Leichtathletik

Spezielles Finish für David Valentin

Der Sprockhöveler David Valentin (links) und Lars Schwalm

Foto: Privat

Der Sprockhöveler David Valentin (links) und Lars Schwalm

Emden/Sprockhövel.  „Das habe ich in meinem Leben nicht erlebt“, beschreibt der Sprockhöveler David Valentin den Silvesterlauf in Emden – denn es gab zwei Sieger.

Was für ein Kracher zum Jahreswechsel für den Sprockhöveler David Valentin. Der Ausdauersportler, der für die LG Olympia Dortmund startet, gewann den Silvesterlauf in Emden.

Mit einer Rekordbeteiligung von knapp 1.000 Läuferinnen und Läufern ist der Lauf in Emden ein beliebter und traditionsreicher Volkslauf im Emsland. In diesem Jahr geschah aber etwas bis dato noch nie dagewesenes: Trotz eines packenden Schlussspurts nach 11,5 km gab es keinen Sieger bei den Männern: David Valentin und Lars Schwalm (TSV Kronshagen/Kiel) schenkten sich bis zum Zielband nichts und liefen mit der absolut identischen Zeit von 36:56 min durch das Ziel gegenüber dem alten Feuerschiff.

„Das habe ich so in meinem Leben noch nicht erlebt“, beschreibt David Valentin den Lauf in Emden. Anfangs zu viert unterwegs, übernimmt er nach knapp sechs Kilometern die Führungsrolle, zieht das Tempo an und reduziert das Spitzenfeld auf drei Läufer. Diese bieten sich bei teilweise starkem Gegenwind ein enges Rennen. Das lag unter anderem auch daran, dass Valentin nur einen seiner beiden Kontrahenten aus vorherigen Wettkämpfen kennt, Lars Schwalm dagegen für ihn unbekannt ist. „Er hat nachher gesagt, dass ich ihn ein wenig mitgezogen habe“, so Valentin, der daher auf eine weitere Tempoverschärfung verzichtete.

Streckenrekord wird pulverisiert

Erst auf den letzten Metern ging es dann wieder rasanter zu. Rund 200m vor dem Ziel ziehen beide den Schlusssprint an, doch weder Schwalm noch Valentin können sich entscheidend absetzen. „Normalerweise überholt man öfter jemanden oder wird überholt, aber so lange in ein und derselben Gruppe zu laufen, hab ich noch nicht erlebt. Das war schon speziell“, berichtet der Sprockhöveler Valentin begeistert über die Konstellation des Silvesterlaufs. Anschließend wurden er und Schwalm von den Veranstaltern zu Recht gemeinsam zu Siegern ausgerufen. Da wurde es praktisch zur Nebensache, dass Valentin und Schwalm den bestehenden Streckenrekord auf dem Rundkurs pulverisierten.

Hohe Ziele für das neue Jahr

Im neuen Jahr möchte Valentin den Abstand zu den Top-Athleten weiter verkürzen. Gelegenheiten gibt es dazu reichlich, so stehen in diesem Jahr wieder etliche nationale Vergleiche an. Einen ersten Höhepunkt markiert die Cross-DM in Ohrdruf im März, im Mai folgt dann mit der Deutschen Meisterschaft über 10 Kilometer ein weiterer. „Die Top drei wären da schön, das hängt aber auch immer vom Teilnehmerfeld ab“, so der 20 Jahre junge Ausdauersportler. Etwas weniger rechnet er sich über die 5000 Meter beim nationalen U23-Vergleich Ende Juni in Heilbronn aus. „Unter die ersten acht würde ich da schon gerne kommen, allerdings bin ich nicht der beste Sprinter“, gibt er sich zurückhaltend ob der für ihn kürzeren Distanz.

In Emden bewies er zumindest, dass er auch ein Sprint für sich entscheiden kann. Wenn auch nicht ganz für sich alleine.

Schnellste Frau auf der langen Strecke war die gebürtige Krummhörnerin Laura Steffens (Laufrausch Oldenburg; 48:59 min) vor der vielfachen internationalen und nationalen Seniorenmeisterin Waltraud „Traudi“ Klostermann (W55/TV Norden; 49:21 min) und Verena Flade (TAO Aurich; 50:46 min). „Irgendwann kann man der Jugend nicht mehr ganz Paroli bieten, alles andere wäre auch unnatürlich“, scherzt eine keineswegs enttäuschte Traudi Klostermann bei der abschließenden Siegerehrung. Die gebürtige Ennepetalerin und Wahlostfriesin hat die Ziele für 2018 schon klar fixiert: „Zuerst geht es zur Senioren-DM in Erfurt in die Halle und dann im März weiter zur Cross-DM in Ohrdruf“.

Da gibt es dann auch ein Wiedersehen mit David Valentin. Der Deutsche Jugendmeister von 2016 läuft dort mit der LGO Dortmund um den Titel in der U23. Ziel ist es, in der Teamwertung eine Medaille zu erlaufen.

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