeiten zurzeit viel an der Technik“, erläutert der Trainer, der dem Ennepetaler beste Anlagen bescheinigt. „Christian ist ein talentierter Athlet. Er trifft sehr stark. Aber im Boxen gibt es so viele Varianten, da muss er technisch noch besser werden.“ Vor allem, so Godber, fehle Thun noch ein wenig das Auge für die Distanz. Ansonsten sei er aber auf einem guten Weg.

Wiener Schnitzel der Favorit

Godber ist zum ersten Mal in Deutschland und sagt aus tiefer Überzeugung: „I love it.“ Der ehemalige Angehörige der legendären US-Marines drückt es so aus: „Wenn ich mit dem Fallschirm hier gelandet wäre, hätte ich sofort gewusst: Das ist Deutschland. Diese wunderbare Landschaft, die kleinen Städte, und alle Leute sind so nett.“ Viel mehr Kompliment geht nicht.

Untergekommen ist er – natürlich – bei seinem Schützling in dessen Ennepetaler Wohnung. Und da findet er es einfach toll. „Zumindest habe ich dort ein großes Bett“, lacht der knapp 1,90 Meter große 59-Jährige. Traditionelle Küche, davon schwärmt Godber geradezu. „Christian ist mit mir in ein Restaurant gegangen, wo es einfach fantastische Wiener Schnitzel gibt – das ist mein Favorit, gibt’s zu Hause nicht“, berichtet Dave Godber.

Von Ennepetal sind die beiden am Wochenende weitergezogen nach London. Dort gibt Christian Thun den Sparringspartner für Daniel Dubois. „Dafür würde ich sogar bezahlen“, sagt Thun, „da kann ich schließlich eine Menge lernen.“ Der in allen seinen bisherigen zehn Kämpfen siegreiche Brite steigt am Samstag, 27. April, im Wembley-Stadion gegen Richard Lartey (14 Siege, 1 Niederlage) in den Ring.

Mit Ostern daheim wird es also für Thun nichts. Nach zwei Wochen auf der Insel kehren Godber und Thun zurück nach Ennepetal und werden – erneut in Wuppertal – die Vorbereitung auf den nächsten Kampf des Ennepetalers fortsetzen. Gegner wird voraussichtlich eben dieser Lartey sein, ein 1,96 Meter großer Ghanaer.

Platzwunde mittlerweile verheilt

Ursprünglich hatte Thun ja schon Ende April seinen fünften Kampf absolvieren sollen. Doch die im letzten Fight Mitte März gegen Viktar Chvarkou erlittene Platzwunde am Kopf ließ das nicht zu. Die ist jetzt aber weitgehend verheilt, so dass der Ennepetaler hofft, im zweiten Halbjahr noch zwei, drei Kämpfe absolvieren zu können. „Einen davon am liebsten in den USA“, verrät Thun.

Seine weitere Planung zielt auf einen Kampf um einen kleineren internationalen Titel. Ein Meisterschaftskampf um den Gürtel eines der großen Verbände hält Thun für nicht vordringlich. „Um große Kämpfe zu bekommen, ist das in der Schwergewichtsszene nicht nötig“, sagt er.

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