Landtagswahlen 2022

Sechs Fragen an Christian Brandt (CDU) zum Thema Sport

| Lesedauer: 5 Minuten
Christian Brandt tritt bei den NRW-Landtagswahl für die CDU im Wahlkreis 105 an.

Christian Brandt tritt bei den NRW-Landtagswahl für die CDU im Wahlkreis 105 an.

Foto: Paul Schneider / WP

Ennepe-Süd.  Vor der Landtagswahl haben die zwölf Kandidaten der Wahlkreise 104 und 105 auf unsere Fragen zum Thema Sport in der Region geantwortet.

Bei unserer großen Abfrage bei den Kandidaten zur Landtagswahl 2022 am 15. Mai haben uns die zwölf Kandidaten der Parteien CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke und AfD auf sechs Fragen zu Themen aus dem Bereich „Sport im Wahlkampf“ geantwortet. Hier finden Sie die Antworten von Christian Brandt (CDU), der für den Wahlkreis 105 (Hattingen, Schwelm, Sprockhövel, Wetter) antritt.

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Wie bewerten Sie den aktuellen Zustand der Sportstätten in Ihrem Wahlkreis?

Christian Brandt: Wie immer kann noch mehr getan werden. Allerdings hat die Regierung aus CDU und FDP in den letzten Jahren den Aufholprozess der liegengelassenen Sanierungen unter Rot/Grün angeschoben. Auch in Zukunft werden weitere Investitionen nötig sein. Die CDU macht es sich zur großen Aufgabe, unsere heimischen Sportstätten auf Vordermann zu bringen und so auch die Möglichkeit des gesellschaftlichen Beisammenseins wieder zu ermöglichen. Seit 2017 hat sich das Gesamtvolumen des Landessportplans NRW von fast 170 Millionen Euro auf über 365 Millionen Euro für das Jahr 2022 erhöht.

Das Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ wurde auch von den Vereinen in der Region stark frequentiert. Möchten Sie sich für ein weiteres Förderprogramm zur Unterstützung der Sportvereine einsetzen? Wenn ja, welche Ideen haben Sie diesbezüglich?

Das Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ war ein voller Erfolg. 300 Millionen Euro für die Modernisierungen und Instandhaltung von Sportstätten sowie Outdoorsport wurden investiert. Dieser Erfolg soll mit der CDU und mir im Landtag NRW bis mindestens 2027 weitergeführt werden. Zudem soll auch das Förderprogramm „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ fortgesetzt werden. Für mich steht die Förderung von Sportstätten somit ganz vorne auf meiner Liste.

Viele Sportvereine klagen darüber, dass Kinder und Jugendliche inzwischen so lange in der Schule sitzen, dass sie nicht mehr am Vereinstraining im Nachmittagsbereich teilnehmen können. Welche Lösung können Sie den Sportvereinen diesbezüglich anbieten?

Hier gilt es Schule und Sport zusammenzuführen. Vorstellbar wäre beispielsweise ein stärkeres Angebot von Sport-AGs. Ehrlicherweise gibt es aber auch das Problem, dass die Anzahl der Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die nachmittags bereits auf dem Platz stehen können, ebenfalls zurückgegangen ist. Hier könnte ich mir beispielsweise eine Ausweitung des Freiwilligendienst im Sport vorstellen. Zudem ist es das Ziel der CDU, den qualitativen Ausbau der Sportschulen inklusive Gründung und Aufbau eines Netzwerks ausgewiesener Sportgrundschulen fortzusetzen.

Die Vereine in der Region werden immer älter. Wie wollen Sie Vereine unterstützen, dem Mitgliederschwund entgegenwirken zu können?

Hierzu wäre eine Lösung ein sogenannter „Engagement-Scheck“. Das Land möchte Vereinen unter die Arme greifen und ihnen finanziell helfen, Schnuppertage und Werbung zu organisieren. Ich persönlich würde mich freuen, wenn alle Kinder die großartigen und vielseitigen Angebote der Sportvereine kennenlernen würden. Als Unterstützung für die Vereine und Familien wäre für mich eine durch das Land finanzierte Mitgliedschaft für das erste Jahr vorstellbar. Aber ich möchte auch das bereits erfolgreiche Projekte wie das seit 2013 im Ennepe-Ruhr-Kreis erfolgreich durchgeführte Kooperationsmodell zwischen Schulen und Sportvereinen, das Sportkarussell, weiter fördern und ausbauen.

Welche Möglichkeiten halten Sie für möglich und notwendig, um Sportvereine finanziell zu entlasten/zu unterstützen?

Die Sportpauschale des Landes sollte auch in Gänze an die Sportvereine ausgezahlt werden, die CDU wird sich für eine weitere Anhebung der Übungsleiterpauschale einsetzen und eine Landesservicestelle für bürgerschaftliches Engagement einrichten. Der Freibetrag für die Ehrenamtspauschale soll darüber hinaus von 720 Euro auf 840 Euro angehoben werden. Unstrittig ist für mich, dass die erfolgreichen Förderprogramme weiterlaufen und gegebenenfalls dem Bedarf angepasst werden sollten. Als erfolgreich hat sich meiner Meinung nach das Prozedere erwiesen, dass die Gelder direkt von den Vereinen über die Stadtsportverbände/Kreissportbund beantragt werden.

Welchen Stellenwert messen Sie dem Sport in der Region bei?

Nicht nur aus gesundheitlicher Sicht ist körperliche Betätigung für unser aller Leben wichtig. Auch zur Bildung eines Gemeinschaftssinns und zur Förderung des Zusammenhalts ist Sport und die Vereinsarbeit unabdingbar. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass jedes Kind schwimmen lernen kann, denn das rettet leben. Dafür werden wir den Aktionsplan „Schwimmen lernen in Nordrhein-Westfalen 2022-2027“ starten. Ich persönlich würde mich freuen, wenn alle Kinder die großartigen und vielseitigen Angebote der Sportvereine kennenlernen würden. Als Unterstützung für die Vereine und Familien wäre für mich eine durch das Land finanzierte Mitgliedschaft für das erste Jahr vorstellbar. Eine Reaktivierung der Sportfeste würde ich ebenfalls begrüßen.

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