Serie: Sport & Beruf

Ohne Hektik zu Training und Spiel

Ramon Pixberg – hier gegen Rado Dorsch (l.) und Josip Matic (Breckerfeld).

Ramon Pixberg – hier gegen Rado Dorsch (l.) und Josip Matic (Breckerfeld).

Foto: Michael Scheuermann

Gevelsberg.   Freie Einteilung im Beruf als Verkäufer lässt Ramon Pixberg genug Zeit für den FSV. Von Kindesbeinen an spielt „Pixi“ im Stefansbachtal Fußball.

Nach Hause kommen, Tasche packen, ab zum Training. Hört sich hektisch an, ist es aber nicht bei Ramon Pixberg. Denn zwischen Feierabend und dem Training beim Fußball-Kreisligisten FSV Gevelsberg II hat er genügend Zeit, um eben keine Hektik aufkommen zu lassen. In seinem Beruf als Verkäufer bei Fröhlich & Dörken in Sprockhövel kann er seine Dienste so einteilen, dass er rechtzeitig zu den Übungseinheiten da ist – quasi vom Stefansbachtal zum Stefansbachtal.

Wohlgesonnen und kreativ

Denn Fröhlich & Dörken hat seinen Sitz im Sprockhöveler Stefansbachtal – genauer: in der Stefansbecke. Und die sportliche Heimat von Kindesbeinen an von „Pixi“, wie der Mittelfeld- und Defensiv-Stratege gerufen wird, liegt im Stadion Stefansbachtal. Klar ist dabei auch, dass es kaum beziehungsweise keine zeitlichen Überschneidungen gibt, wenn Ramon Pixberg zu den sonntäglichen Spielen muss. Selbst unter der Woche, als er noch für den Bezirksligisten aufgelaufen ist, gab es bei den Begegnungen – sei es Nachhol- oder Pokalspiele – keine Probleme. „Ich kann mir im Beruf die Zeit einteilen. Ich habe einen Chef, der mir und dem Fußball sehr wohl gesonnen ist“, sagt Pixberg.

Wohlgesonnen und kreativ. Das motiviert, da macht die Arbeit Spaß – so „Pixi“. „Mein Chef hat klasse Ideen, die wir auch gerne umsetzen“, sagt der FSV-Spieler, der gleichzeitig auch Co-Trainer von Patrick Kirschhofer der zweiten FSV-Garnitur ist. So vor knapp drei Jahren. Als die Firma anstatt der üblichen Beethoven-Musik in der telefonischen Warteschleife den wartenden Kunden Witze angeboten hat. Geschäftsführer Ismael Klein hatte die Idee, es anders zu machen. Ramon Pixberg war der Mitarbeiter, die auserkoren wurde, diese Witze zu erzählen. „Er hat so einen lustige Stimme“, hatte seinerzeit Klein befunden. Nicht live, aber auf Band. „Das hat einen riesigen Spaß gemacht, das war mal was anderes“, erinnert sich Pixberg gerne an die Zeit zurück. Nach etwa anderthalb bis zwei Jahren war diese Idee ausgelaufen. Denn mit der Zeit merkten einige Kunden an, dass der eine oder andere Witz schon mehrfach durch den Äther erzählt wurde.

Ramon Pixberg arbeitet als Verkäufer sowohl im Außen- als auch im Innendienst. Innen koordiniert er seine Außen-Termine, arbeitet seine Tätigkeit von außen auf. So kann er sich die Zeiten der Besuche selbst einteilen. Und da sein Gebiet Wuppertal, Remscheid oder Radevormwald grob umfasst, ist er nie weit weg, so dass die rechtzeitige Ankunft im Stadion Stefansbachtal eigentlich nie gefährdet ist. „Es sei denn, die Autobahn ist mal gesperrt“, lacht Pixberg.

Viele Verletzungen

Er wirkt sehr zufrieden. Mit seinem Job sowieso. Aber auch mit seiner neuen Rolle im FSV Gevelsberg. Von Kindesbeinen hat er im Stefansbachtal gekickt. Bis zur ersten Garnitur hatte er es geschafft, bis zur Bezirksliga. Dann folgte eine lange Zeit vieler Verletzungen, die ihn immer wieder zurück geworfen hat. Die Bänder, die Sprunggelenke, die Muskeln, die Muskelbündel oder die Adduktoren. „Das waren schon zwei bis zweieinhalb extrem schlechte Jahre“, so Pixberg. Und mit zunehmendem Alter ist es immer schwieriger geworden, schnell zurück zu kehren. Die Rekonvaleszenz dauerte immer länger.

Mit mittlerweile fast 28 Jahren hat er daher gerne das Angebot angenommen, künftig nicht nur in der Kreisliga-Reserve zu spielen, sondern dort auch der Co-Trainer von Patrick Kirschhofer zu werden. Die Gelegenheit ergab sich, als Jens Wiemann im Winter seine Demission als Trainer des FSV Gevelsberg II eingereicht hatte.

„Wir haben das Projekt Klassenerhalt und sind auf sehr gutem Wege“, formuliert Pixberg eines der Ziele. „Überdies wollen wir die Rückrunde einstellig beenden.“ Für dieses Gelingen sorgt eine Truppe, die sich aus „alten und neuen Kumpels“ zusammen setzt. Junge Spieler, die die Kreisliga als Chance sehen und nutzen, um alsbald auch für die erste Bezirksliga-Garnitur auflaufen zu können. Die älteren Jungs sind dabei aus Spaß an der Freud’ der alten Zeiten willen, um mit den Kumpels noch einmal zu kicken, es den anderen zu zeigen, erfolgreich in der Kreisliga bestehen zu können.

Trainer? Gut möglich

Ramon Pixberg kann es sich sogar vorstellen, einmal tatsächlich als Trainer zu wirken. Doch dazu müsste er einen Trainerschein machen. „Das kostet Zeit“, weiß er. „Im Moment steht ein Trainerschein nicht auf meiner Agenda. Ich kann es mir nur grundsätzlich vorstellen.“

Überhaupt sieht der gelernte Groß- und Außenhandels-Kaufmann seine Situation beim FSV Gevelsberg als ein ganzheitliches Projekt. Zunächst als Jugendspieler, dann als Mitglied der Bezirksliga-Mannschaft, jetzt in der Kreisliga als spielender Co-Trainer. „Und wer weiß, was da noch alles kommen mag“, sagt Ramon Pixberg – lachend natürlich.

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