Basketball

Schwere Aufgabe für die EN Baskets

Beim letzten Aufeinandertreffen im März 2016 war Sebastian Schröter bereits dabei. Damals setzte es in eigener Halle eine 71:87-Pleite. Aus dem damaligen Team sind mit Perl und Krieger auch zwei weitere Spieler noch in Schwelm aktiv.

Beim letzten Aufeinandertreffen im März 2016 war Sebastian Schröter bereits dabei. Damals setzte es in eigener Halle eine 71:87-Pleite. Aus dem damaligen Team sind mit Perl und Krieger auch zwei weitere Spieler noch in Schwelm aktiv.

Foto: MiSch

Schwelm.   Als Außenseiter aber keineswegs chancenlos reisen die EN Baskets Schwelm zum ersten Play-Off-Duell mit den Rostock Seawolves an die Ostsee.

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Das ursprüngliche Ziel, nach dem Aufstieg in diesem Jahr auch im kommenden Jahr wieder in der ProB vertreten zu sein, haben die Basketballer der EN Baskets Schwelm bereits erreicht. Nun will man mehr, denn es ist Playoff-Zeit. Gewinnen oder nach Hause gehen, „Win or go home“ heißt es im englischen so passend. Doch bevor dieser Ausspruch auch in seiner ursprünglich gemeinten Form zum Tragen kommt, gilt er für die Schwelmer in etwas abgeänderter Form: win and go home – also gewinnen und nach Hause fahren. Denn das erste Spiel der „best-of-three“-Serie findet an der Ostseeküste statt.

Die Rollen vor dem Duell in der ersten Runde der Playoffs sind allerdings mehr als eindeutig verteilt. „Rostock ist der klare Favorit“, sagt EN Baskets-Trainer Falk Möller. Die Organisation aus der Küstenstadt versucht bereits seit Jahren, in die ProA aufzusteigen. Bei diesem ehrgeizigen Projekt war in den vergangenen zwei Jahren bereits in der ersten Runde der Playoffs Schluss. Den letzten tiefen Lauf im Saisonfinale legten die Rostocker in der Saison 14/15 hin, als erst im Halbfinale gegen den späteren Aufsteiger Baskets Akademie Weser-Ems Endstation war. Die Stadt an der Ostsee lechzt nach höherklassigerem Basketball, was nicht zuletzt der mit Abstand höchste Zuschauerschnitt aller ProB-Teams unterstreicht.

Rostock ist ein echtes Spitzenteam

Der große Rahmen, in dem das Spiel stattfinden wird, ist für die Schwelmer eine besondere Herausforderung. „Da muss man die Nerven im Griff haben. Mich hat so eine Kulisse aber immer gepusht“, sagt Falk Möller. Die Nerven im Zaun behalten und versuchen, die gefährlichen Spieler der Rostocker an die Leine zu legen. Doch wer sind die gefährlichsten „Seewölfe“ überhaupt? „Das ist schwierig, sie sind ungemein ausgeglichen und haben vier, fast fünf Spieler, die zweistellig punkten“, kennt Möller den Gegner genau. Bill Borekambi (14), Brandon De’Andre Lockhart (13,7), Jordan Talbert (13), Chris Frazier (10) und Darian Cardenas-Ruda (8,7) sind größtenteils für die Punkte der Rostocker verantwortlich – bei genauerem Blick auf die Verteilung der Punkte wird klar, wie Möller zu seiner Aussage kommt. „Wir müssen versuchen, so viele Spieler wie möglich aus dem Spiel zu nehmen“, sagt Möller und fordert die richtige Einstellung seines Teams. „Da müssen wir so intensiv wie möglich verteidigen.“

Es wird in erster Linie darum gehen, die Rostocker zu schwierigen Würfen zu zwingen, denn der kommende Gegner präsentierte sich in der abgelaufenen Hauptrunde extrem ballsicher und verzeichnete die wenigsten Ballverluste aller ProB-Mannschaften. 270mal verlor man den Ball, die Gründe hierfür sieht Falk Möller in der Spielweise: „Sie spielen sehr soliden Basketball, sehr kontrolliert. Zu Saisonbeginn hatten sie einige Probleme, jetzt zeigt sich aber, wie eingespielt sie sind.“ Dass die Rostocker zusätzlich auch die meisten Ballgewinne produzierten, unterstreicht die Aussagen von Möller ebenfalls.

Mit zwei Kleinbussen an die Ostsee

Am frühen Freitagvormittag machen sich die EN Baskets mit zwei Kleinbussen auf die knapp 550 Kilometer lange Strecke an die Ostsee. Mit dabei werden dann alle Spieler des Kaders der Schwelmer sein, auch wenn einige Akteure in den letzten zwei Wochen ab und an mit leichten Grippeerkrankungen zu kämpfen hatten. „Ich gehe davon aus, dass alle mit an Bord sein werden“, so Möller, der heute Abend in der Rostocker Stadthalle sein Playoff-Debüt als Trainer im Erwachsenenbereich geben wird. „Nein, es wird alles sein wie immer“, sagt er angesprochen auf seine Premiere. Möller wirkt gewohnt unaufgeregt vor dem Spiel, dem noch einige weitere folgen sollen, wenn es nach dem Schwelmer Trainer geht. „Ich will nicht in der ersten Runde ausscheiden“, hatte er nach dem Spiel zum Hauptrundenabschluss gesagt. Also gewinnen, dann nach Hause fahren ist die Devise. Einfache Spiele gibt es in den Play-Offs ohnehin nicht.

Rostock hat großen Respekt vor Schwelm

„Schwelm ist eine sehr erfahrene und diszipliniert spielende Mannschaft mit fünf Akteuren über 30 Jahren“ heißt es auf der Internetseite der Rostocker Seawolves. Man hat Respekt vor den EN Baskets Schwelm, das wird vor allem an der Aussage des Trainers Ralf Rehberger deutlich: „ Als Aufsteiger konnten sie sich direkt für die Playoffs qualifizieren. Für uns ist es wichtig, dass wir vor allem defensiv auf dem Punkt sind und unser schnelles Spiel frühzeitig etablieren können.“ Gerade dem Punkt Erfahrung möchte Schwelms Trainer Falk Möller aber nicht zuviel Bedeutung beimessen: „Erfahrung ist wichtig, aber mit Erfahrung gewinnt man keine Spiele“, sagt er angesprochen auf die Aussage seines Kollegens. „Wenn wir denken, dass wir mit 80 oder 90 Prozent spielen und den Rest mit Erfahrung gut machen können, fahren wir falsch“, will sich der Baskets-Trainer nicht auf die Routine in seinem Team verlassen.

Halle in Rostock ist fast immer voll

Denn gerade in Rostock erwartet ihn und seine Schützlinge eine Aufgabe, die man nicht alle Tage zu bewältigen hat. Neben dem ausgeglichenen Team sind die Rostocker auch Zuschauerkrösus in der ProB. Knapp 3000 Zuschauer kommen im Schnitt zu den Heimspielen in die Rostocker Stadthalle. 4550 Besucher finden insgesamt Platz in der imposanten Halle, hinter den Körben stehen die Zuschauer eng am Spielfeldrand. Zuletzt durfte eine Schwelmer Mannschaft diese Kulisse vor zweieinhalb Jahren direkt vor Ort erleben. In der Hauptrunde der ProB-Saison 2015/2016 verloren die EN Baskets mit 98:71 an der Ostsee, aus dem damaligen Team sind mit Krieger, Perl und Schröter noch drei Spieler aktiv. Auf Rostocker Seite sind mit Slavchev und Vogt nur noch zwei Spieler von damals dabei. Fraglich für das Spiel heute ist noch Frieder Diestelhorst, der im Training umknickte.

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